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Erlebnisberichte

Bike-Festival Riva del Garda (29.04.2018)

Erlebnisbericht von Felix Schneider

 

Letzte Woche ging es für mich zum Bike Festival an den Gardasee. Dies ist das Opening der Mountainbike Saison am Gardasee. Hier trifft sich alles was Rang und Namen hat um zu zeigen, dass er im Winter nicht nur faul unterm Baum gelegen hat sondern ordentlich Kilometer gesammelt hat. Natürlich gibt es dort noch viele weitere spannende Dinge zu sehen und zu entdeckten unter anderem gab es einen City Eliminator Sprint, Enduro sowie den Riva Marathon zu bestaunen. Im Expo Bereich zeigten sich die Hersteller mit den neusten Entwicklungen und massiv vielen E-Fullys.

Da ich diese Jahr mit meinem Teamkollegen Kai Leberig die Bike Transalp bestreiten werde dachte ich mir, dass es gar nicht so verkehrt währe einmal eine Probeetappe in Form des Riva Bike Marathons aufzunehmen. Meine Streckenwahl fiel dabei auf die Ronda EXTREMA. Diese trägt ihren Namen zu Recht, denn mit ihren zwar nur knapp 90 Kilometern ist sie nicht gerade die längste, aber auf ihnen sind 3880 Höhenmeter zu erklimmen.

Am Sonntagmorgen fiel dann endlich der Startschuss. Ich rollte in den ersten Berg - vor mir Große Namen wie Alban Lakata oder Markus Kaufmann, alles Top Marathon Profis - und ich 5 Meter hinter ihnen. Lange konnte ich dieses Tempo aber nicht halten, da ich nicht nach den ersten 1000 Höhenmetern nach Hause rollen wollte. Ich ließ abreisen und ging auf mein Tempo runter. Der ganze Marathon bestand aus vier Hauptanstiegen. Der erste lief sehr gut mit meiner 1x11 Übersetzung. Der zweite und auch steilste dagegen eher nicht. Auf knapp 4km galt es einen Höhenunterschied von 700 Metern zu überwinden. Hier kamen schon die Ersten Fahre an ihre Grenzen. Der Tacho der Wattmessung war über 30min jenseits der 400W. Zur Belohnung gab es aber einen sehr schönen Trail. Der dritte und größte Anstieg lief wieder sehr gut. Oben angekommen gab es eine Mischung aus Flow Trail und 20% Rampen dies hat mir völlig den Stecker gezogen. Hinzu kam das die Trails von fahrbar in für mich gar unfahrbar umsprungen. An dieser Stelle kam öfters die Frage auf. „Wollen die mich hier Umbringen???“ Die Trails wurden so heftig das ich mich schon wieder auf die Bergauffahrt freute. Im letzten Anstieg waren dann einfach die Lichter aus. Der Körper wollte einfach nur noch den Berg irgendwie hoch kommen. Mit letzter Kraft gelang dies mir dann auch aber, was mich dann nochmal zum Schluss erwartete war einfach der Hammer. Die Abfahrt war so Steil und so verblockt das ich mich dazu entschlossen habe lieber zu laufen, als mich auf den Letzten Metern lang zu machen. Am Ende holte ich nochmal alles raus und kam dann völlig am Ende aber zufrieden an 84. Position Gesamt und 50. in meiner Altersklasse ins Ziel.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass es ein klasse Kurzurlaub war und würde es ohne zu zögern jedem weiter empfehlen. Es muss ja nicht immer die größte Runde sein.


"Die Hölle des Nordens" - Paris-Roubaix (07.04.2018)

Erlebnisbericht von Max Göke

 

Mit sechs Jahren begann ich im Verein Rad zu fahren. Heute bin ich 27. Neben anfänglichen Mountainbikerennen in der Jugend, einer kurzen Phase als Jugendstraßenfahrer konzentrierte ich mich später eher auf Alpentouren und Marathons, bevor ich seit über fünf Jahren meinen Fokus fast uneingeschränkt auf Lizenzrennen Straße setze. Man kann also davon ausgehen, dass ich mich in der Radsportszene gut auskenne und in vielen Sparten bereits unterwegs war.

Was im Leben eines Radsportlers nämlich auch nicht fehlen darf sind die Teilnahmen an den großen Klassikerrennen des Straßenrennsports. Einerseits als Zuschauer, andererseits als Teilnehmer bei den entsprechenden Jedermannveranstaltungen, bei denen man meist die gleiche Strecke wie die Profis fahren kann und so ein paar Eindrücke zu sammeln vermag. Die Jedermannveranstaltung des Fleche Wallonne, von Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Flandernrundfahrt habe ich in meiner Karriere bereits befahren. Was hierbei definitiv noch gefehlt hat ist der Trip in die „Hölle des Nordens“, auch bekannt als Paris-Roubaix.

Paris-Roubaix gilt im Profiradsport neben der Flandernrundfahrt als die Königin der Klassiker. Kaum vorstellbar, wo das komplette Rennen so gut wie keinen Höhenmeter erklimmt, dachte ich bei mir. Nur zu gut, dass der RSC eine Tour anbot, bei der wir Samstags die Strecke der Profis fahren konnten (172 km und 28 Pavees, was 55 km Kopfsteinpflaster entspricht) und Sonntags unter anderem im legendären Wald von Arenberg den Besten der Besten unserer Sparte beim Leiden von Angesicht zu Angesicht zugucken konnte. Ich meldete mich sofort an, um auch hier meinen Horizont zu erweitern und am eigenen Leib zu spüren, welche Qualen und welches Leid die berühmtberüchtigten Pavees hervorrufen. So machte sich eine Gruppe von vier Personen freitags abends auf nach Lille, wo wir übernachteten. Neben meiner Wenigkeit waren Martin Reis als Organisator, Paolo Ferrara und Fynn Brestel vom Avia racing team mit dabei. Martin, Fynn und ich nahmen die große Runde in Angriff, während Paolo eine kürzere Distanz wählte.

Da es keine Rundfahrt ist mussten wir morgens um 5:00 Uhr mit einem Shuttleservice zwei Stunden gen Süden fahren, wo beim ersten Pavee der Strecke unser Start war. Während wir bei bestem Wetter nach drei Stunden Schlaf um 7:00 Uhr in Radkleidung ungefähr 30 Minuten auf unsere Räder warteten, war ich bereits froh, dass wir kein Klassikerwetter hatten. Drei Grad und Dauerregen hätten mir den Tag vermiest dachte ich. Zudem sind gute Bedingungen für die Erstteilnahme vielleicht auch nicht übel.

Als es endlich losging waren Fynn Brestel vom avia racing team und ich voll motiviert. Martin Reis war etwas verhaltener, was wohl daran lag, dass er bereits zum zweiten Mal teilnahm und wusste was auf uns zukommt. So donnerten wir die ersten Pavees völlig aufgedreht und gut gelaunt mit über dreißig Sachen und einem Grinsen im Gesicht. Dieser Zustand hielt an, wenngleich er abflachte. Doch ein Zwischenziel kam immer näher: Der Wald von Arenberg. Früher berühmt für den Kohleabbau gilt Arenberg heute als der Ort, in dem meist eine erste Entscheidung beim Rennen Paris-Roubaix fällt. 2400 Meter lang zieht sich die Kopfsteinpflasterpassage wie eine gerade Linie durch den Wald. Die Qualität des Pflasters ist kaum zu beschreiben. Etliche Höhenunterschiede und Steine, welche mit Kanten in die verschiedensten Richtungen zeigen sind die Charakteristika. Wer von den Mayenern noch die Kopfsteinpflasterstraße am Ostbahnhof kennt wird sich denken, schlimmer kann es kaum werden. Von wegen! Dagegen war es am Ostbahnhof echt erholsam und gut gepflegt.

Seit dem Wald von Arenberg hatte ich mit Schmerzen zu kämpfen. Neben schmerzenden Waden, Händen und Armen wurde mein Empfinden am Gesäß immer schlimmer. Das blöde daran: wir hatten ungefähr erst die Hälfte. Es wurde immer schlimmer. Finger waren geschwollen, der Hintern tat so weh, dass man lediglich im Stehen fahren konnte und die Furcht vor den kommenden Pavees stieg und stieg. Doch wir kämpften uns ins Ziel und erreichten trotz der Qualen um ungefähr 17 Uhr das Velodrom in Roubaix, wo wir uns erstmals eine Portion Fritten gönnten.

Das für mich interessante hierbei ist der Aspekt, dass einen nicht die Kondition schafft, sondern die Schmerzen, die man in allen Gliedmaßen spürt. Das Rennen wird im Kopf entschieden, dachte ich bei mir. Der Schmerzunempfindlichste ist hier ganz klar im Vorteil! Wir ließen die Eindrücke bei einem gemütlichen Abendessen und dem ein oder anderen französischen Bier sacken um am nächsten Tag bei den Profis entspannt am Rand zu stehen und ihnen laut „Allee, Allee“ zuzurufen. Es bleibt lediglich Martin ganz viel Dank für die tolle Organisation auszusprechen.


Trainings- & Rennlager Südafrika (22.03.2018)

Erlebnisbericht von Julian Biefang

 

Jetzt, wo ich erneut im Flieger nach Südafrika sitze und die kommenden zwölf Stunden rumbringen muss, finde ich auch endlich die Zeit meinen vergangenen (und ersten) Südafrika Besuch Revue passieren zu lassen und darüber einen kleinen Bericht zu schreiben J. Da ich kein sonderlich guter Schreiberling bin möchte ich keine zu großen Erwartungen schüren, gebe aber mein bestes und hoffe es gefällt euch.

Wie bereits in den vergangenen Jahren stand für mich im Januar/Februar ein Trainingslager im warmen auf dem Programm. Dank der Einladung meines guten Freunds und Südafrikaners Erik Kleinhans, Fahrer des Canyon Topeak Factory Racing Profi Teams, hatte ich zum ersten mal die Möglichkeit mich auch für ein ziemlich wetterstabiles Trainingslager zu entscheiden – wie wir alle wissen, ist das auf Mallorca leider nicht so ganz der Fall J - und habe diese dankend angenommen und genutzt. Somit hieß es dann für mich am 13. Januar ab in den Flieger und in Richtung Kapstadt (Südafrika). Am Flughafen hat mich Erik dann in Empfang genommen und wir sind von dort aus zu ihm und ins Mountainbike Eldorado Stellenbosch gefahren – und ja, es ist wirklich der Wahnsinn… was ich sicher noch des Öfteren irgendwo unterbringen werden.

Erste Woche:

In den ersten Tagen hatten wir eine sehr schöne Trainingsgruppe mit unter anderem Karl Platt, Tim Böhme, Erik Kleinhans und ein paar Locals, was die Stunden auf dem Rad sehr angenehm gemacht hat. Wir waren jeden Tage 3-5 Stunden auf den Trails rund um Stellenbosch unterwegs und haben die Abende mit, für Südafrika typisch, einem guten Braai (BBQ) und Rotwein ausklingen lassen. Alles in allem war das ein wunderbarer Start ins Trainingslager und ein perfekter Start in die Zeit in Südafrika.

Den Zeitpunkt meines Trainingslagers habe ich mir aber natürlich gezielt ausgesucht, da an dem ersten Wochenende auch das einzige Rennen der UCI Marathon World Series in Südafrika auf dem Plan stand, welches beim Attakwas Extreme (das härteste Eintagesrennen in Südafrika) ausgefahren wird. Die UCI World Series Marathons, wovon es ca. 20 Stück auf der ganzen Welt gibt, zählen zu den Qualifikationsrennen für die Mountainbike Marathon Weltmeisterschaften. Zwei Tage vor dem Rennen haben wir uns dann auf den Weg nach Outshorn gemacht und unterwegs an sämtlichen Farm Shops gehalten, sowie eine Nacht Zwischenstopp in Mosel Bay eingelegt (absolut eine Reise wert).

UCI World Series Attakwas Extreme:

Wie bereits erwähnt, zählt das Attakwas Extreme zum härtesten Eintagesrennen in Südafrika, was sämtliche Top Südafrikanier, aber auch internationale Fahrer (natürlich auch durch den UCI Status) an den Start zieht. Generell macht die Hitze und Trockenheit in dieser Jahreszeit das Rennen, neben der sehr fordernden Strecke, das Rennen zu dem was es ist – dieses Jahr war aber alles anders, was mir definitiv entgegenkam. Beim Attakwas Extreme gilt es außerdem 122km und 2700hm auf anspruchsvollem Gelände zu bewältigen.

Wie in Südafrika typisch, fiel um 7:30 Uhr der Startschuss und das Rennen wurde von den Fahrern direkt scharf begonnen. Am Ersten Anstieg konnte ich die Spitzengruppe noch halten, musste mich dann aber ziemlich schnell zügeln, da ich großen Respekt vor der Distanz und auch vor dem von mir gewählten Material hatte – ich war der einzige mit einem nicht vollgefedertem (Hardtail) Mountainbike.

Nach ca. 25km habe ich mich in einer guten Gruppe um Position 15 wiedergefunden, musste dann aber aufgrund eines Defekts stoppen und mich von dort an für eine Weile alleine durchkämpfen. Im Mittleren Teil des Rennens, durchs Attakwas Gebiet, habe ich einige Zeit verloren und war kurz davor das Rennen frühzeitig zu beenden – ich denke ich habe hier zwischenzeitlich auf Position 30-35 gelegen. Glücklicherweise begann es ab km 70 an zu regnen, was mir persönlich sehr entgegenkommt und meine Motivation extrem gestärkt hat. Die letzten 40km des Rennens führte dann überwiegend auf sehr welligen „Gravel/Dirt“ Roads bis ins Ziel, was auch nach meinem Geschmack war. Hier habe ich nochmal alles mobilisiert und bin in einem extremen Tempo an allen vor mir liegenden Fahrern und Gruppen vorbeigefahren und habe mich bis ins Ziel auf Position 11 nach vorne gekämpft und das Rennen nach 5 Stunden und 38 Minuten beendet.

Der 11 Platz bedeutete für mich somit bereits sehr früh in der Saison die Qualifikation für die UCI Mountainbike Marathon Weltmeisterschaften, welche im September stattfinden.

Zweite Woche:

In der zweiten Woche standen dann weitere Grundlagenausfahrten auf dem Programm, welche wir in den unterschiedlichsten „Trail-Parks“ rund um Stellenbosch abgehalten haben. Hierunter zählen die Parks in Boschendal, Jonkershoek, Botellary Hills und viele mehr. Um Zutritt in die Parks zu erhalten muss eine kleine Gebühr bezahlt werden, welche für die Trail pflege verwendet wird, was man auch merkt – in jedem der Parks findet man 40 – 70km Singletrail-Paradies vom feinsten.

Am Ende der zweiten Woche stand auch noch ein weiteres Eintagesrennen über 125km und 2000hm auf dem Plan, welches auf teilen der Cape Epic Strecke 2018 ausgetragen wurde. Leider habe ich mich bei dem Rennen nicht gut gefühlt und nach 65km aufgegeben – sicherlich noch die Müdigkeit vom Rennen am Wochenende zuvor und dem Trainingslager.

Dritte Woche:

In der dritten Woche kam das Canyon Topeak Factory Racing Team zum Trainingslager nach Stellenbosch, welches ich von Canyon Seite aus betreut habe und mit den Jungs das neue Setup für die kommende Saison getestet und abgestimmt habe. Hier haben wir einige Trainingseinheiten absolviert, ein Fotoshooting gemacht und eine gute Zeit miteinander verbracht.

Viert Woche (spontane Verlängerung):

In der vierten Woche hatte ich die spontane Möglichkeit das siebentägige UCI S2 Etappenrennen Trans Cape zu fahren, welches auf der ehemaligen Cape Epic Route von Kysna nach Franshoek führte und 750km / 10.500hm bereithielt. Generell war das Rennen nicht geplant und ich bin spontan eingesprungen, nachdem ich von einem französischen Fahrer gefragt wurde ob ich mit ihm gemeinsam starten will – das war ein absoluter „no brainer“.

UCI Trans Cape:

Wie bereits geschrieben, sollte uns die Trans Cape Route auf sieben Etappen entlang der bekannten Garden Route von Kysna nach Franschhoek führen und dabei 750km und 10.500 Höhenmeter bereithalten. Bei der Trans Cape handelt es sich um ein Etappenrennen, welches im Team (bestehend aus zwei Fahrern) gefahren wird, welche im Ziel maximal 2 Minuten Differenz aufweisen dürfen, wodurch man das Rennen meist gemeinsam bestreitet wird. Bei der Trans Cape handelt es sich außerdem um ein Rennen wo die Teams in einer Zeltstadt und jeweils einem eigenen Zelt pro Team untergebracht sind.

Um von Stellenbosch zum ca. 500km entfernten Knysna zu kommen, haben wir uns für eine ca. achtstündige Busfahrt entschieden… was sich in Afrika als ganz schönes Abenteuer herausgestellt hat. In Knysna angekommen haben wir am Vortag noch eine Vorbelastung im Garden Route Trail Park gemacht, was der absolute Wahnsinn war. Auch dieser Park zeichnete sich durch sein pures Wegenetz an Singletrails aus.

Stage 1:

Die erste Etappe führte uns in 71 Kilometer und ca. 1350 Höhenmeter von Knysna nach Wilderness.

Da ich vom Riders-Meeting wusste, dass es nach bereits 3km eine Engstelle gibt habe ich das Rennen direkt sehr schnell eröffnet und bin von Beginn an Vollgas gefahren – war dann zum Glück auch als erster durch diese Stelle durch J. Am ersten Anstieg haben die UCI Teams dann direkt ein ordentliches Tempo an den Tag gelegt und zwei Teams konnten sich leicht absetzen. Knapp dahinter bildeten wir eine halbwegs laufende Gruppe zur Verfolgung. Generell verlief der weitere Etappenverlauf relativ unspektakulär und wir sind an Position 3 – 4 liegend in Richtung Ziel gedonnert, wo es dann auf einen Zielsprint um den letzten Podiumsplatz ging. Leider war mein Teamkollege hier an vierter Stelle, wodurch wir in der Teamwertung auch als vierter gelistet wurden.

Nach der Etappe gab es dann ein wirklich sehr gutes Mittagessen und am Abend ein hervorragendes Abendessen. Generell war das über die gesamten sieben Tage der Fall und hier können sich einige andere Etappenrennen eine ordentliche Scheibe von abschneiden. Für das Wohl der Fahrer war also immer bestens gesorgt.

Stage 2:

Die zweite Etappe führte dann von Wilderness nach Mossel Bay und wies 86 km und 1900 Höhenmeter auf.

Hier konnten wir uns gleich von Beginn an der Spitze halten und die erste Hälfte des Rennens mit den führenden die Spitzengruppe bilden. Zur Hälfte der Etappe hat mein Partner dann kurz Probleme gehabt, was uns ein Loch zu den führenden gebracht hat. Wir haben aber weiter Vollgas gegeben und einen großen Vorsprung auf die drittplatzierten bis zum Ziel herausfahren können. Hier übernahmen wir dann auch mit drei Minuten Vorsprung den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Stage 3:

Am dritten Tag der Trans Cape führte die Strecke von Hartenbos nach Riversdale und bekam den Namen „The Roller Coaster Stage“. Insgesamt galt es hier 102 km und 1600 hm zu verdauen.

Generell war der Etappenstart relativ entspannt und wir sind in einer größeren Gruppe über die ersten Wellen gedonnert bevor es nach ca. 20 km in den ersten Single Trail ging, welcher gleich in einen steilen Anstieg führte. Hier hatte mein Partner zu Beginn wieder größere Probleme dem Tempo der Spitze zu folgen, was uns ein kleines Loch brachte. Glücklicherweise waren wir beide die stärksten in den Abfahrten und konnten die beiden Teams in einem Singletrail wieder einholen. Der Rest der Etappe führte dann auf eher breiten Schotterwegen, gespickt mit einigen steilen Wellen, bis zum Ziel. Hier arbeiteten wir alle super zusammen und fuhren gemeinsam in Richtung Ziel. Leider war der letzte Kilometer nicht gut ausgeschildert, wodurch ich den Sprint um den Sieg etwas zu früh begonnen hatte und es für uns am Ende nur zu Platz drei reichte., was weiterhin den zweiten Platz in der Gesamtwertung bedeutete.

Alles in allem war ich mit dem Tag aber sehr zufrieden, da ich seit dem Vortag unter stärkeren Magenschmerzen litt, was ich heute auf ein bereits drei Jahre abgelaufenes Geld zurückführen kann… Die Magenkrämpfe haben mich dann aber noch bis zur fünften Etappe begleitet.

Stage 4:

Am vierten Tag fuhren wir dann von Riversdale nach Swellendam und hatten 106 km und 1005 Höhenmeter vor uns.

Außerdem kam am vierten Tag der ersehnte Regen, was uns Europäer sehr entgegenkam. Generell zählt der vierte Tag rückblickend zum schönsten Tag der gesamten Tour, denn hier hatten wir, neben dem Regen, den meisten Anteil an Single Trails und alles was ein ordentliches Mountainbike Rennen benötigt.

Gleich zu Beginn haben sich die drei führenden Teams wieder abgesetzt und wir sind gemeinsam die ersten 60km gefahren. Hier haben wir wieder gut harmoniert und jeder hat seinen Anteil geleistet. Im Anstieg des Tages musste ich meinen Magenbeschwerden dann Tribut zollen und die Gruppe leider ziehen lassen. Mein Teampartner ist danach gefahren wie verrückt und hat viel Arbeit im Wind verrichtet, sodass ich mich etwas erholen konnte. Generell kamen wir mit einem Rückstand von ca. 9 Minuten auf die führenden und 5 Minuten auf die zweitplatzierten ins Ziel, was uns am Ende des vierten Tages auf den dritten Platz in der Gesamtwertung befördert hat – mit nur 2:30 Minuten hinter dem zweiten Platz und somit noch alles offen.

Stage 5:

Der fünfte Tag führte uns auf 99 km und 1200 Höhenmeter von Swellendam nach Greyton führen.

Für den Tag waren Temperaturen über 40 Grad vorhergesagt, wodurch der Start auf 6 Uhr – ja genau, 6 Uhr – vorverlegt wurde. Pünktlich fiel dann der Startschuss und das Fahrerfeld machte sich gemeinsam auf den Weg. Da der Beginn der Etappe nicht sonderlich schwer und nur mit ein paar kleineren Wellen auf breiten „Gravel“ Roads gespickt war, blieb bis Kilometer 35-40 eine größere Gruppe zusammen. Leider hat sich einer der Farmer und das Markierungsschild bereits entfernt, da er einen Tag zuvor mit dem Rennen gerechnet hat. Somit kam es wie es kommen musste und die gesamte Gruppe, bestehend aus ca. 20 Teams (inkl. aller UCI Teams) verfuhr sich und es dauerte ca. 15 Kilometer bis wir es bemerkten. Zu allem Übel wurde der Fahrer des Führungsmotorrads dann auch noch von einer Biene gestochen, gegen welche er hoch allergisch ist. Nachdem er versorgt war fuhr die Gruppe geschlossen in Richtung erster Verpflegungszone wo bereits die UCI Kommissare auf uns warteten um mit uns das weitere Vorgehen zu besprechen. Gemeinsam entschieden sich alle UCI Teams das Rennen zu neutralisieren und das gesamte Preisgeld der Etappe an eine Südafrikanische Foundation zu spenden. Somit fuhren wir die restlichen 3 Stunden relativ entspannt in Richtung Ziel, was bei den heißen Temperaturen auch wirklich angenehm war J - es war trotzdem ein 5 ½ Stunden Tag im Sattel.

Stage 6:

Die vorletzte Etappe führte uns dann von Greyton nach Houwhoek und hielt diesmal 74 km und 1050 Höhenmeter für uns bereit.

Direkt zum Beginn der Etappe ging es in den schwierigsten Anstieg des Tages und die drei führenden Teams hatten sich erneut absetzen können. Leider war mein Partner in der darauffolgenden Abfahrt nicht ganz bei der Sache und handelte sich einen Reifendefekt ein, womit unser schwierigster Tag begann. Nachdem sogenannte Reifenplugs (um das Loch zu schließen) nicht half nutzen wir den ersten Schlauch, welcher nicht der letzte sein sollte. Nachdem wir den Defekt beheben konnten starteten wir eine starke aufholjagt und waren zur Hälfte der Etappe fast zur Verfolgergruppe aufgeschlossen, hatten dann aber erneut einen platten Reifen. Nachdem wir auch diesen beheben konnten ging auch dieser Schlauch nach ca. weiteren fünf Kilometer kaputt und wir mussten einen dritten Schlauch einziehen – insgesamt benötigten wir drei bis vier Schläuche und 8 co2 Kartuschen. Heute vermute ich, dass etwas an der Felge meines Partners defekt war und diese die Schläuche nach einer Zeit auch beschädigte.

Alles in allem war das für uns ein sehr schlechter Tag, kamen weit hinter den führenden ins Ziel und verloren wertvolle Zeit. Insgesamt haben wir ca. 45 Minuten auf die führenden und 40 Minuten auf die damit zweit Platzierten in der Gesamtwertung. Auf den vierten Platz konnten wir noch einen Vorsprung von 13 Minuten retten, wodurch uns klar war, dass wir auf der siebten und letzten Etappe keine Chance mehr auf den zweiten Platz hatten, den dritten aber unbedingt verteidigen wollten.

Stage 7:

Die siebte und letzte Etappe führte uns dann von Houwhoek auf 73 km und 1850 Höhenmeter von nach Franschhoek.

Am siebten und letzten Tag wollte ich nochmal zeigen, dass wir insgesamt auch für den zweiten Platz in der Gesamtwertung gut gewesen wären – ohne das ganze Pech am Vortag. Da ich mich am Morgen gut gefühlt habe, habe ich mich dann auch für den Renn-Einteiler entschieden, was mir selbst signalisiert schnell fahren zu wollen.

So war es dann auch. Gleich vom Start weg haben die drei führenden Teams wieder voll am Gashahn gezogen und sind der Meute entkommen. Nach ca. acht Kilometer sind die Norweger (die zweitplatzierten der Gesamtwertung) dem hohen Tempo nicht mehr gerecht geworden und wir sind mit den führenden davongefahren. Die ersten 30 Kilometer war ein Singletrail-Paradies, wodurch ich diese extrem genießen konnte. Am zweiten Berg nach der ersten Verpflegungsstelle konnte ich das Tempo der führenden nicht mehr ganz folgen und wir mussten eine kurze Lücke lassen, hatten diese aber dauerhaft vor Augen. Den Rest der Etappe sind wir dann mit vollem Herzblut gefahren und hatten den Etappensieg immer vor Augen. Als es dann in den letzten Anstieg, den bekannten Franschhoek-Pass ging, haben wir nochmal alles versucht, konnten die letzten paar Sekunden aber leider nicht mehr auffahren. Nachdem der Pass erklommen war, ging es dann in eine lange Abfahrt in Richtung Ziel welches wir als zweitplatzierte erreichten.

Am letzten Tag haben wir nochmal fast 20 Minuten auf die Norweger herausfahren können, konnten die am Tag zuvor verlorene Zeit aber nicht aufholen.

Abschluss:

Alles in allem waren es hervorragende vier Wochen in einem wunderbaren Land, mit wunderbaren Menschen und absolut fantastischen Trails. Insgeheim habe ich mich auch ziemlich in Südafrika und vor allem die Ecke Stellenbosch verliebt und ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Sportlich bin ich mit den vergangenen vier Wochen natürlich auch extrem zufrieden und durch das Training eine gute Basis für die neue Saison gelegt. Durch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft und die eingefahrenen XC Weltranglistenpunkte, die mir erlauben World Cup zu fahren, habe ich natürlich auch einige, sportlich sehr hohe, Highlights für dieses Jahr vor mir für die ich hart arbeiten will.

Greetz und eine gute Zeit.

(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Deidre Cloete)


Heiligabend-MTB-Tour (24.12.2017)

Pressebericht von Martin Schäfer

 

Jahresabschluss an der "Schwarzen Madonna" - 35 Teilnehmer trafen sich zur besinnlichen MTB-Tour

Der sportliche Jahresabschluss des RSC Eifelland Mayen findet seit 2003 jährlich an Heiligabend statt, wenn sich die Mountainbiker zu einer gemeinsamen Ausfahrt ins Achterbachtal treffen. Hier befindet sich die „Schwarze Madonna“, eine Marienfigur in einer Felsnische auf dem alten Jodokus-Pilgerweg zwischen Langenfeld und St. Jost.

2017heiligUm kurz nach 10 Uhr starteten trotz nasskalter Witterung insgesamt 35 Teilnehmer - so viele wie noch nie - am Schützenplatz in Mayen. Zum „warm werden“ führte die Tour von hier zunächst durch das Eiterbachtal gemächlich hinauf nach Kürrenberg, wo Vereinsmitglied und Förster Peter Göke auf ein ersten kühles Getränk einlud. Nach einem Gruppenfoto ging die Fahrt danach durch den Kürrenberger Hinterwald weiter bis zum „Sechskantenstein“ und über die Virneburger Heide hinab ins Tal nach St. Jost.

Nach der Ankunft an der Marienfigur hielten alle Teilnehmer für ein paar Minuten der Ruhe inne und sprachen Fürbitten zur „Schutzpatronin“ des RSC. Eingestimmt auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein fuhr man anschließend gemeinsam zum nahegelegenen Café Bendisberg, wo dank der wie immer großzügigen Einladung von Rolf Schumacher und Bernhard Mauel ein leckeres Mittagessen und Getränke bereits warteten. Für weihnachtliche Stimmung und Gelächter sorgte daneben Thomas Eggen, der als Nikolaus verkleidet den ein oder anderen Spruch auf Lager hatte und lustige Geschenke an „verdiente“ Mitstreiter verteilte.

Am frühen Nachmittag war es dann wieder an der Zeit, aufzubrechen. Entlang der Nitz ging es mit einem weiteren kurzen Getränkestopp in Nitztal gen Heimat. Rechtzeitig zu den Weihnachtsfeierlichkeiten im Kreis der Familie trafen alle Mayener Radsportler wieder zu Hause ein. Auch 2018 wird die Heiligabend-Tour sicherlich wieder fortgeführt, für die Sportler des RSC Mayen geht die Saison allerdings schon bald wieder los. Zwei Gruppen brechen im Februar ins Trainingslager nach Mallorca auf und kurz darauf beginnen auch bereits wieder die ersten Rennen.


Jahresabschlussfeier (02.12.2017)

Pressebericht von Martin Reis

 

RSC Mayen feiert erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte - 1000 Teilnehmer bei Veranstaltungen 2017

Der Radsportclub Eifelland Mayen blickte jetzt im Zuge seiner Jahresabschlussfeier in der Schützenhalle in Kürrenberg auf die zurückliegende Saison zurück und nahm zahlreiche Ehrungen vor. Der RSC-Vorsitzende Martin Reis fasste die positive sportliche Entwicklung in seiner Begrüßungsrede zusammen: „In dieser Saison hätten wir uns Vieles nicht besser wünschen können. Alle vier eigenen Großveranstaltungen, das Mountainbike-Rennen in Kottenheim, die RTF mit Marathon, die Vulkaneifel CTF und das Crossrennen in Kürrenberg, erfreuten sich guter Wetterbedingungen. Daher verzeichneten wir überall sehr gute Starterzahlen, was insgesamt über 1000 Teilnehmer bedeutete. Auch sportlich stimmen uns unsere motivierte Kindergruppe, ein stetiger Mitgliederzuwachs und die herausragenden sportlichen Erfolge unsere Amateur-Rennfahrer mehr als zufrieden. Ich danke daher allen, die diese Entwicklungen möglich gemacht haben, vor allem meinen Vorstandskollegen und den vielen Helferinnen und Helfern bei den Veranstaltungen.“

Ein gutes Abendessen und die zuvorkommende tolle Bewirtung seitens der Kürrenberger Schützen boten die Basis für einen geselligen Abend, der seinen Höhepunkt in zwei kurzweiligen Bild- und Videopräsentationen fand. In gewohnter Top-Qualität hatte Pressewart Martin Schäfer erneut tausende Bilder gesichtet, ausgewählt und so zusammengeschnitten, dass ein großartiger Querschnitt durch das bunte Vereinsleben mit vielen lustigen Momenten zu bewundern war. Breitensportwart Paolo Ferrara hinterlegte dann manche der bildlichen Erinnerungen mit Zahlen und ehrte die erfolgreichen RTFler, von denen der 75-Jährige Wilfried Berger mit beeindruckenden 7900 Kilometern den Wanderpokal mit nach Hause nahm. Auf den Wanderpokalen für die Vereinsmeister verewigten sich Marius Theisen (Jugend/Junioren), Joshua Dohmen (Amateure), Alexander Münch (Senioren 40 bis 59 Jahre) und Martin Ehret (Senioren ab 60 Jahre) und nahmen sie aus den Händen von Sportwart Lukas Geisbüsch entgegen. Beim Nachwuchs siegten Lennon Welsch (U 11), Florian Blum (U 13) und Malte Link (U 15) in den vereinsinternen Wettkämpfen. Als Dank und Anerkennung für verdiente Mitglieder erhielten die Jubilare Wilfried Berger, Engelbert Hallfell, Peter Krechel, Gerhard Müller und Manfred Stein Präsente.

Vor der abschließenden Tombola rekapitulierten Lukas Geisbüsch und Martin Reis noch einmal die tolle Rennsaison und zeichneten die herausragenden Protagonisten mit Prämien aus. Julian Biefang und David Nothnagel gelang dabei jeweils der Klassenaufstieg von der C- in die B-Klasse, Marius Theisen feierte insgesamt fünf Saisonsiege und triumphierte als erster RSCler seit 13 Jahren in der Gesamtwertung der MTB-Winterserie „Bulls-Cup“, Vereinsneuzugang Joshua Dohmen gelang ein hart erkämpfter Klassenerhalt in der B-Klasse und dem Mayener Eigengewächs Max Göke glückte die bisherige Krönung seiner Amateurlaufbahn. Er stieg als erster Eifelländer der Vereinsgeschichte in die höchste deutsche Amateurklasse, die A-Klasse, auf. Entsprechend zuversichtlich blickten die Mayener Radsportler in die kommende Saison, für die bei der traditionellen Heiligabend-Tour der Segen für ein sturzfreies Jahr erbeten wird.


Seniorentour ins Jura (14.-18.06.2017)

Erlebnisbericht von Manfred Stein

 

Die RTF-Gruppe bricht zu einer neuen Tour in die Schweiz auf

Wer denkt bei Rennradfahren schon ans Jura? Für Bergfahrer mit höchsten Erhebungen um 1400/1500m zu wenig hoch, für Flachfahrer zu hügelig. Und wie sprechen die da eigentlich? Französisch, noch Deutsch oder schweizerisch.

Alois, Linus, Martin, Wolfgang und Manfred haben es Juni ausprobiert und schnell gewußt: Da müssen wir im nächsten Jahr wieder hin! Unser Ausgangspunkt war Pontarlier, ein kleines Städtchen im französischen Jura. Von dort aus ging’s auf tägliche Touren, jeweils Runden von plus/minus 100km. Wer’s ruhig angehen will, bleibt auf der französischen Seite und ist schnell auf einsamen, guten kleinen Straßen unterwegs. Schluchten, leichte Anstiege, eine Käserei für die Mittagsrast. Schnell ist der Alltag vergessen.

In südlicher Richtung gelangt man nach wenigen km ins Schweizer Jura. Die Anstiege sind hier anspruchsvoll und meist mit Rampen die auch mal 16% Steigung haben können und erst nach einer ordentlichen Wegstrecke zu Ende sind. Oben angekommen belohnen herrliche Ausblicke über den Lac de Neuchatel die Mühe. Bei guter Sicht kann man in der Ferne den Mont Blanc ausmachen. Westlich von Pontarlier fährt man anfangs ruhig durch anfangs grüne Weiden, vorbei an Seen, bevor die Landschaft schroffer wird und die Anstiege nennenswert. Von hier aus erstreckt sich das Jura südwestlich Richtung Genf. Die Landschaft dort wird felsiger beschrieben und macht uns Appetit auf eine weitere Reise in diese herrliche europäische Landschaft.


Alpencross (02.12.2017)

Bericht von Alexander Münch und Marius Theisen

 

Von Mayen zum Gardasee - 1000 Km in 10 Tagen

Die von unserer sechsköpfigen Gruppe geplante Sommertour sollte dieses Jahr von Garmisch-Partenkirchen über die Alpen zum rund 400 km entfernten Gardasee führen. Während der Tourenplanung kam uns beiden plötzlich die verrückte Idee doch direkt von Mayen aus zu starten. Die Anfahrt wäre zwar 600 km lang, aber gegenüber der Alpenüberquerung mit ihren mehr als 10.000 hm schließlich eher flach.

Gesagt, getan. So starteten wir zu zweit zur ersten Etappe nach Mainz - auf Grund von fehlendem Urlaub direkt nach Feierabend.

Die ersten 130 km führten uns über den Maifeldradweg nach Münstermaifeld. Von dort aus ging es das bekannte Schrumpftal hinab, bis wir in Löf die Mosel überquerten und anschließend über den Hunsrück an den Rhein fuhren, dem wir bis Mainz ja nur noch entgegen fahren mussten. Während der Fahrt am Rhein entlang, lernten wir einen Radfahrer aus den Niederlanden kennen, der nach Innsbruck wollte. Bis Mainz fuhren wir nun zu dritt, in Begleitung des netten Holländers.

Am späten Nachmittag machten wir kurz Halt, um in der Mainzer Jugendherberge anzurufen, da wir merkten, dass wir dort nicht rechtzeitig ankommen würden. In den meisten Jugendherbergen ist bis18 Uhr Check in. Wir waren doch etwas zu spät losgefahren. Diese Anrufe in den Jugendherbergen wurden bis Garmisch Tradition. Mal hatten wir uns verfahren, ein anderes Mal einen Plattfuss oder es kam ein See dazwischen, der einfach zu schön war, um daran vorbei zu fahren. Wir schafften es nie rechtzeitig bis 18 Uhr – gute Planung hin oder her.

Zweiter Tag, zweite Etappe. Diese sollte dann auch die längste werden – 195 km von Mainz bis Stuttgart. In Mannheim bescherte uns anhaltender Regen eine längere Mittagspause. Der Imbiss, den wir aufsuchten, war speziell. Wir hatten die Wahl zwischen Spagetti Napoli oder Spaghetti mit vegetarischer Sauce. Den Unterschied konnte uns dort niemand erklären. Vermutlich hatte jemand die Napolisauce mit Fleischtomaten gekocht... ;-)

Einige Kilometer hinter Mannheim verließen wir den Rhein in Richtung Osten. Auf dem restlichen Weg nach Stuttgart besserte sich das Wetter wieder. Im Stuttgarter Stadtpark angekommen, waren die alten, großen Ahornbäume sehr beeindruckend. Aber uns blieb nur wenig Zeit diesen Anblick zu genießen. Durch die verlängerte Mittagspause in Mannheim waren wir erneut zu spät dran. Unsere Unterkunft lag auf einem Berg mit Blick über die Großstadt. Die vermeintlich letzten Meter führten eine lange Treppe hinauf. Zielsprint: Mit geschulterten Fahrräder sprinteten wir nebeneinander die Stufen hoch – unter den Blicken einiger irritiert schauender Passanten. Oben angekommen mussten wir dann aber doch noch einige Meter fahren. Als wir in der Jugendherberge eintrafen, war die Küche bereits geschlossen. Doch dieses Mal hatten wir Glück. Der freundliche Koch bot uns noch etwas zu essen an.

Zum Abschluss des Tages zogen wir uns noch ein U-Bahn Ticket und sahen uns die Innenstadt an.

Am dritten Tag starteten wir in Stuttgart bei sehr schönem Wetter in Richtung Memmingen. Wir hatten die Hoffnung heute unsere ca. 170 km entfernte Unterkunft pünktlich zu erreichen. Diese Hoffnung zerfiel jedoch an einem Berg hinter Neidlingen, als die Navis uns abseits jeglicher Wege eine Felswand hochschicken wollten. Beim dritten Anlauf fanden wir einen Weg, der zwar aufgrund umgefallener Bäume gesperrt war, was uns aber nicht mehr davon abhalten konnte, die 300 hm auf diesem Weg hinter uns zu bringen. Die Irrfahrt bescherte uns neben zusätzlichen Kilometern und Höhenmetern auch eine sehr schöne Pause am Besucherbergwerk Heimensteinhöhle. Von dort aus ging es auf Waldwegen hinab ins Illertal an der Iller entlang bis zum Zielort Ottobeuren bei Memmingen.

Der darauf folgende vierte Tag, sollte schon der letzte Tag der Anreise sein und die ersten größeren Berge am Horizont auftauchen lassen. Nach einem kleineren Abstecher an den Forggensee, um sich Neuschwanstein anzusehen, trafen wir in Garmisch auf den Rest der Truppe. Wir aßen gemeinsam zu Abend und feierten mit Blick auf die Zugspitze bis in den späten Abend.

Die Alpenüberquerung startete dann am 5. Tag in Garmisch-Partenkirchen. Am türkis-blauen Eibsee vorbei, ging es über die österreichische Grenze. Nach der ersten längeren, rasanten Abfahrt hatten wir mit einer gebrochenen Speiche auch schon den ersten Defekt zu verzeichnen, was uns jedoch nicht daran hinderte den Fernpass hinter uns zu bringen und das Ziel Imsterberg zu erreichen.

Tag 6 begann regnerisch und kalt, führte uns über rutschige Wurzeltrails und nasse Radwege am Fluss Inn entlang. Nach dem Bezwingen der Norbertshöhe (1.405 m ü. NN) endete er genau so regnerisch und kalt in Nauders wie er am Morgen begonnen hatte. Zwischen drin gab es zu allem Überfluss noch einen Kettenriss. Die Stimmung war am Boden. Nach dem Abendessen gönnten wir uns Österreichs größtes Schnitzel zum Nachtisch, was die Stimmung wieder deutlich verbesserte.

Am 7. Tag erreichten wir nach dem Start im österreichischen Nauders und einer weiteren Überquerung der Norbertshöhe wieder schweizerisches Hoheitsgebiet. Die landschaftlich unglaublich beeindruckende Uina Schlucht führte uns auf in den Fels geschlagenen Wander- und Kletterpfaden, die teilweise durch den Berg führten, auf ein überwältigendes Hochplateau, welches auf knapp 2300 m ü. NN liegt. Die Landschaft jenseits der Baumgrenze empfanden wir als sehr gigantisch. Nach einer Einkehr und Rast in der dort oben liegenden Sesvennahütte, die sich bereits in „Bella Italia“ befindet, begaben wir uns auf die sehr lange, rasante Abfahrt ins Tal nach Glurns am Fuße des Stilfser Joch. Die ca. 15°C Temperaturunterschied zwischen der Sesvennahütte und dem Tal merkte man auf jedem Meter, den man tiefer kam. Nach den hinter uns liegenden Strapazen hatten wir uns die erste italienische Pizza redlich verdient.

Wir starteten den 8. Tag mit hohem Tempo. Die ersten ca. 50 km gingen am Fluss Etsch entlang, bevor wir dann rechts abbogen und den Berg hinauf zur auf 1.922 m ü. NN liegenden Naturnser Alm fuhren. Diese lud zu einem leckeren Kaiserschmarrn ein. Ausgeruht führte uns unser Weg weiter zum Vigiljoch, auf dessen Hütte wir auf 1.747 m ü. NN. übernachteten. Einige Kickerpartien rundeten den Abend ab.

Den vorletzten Tag begannen wir von der Hütte aus startend über hochalpine Singletrails, die es in sich hatten und uns ab und zu auch mal zum Absteigen zwangen. Auf diesem schönen und sehr anstrengenden Weg tauchte, wie aus dem Nichts, ein kleiner Sonnenschirm mit darunter gekühlten Getränken auf. Ein Almbewohner hatte diese zur Selbstbedienung für vorbeiirrende Mountainbiker und Wanderer aufgebaut. Nach einer kurzen Erfrischungspause fuhren wir weiter hinab zum Fuße des Rabbi Jochs. Und wieder galt es bis zum nächsten Kaiserschmarrn mehr als 1.000 hm am Stück zu bezwingen, was wir mit dem Überqueren des Passo Rabbi 2.460 m ü. NN und dem Erreichen der Hütte dahinter geschafft hatten. Nach der dortigen Rast fuhren wir auf einem sehr flowigen Singletrail weiter in Richtung Tagesziel nach Dimaro.

Der die Tour abschließende 10. Tag sollte es nochmal in sich haben. Von Dimaro aus fuhren wir durch ein Flusstal nach Madonna di Campiglio, welches sich noch ca. 60 km nördlich vom Gardasee befindet. Auf unserem Weg in Richtung Süden begleitete uns der Ausblick auf die Bergmassive der Brentagruppe. Wir legten nochmal eine kurze Badepause im Lago d' Agola ein, bevor wir wieder den nächsten und vorletzten Pass hinauffuhren. Der letzte Pass, der Passo del Ballino, war mit seinen 750 m ü. NN eher flach, bevor es dann mit vollem Tempo hinunter an den Gardasee ging. Dort angekommen durften zur Feier der gelungenen Alpenüberquerung der Sprung in den See und natürlich auch ein Bier nicht fehlen.


Acht-Mündungen-Flusstour (15.10.2017)

Pressebericht von Martin Reis

 

Draisinenfahrt fordert Mayener Radsportler

Die traditionelle Sommertour des Radsportclubs Eifelland wich in diesem Jahr etwas von der bewährten „Ein-Fluss-Politik“ ab und führte die Teilnehmer an insgesamt acht Mündungen heimatnaher Flüsse. Nach den Unternehmungen in jüngerer Vergangenheit u.a. an die Spree, an den Main, an die Isar und an den Alpenrhein orientierten sich die Mayener um ihren Organisator Thomas Eggen nun in der eigenen Umgebung. Vom Start in Prüm radelte die Truppe über Trier und Saarbrücken quer durch Rheinland-Pfalz mit kurzen Abstechern nach Luxemburg, Frankreich und ins Saarland.

Für die beiden Tourenplaner Thomas Eggen und Gerhard Müller wird es zunehmend schwieriger, weitere durch den RSC unbefahrene Flüsse zu finden, schließlich wurden seit 2000 schon viele Flüße erfolgreich durch die Eifelländer „erfahren“. Unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, startete man daher in diesem Jahr nach kurzer Busfahrt im Eifelstädtchen Prüm. Schon auf der ersten Etappe durch die schöne Landschaft der Südeifel standen mit Enz, Prüm und Sauer drei der insgesamt acht Mündungen auf dem Tagesprogramm. Zur Mittagsrast gab es dabei eine Überraschung, schließlich wissen die wenigsten, dass in der Eifel Hopfen angebaut wird. Genauer gesagt in der günstigen Lage im Prümtal bei Holsthum, wo die RSCler bei Hopfenbauer Dick eine Betriebsführung und allerlei Wissenswertes über Tradition und Kultur des Brauens lernten. Anschließend überzeugten sie sich selbstverständlich von der fachmännischen Verarbeitung des „Grünen Goldes“. Auch an den kommenden Tagen bemühten sich die Eifelländer um weitere ähnliche Produktverkostungen, um das Gelernte zu verinnerlichen. Um trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren, konnte schon wenige Kilometer weiter eine Abkühlung in den Irreler Wasserfällen genossen werden. Auf den letzten Metern zum Etappenziel nach Trier rückte dann die römische Geschichte in den Vordergrund. Nach kurzer Rast an der Igeler Säule, einem großen oberirdischen Römergrab, erreichte die Gruppe die Porta Nigra und damit das Tagesziel in der ältesten Stadt Deutschlands.

Etappe Zwei brachte die Radsportler nach wenigen Moselkilometern an die Saarmündung in Konz, von wo man flussaufwärts über die malerische Altstadt Saarburgs zur berühmten Saarschleife bei Orscholz fuhr. Nach der Bewunderung aus der Vogelperspektive und demobligatorischem Foto, stürzten sich die RSCler in steiler Abfahrt bei Höchstgeschwindigkeiten Richtung Fluss, um die Saarschleife auch fahrend zu erleben. Typische saarländische Lyonerpfannen brachten die nach den vielen Höhenmetern etwas ausgelaugten Radler bei der Mittagspause in Merzig wieder zu Kräften. Derart gestärkt stellte die weitere Strecke über Saarlouis und vorbei am Weltkulturerbe Völklinger Hütte in die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken kein Problem mehr dar. Dem weiteren Verlauf der Saar folgend rollte man zeitweise über französischen Boden zur Bliesmündung in Saargemünd. Hier wandten sich die Eifelländer von der Saar ab und folgten fortan dem Flüsschen Blies. Die Fahrt führte durch den Archäologiepark Bliesbrück, zu den Schlossberghöhlen in Homburg und schließlich entlang des Glans zum Tagesziel nach Blaubach.

Nachdem in den letzten Jahren sporadische maritime Einsätze auf dem Programm standen, sorgte Organisator Thomas Eggen auch dieses Mal mit einem Wechsel des Sportgerätes für Abwechslung. So bestiegen die Radsportler in Lauterecken sechs Draisinen und machten sich mit kühler Flüssigverpflegung an das unerwartet anstrengende Werk. Gute Stimmung war garantiert und auch der sportliche Ehrgeiz erwachte bei mehreren wilden Jagden, allein die anvisierten Überholmanöver verliefen sämtlich im Sande, müsste man dafür doch die Draisine von den Schienen heben und vor dem zu Überholenden wieder aufsetzen. Im Ziel an der Glanmündung in Staudernheim war man sich dennoch schnell einig: Ein paar technische Veränderungen, sportlichere Sättel, eine größere Übersetzung und mehr Stauraum für etwaigen Proviant, und der Gründung des 1. DSC Mayen (Draisinensportclub) sollte nichts mehr im Wege stehen.

Noch etwas euphorisiert fiel der Umstieg auf die gewohnten Fahrräder etwas schwer und so kam der Abstecher über die extrem steile Straße hinauf auf den Rotenfels gerade recht. Der tolle Ausblick auf Bad Münster am Stein und die Nahe entschädigte für alle vorherigen Mühen. Durch Bad Kreuznach radelten die Mayener weiter zur Nahemündung am sog. „kleinen Deutschen Eck“ in Bingen und setzten anschließend per Rheinfähre zum Tagesziel nach Rüdesheim über. Hier erwartete die Mayener die einzige kleinere Enttäuschung der Tour: Das erhoffte und berühmte Rüdesheimer Nachtleben erschien den RSClern nur noch als Schatten seiner selbst. Trotzdem verlebte man auch hier einen schönen Abend und freute sich auf die Schlussetappe durch das Mittelrheintal nach Lahnstein. Als letzte größere Anstrengung stand zum Start der Anstieg zum Niederwalddenkmal auf dem Programm. Zur Belohnung konnte man vor dem Eintreffen der ersten Gondelfahrer die tolle Aussicht exklusiv genießen. Dem Gang durch die stockfinstere „Zauberhöhle“ und der Abfahrt nach Assmannshausen folgten die letzten der insgesamt rund 480 Tourenkilometer. Dabei begleiteten die zahllosen eindrucksvollen Burgen des geschichtsträchtigen Mittelrheintals die RSCler bei ihrer Fahrt bis zur Lahnmündung und dem Ziel „Maximilians Brauwiesen“ in Lahnstein. Schon während der abschließenden Zugfahrt nach Mayen ließ man das erlebte Revue passieren und schmiedete erste Pläne für 2018.


Berichte-Archiv

In Kürze erscheinen hier weitere Berichte aus der Vergangenheit.