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Dolomitentour Martin Ehret & Manfred Stein (30.8. bis 6.9.2015)

Blöd das wir genau am Tag des Stadtrennen zum 50 jährigen Vereinsbestehen des RSC nicht dabei sind. Der 30.8.2015 ist der schon lange geplante Anreisetag für eine wirklich klasse Dolomitentour.

Schon die Anreise läßt genügend Platz zur Vorfreude, wegen etlicher Staus sind wir mehr als 13 Stunden unterwegs. Am Abend erreichen wir Feltre (300m) , unser Quartier für die nächsten Tage. Schön gelegen in der Regione del Veneto am Südrand der Dolomiten.

1.9.: Am Morgen schon strahlende Sonne, blauer Himmel und kein Wölkchen am Himmel. Für das Einrollen in die italienische Verkehrsmentalität wählen wir eine Landstrasse in Richtung Osten. In schneller Fahrt erreichen wir bald Belluno (385m), eine wunderschöne italienische Kleinstadt mit Flair. Dann nach Norden in Richtung Dolomiten ins 611m hoch gelegene Agordo. Supermarkt, Verpflegung und es geht eine meist im Wald verlaufende kleine Serpentinenstrasse nach oben bis Cosaldo (..). 15dolomiten1Oben angekommen bleibt nur der Weg nach unten. Es geht steil und schnell ins Tal wo wir nach kurzer Zeit den Lago d Mis erreichen. Ein in den Fels gegrabener Wasserfall läßt erahnen welch Getöse hier nach der Schneeschmelze im Frühjahr zu hören ist. Im Moment blättschert er eher ruhig daher. Die weitere Fahrt geht entlang des Parco Nationale delle Dolomiti Bellunesi mit vielen kleinen Steigungen von Bergdorf zu Bergdorf zurück nach Feltre.

2.9. Wenn der Wetterbericht recht hat ist heute schon unser letzter Radeltag. Ab Mittag wird’s kühler, abends Regen und ab Mittwoch Unwetter. Wie sich schnell herausstellt, haben die Italiener das Wetter falsch vorhergesagt…also wieder Sonne, fast zu heiß für den Monte Grappa. Um den Anstieg pünktlich zur Mittagshitze beginnen zu können, planen wir eine recht lange Anfahrt über Pederobba (..) ein. Von Pederobba geht’s nach Westen, entlang der Berge aus denen sich der Monte Grappa als recht kahler Gipfel (1775m) heraushebt. Keine extreme Höhe. Interessant wird es weil Bassano del Grappa als Ausgangsort für den Aufstieg gerade mal in einer Höhe von 129m liegt. Die gut 1650 Höhenmeter dazwischen bezwingt man auf etlichen Kurven, meist von prallen Sonne verwöhnt. Etwa auf halber Höhe Colapause auf einem Berggasthof. Die letzten Kilometer ziehen sich dann mächtig, obwohl oder gerade weil man den Gipfel zum Greifen nahe vor sich sieht. Der Dunst in der Ferne verhindert den bei klarer Fernsicht möglichen Blick bis hin nach Venedig.

Zurück geht`s dann nordöstlich über die Höhen der Dolomitenausläufer bevor es teils steil nach unten Richtung Feltre geht. Abends dann Pasta und weil`s heute passt auch einen Grappa danach.

3.9. Laut Wetterbericht können wir heute ausschlafen, Regen und Unwetter sind schon für den Morgen vorausgesagt. Tatsächlich aber trocken und sogar Sonne am Himmel. Also Frühstück und losradeln. Diesmal in westliche Richtung nach Fonzaso und über Lamon hoch nach Castello Tesino. Castello ist ein kleiner Bergort , 871 hoch. Im Ort geschäftiges Treiben, eine Kneipe, ein kleiner Lebensmittelmarkt, gerade recht für 2. Frühstück. Plötzlich dann sollte der Wetterbericht doch noch wahr werden. Bei der Ausfahrt aus dem Ort dann (wir überlegen noch und diskutieren ob wir weiter hoch fahren) der erste Regen und Gewitter. Martin läßt sich dann etwas widerwillig zu der Fahrt nach unten ins Tal überreden. Irgendwo auf den in den Fels gehauenen Serpentinenstrassen nach unten erwischt uns der Regen dann mit voller Wucht. Rückfahrt nach Feltre.
Abends, das Wetter war wieder okay, nach Bassano del Grappa. Das timing war perfekt. 15dolomiten2Bassano del Grappa hat eine wirklich extrem schönen Altstadt, elegante Läden und wie Florenz eine Ponte Vecchio. Alles macht einen ziemlich wohlhabenden Eindruck. An einer Ecke dann wenige historische Fahrräder, kleine Stände mit Ersatzteilen und klassischen Stahlrahmen und um die Ecke kommt ein zeitrichtig zu seinem historischen Rad bekleideter Radler. Es dauerte nur kurz und eine unübersehbare Anzahl an Rädern, Radlern und Radlerinnen hatten sich versammelt. Durch die Menge dann Kellner mit Bieren und Kleinigkeiten zum Essen. Die Zeit bis zum Start eines Radrennen mit historischen Rädern durch die Altstadt verging wie im Flug. Alles wirkte improvisiert und funktionierte italienisch grandios.

4.9. Inzwischen haben wir es gelernt. In Italien gibt es einen Wetterbericht und zeitgleich ein Wetter, welches seinen eigenen Kopf hat und sich nicht um den Bericht dazu schert. Am Morgen dann Besuch bei Dario Pegoretti. Dario hat mir vor einigen Jahren einen Rennradrahmen gebaut und will uns seine etwas kaotisch wirkende Werkstatt vorführen. Zusammen mit 3 Mitarbeitern fertigt Dario hier jedes Jahr eine kleine Anzahl Stahlrahmen. Zum Abschied läßt sich Dario dann noch unsere geplante Tour beschreiben und gibt uns Tips. Von Caldonazzo (480m, 20km westlich von Trento) geht es dann entlang des Lago Caldonazzo rauf auf die Lavarone Hochebene. Oben dann lange Fahrt über die hügelige Hochebene bis nach Asiago (999m). Zurück dann weiter zum Val di Astico, das nur über eine steil abfallende schmale Bergstrasse zu erreichen ist. Dann die erste Sicht auf Pedescala (300m), eine wirkliche Aufsicht fast senkrecht nach unten. Bevor wir wieder in Caldonazzo ankommen führt uns der Weg durchs Tal entlang des Torrente Astico. Kurz vor dem Ziel, der Torrente sprudelt nur noch dünn aus dem Fels, der sich vor uns als 1000m hohe Hürde aufgestellt hat. Also nochmal hoch und zum Abschluß eine wunderschöne Abfahrt in Tal.15dolomiten3 Den ganzen Tag schon hat Martin Geburtstag und muß sich (statt zuhause im Sessel Gratulanten zu empfangen) mit den Bergen und mir rumschlagen. Sein Wunsch ist offenbar auch für Freitag Sonnenschein.

Freitag der 5.9. Martins Wunsch wurde vom Wettergott erhört. Schon früh am Morgen gaben die Wolken den Himmel frei und die Sonne verspricht „Postkartenwetter“. Also fahren wir dorthin wo`s auch die passenden Motive dazu gibt, nach Arabba. Kenner wissen, das Arabba tief unten in dem Tal liegt, aus dem die schönste Ausfahrt nach oben über den Pordoi geht. Zeitgleich mit uns kommen noch einige Dutzend wunderschön restaurierte Alfa Romeo Montreal auf die Idee zur Fahrt nach oben. Dass es sich bei den Fahrern um echte Alfisti handelt, dokumentieren sie dadurch, dass die Truppe neben modernen Begleitfahrzeugen auch Abschlepp- und Werkzeugwagen dabei hat. Immerhin sind die Alfisti schneller als wir, so haben wir den Benzingeruch schnell aus der Nase und können uns auf`s Bergradeln konzentrieren. Oben dann Knödelsuppe, die uns auch bei der folgenden Abfahrt noch etwas Wärme von innen geben soll. Wer die Gegend kennt, weiss dass auf die Abfahrt vom Pordoi die Auffahrt zum Passo di Sella und auf die Abfahrt von da runter die Auffahrt zum Passo di Gardena folgt. Vor uns dann eine Gruppe Rennradler, die sich beim Überholen als Holländer outen und meinten „Holländer sind aber auf der Ebene stark“. Nach Fotoshooting oben , die Abfahrt auf breiter Strasse runter nach Corvara. Über den Passo di Campolongo machten wir die Sella Ronda dann komplett.

6.9. Heimfahrt. Viel zu lange, gespickt mit Baustellen und Stau….oder positiv ausgedrückt. „genügend Zeit um gedanklich noch einmal eine schöne Woche vorbeiziehen zu lassen“.

Mit Vorfreude auf die vielen Berge die es noch zu beradeln gibt, und mit Dank an Martin für die schönen Tage,

Manfred Stein

 

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