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"Bodensee-Seniorentour & Säntis Classic" (03.-07. Juni)

Zieleinfahrt in Weinfelden, Schweiz. Es ist Sonntag, der 7. Juni 2015. Für Alois, Andreas, Martin, Linus, Wolfgang und Manfred geht damit eine der schönsten Touren zu Ende, die wir in den vergangenen Jahren erleben durften...

Fast hätte man glauben können, der Wettergott wolle sein schlechtes Gewissen bereinigen. In den letzten Jahren hatten wir zweimal ziemliches Pech mit dem Wetter. Schon auf der Hinfahrt nach Lindau, von wo aus wir die nächsten Tage unsere Touren starten sollten, werden wir von der Sonne verwöhnt. Wolfgang war schon vorher optimistisch und hatte für den Anreisetag eine Einrollrunde geplant. Die ist dann nur 40 km lang, führt uns aber von Lindau aus gleich hoch hinaus auf den "Pfänder" (1062m). Unten vom See aus sieht der wie ein kleiner Hügel aus. Die Straße von der Seeseite nach oben hat aber mächtig Steigung. So dauert es nicht lange und unsere 6er-Gruppe spaltet sich in Einzelkämpfer. 15senior1Oben angekommen, gibt's den verdienten Blick über den Bodensee, ein kühles (alkoholfreies) Bier und den Ausblick auf den alles überblickenden "Säntis" südlich auf Schweizer Gebiet. Wir fahren in nördlicher Richtung runter vom Pfänder und zurück nach Lindau.

Am 2. Tag führt Wolfgang uns ins Allgäu, genauer nach Immenstadt. Sanfte Hügel, kurze steile Anstiege, wunderbare Landschaften und in jedem Dorf die an Fronleichnam übliche Prozession in Trachten und mit Blasmusik. Alois nutzt die Fahrt nach Immenstadt und versteht es trefflich die Tour zu modifizieren. „In südlicher Richtung muss es einen kleinen Pass geben, kaum ein Umweg, schnell zu erreichen und sicher würde uns der Riedbergpass gefallen.“ Während der Mittagspause rückt er dann mit Prozentangaben zur Steigung heraus, Karten werden gesichtet... dann geht's, teils wiederwillig, schon mal in die Richtung. Einheimische, die es wissen müssen, raten uns ab und nennen Alternativen. Am Einstieg zum Riedbergpass angekommen, dann nach kurzer Diskussion das "go" für die Durchfahrt eines kurzen Tunnels nach dem es dann kein Zurück mehr gibt. Bevor wir überlegen können, biegt sich die Straße nach oben und verharrt so, bei 16% Steigung angekommen, für die nächsten 4 km. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Absteigen, oder doch noch `ne Kurve durchhalten? Aber wie fährt man in 16% Steigung wieder an? Also doch durch... dann irgendwann nach 4km wird es der Straße offenbar selbst zu viel, die Steigung lässt für wenige hundert Meter nach, dann wieder für weitere km nach oben. Wegen der Aussicht hätten wir nicht hoch gemusst. Der Riedbergpass gilt zwar mit seine 1420m als höchster deutscher Pass, außer einem Schild darf man aber nur Baukontainer bewundern. Die Abfahrt dann grandios über gut ausgebaute Straßen. Fahrtwind und Aussicht lassen die Strapazen des Aufstiegs schnell vergessen. Irgendwann stand dann Bregenz auf dem Ortschild.

Am 3. Tag dann Rheintal nach Süden, Rollen lassen, keine Anstiege, den Wind von hinten... Irgendwann kam Lichtenstein. Kleine Runde und zurück. Der Wind wollte weiter nach Süden, bot uns also in nördlicher Richtung den nötigen Widerstand für Ausdauertraining. Zurück lud ein kleiner Strand in Bregenz zum Sprung in den See ein, wer wollte konnte also `ne Runde schwimmen. Also raus auf den See, einem wunderschönen Sonnenuntergang hinterher.

Tag 4.: Wenn man am Bodensee ist, muss man auch drum herum fahren! Doch schon beim Frühstück Planänderung. Den See kennen wir schon..., wenn man die Hügel so nah hat sollten wir lieber dahin, wo auch die Luft besser ist. Der Kompromiss geht am See entlang in die Schweiz, dann über kleine Straßen ins Schweizer Hinterland, Richtung Appenzeller Land. Hier bekommen wir schon mal einen Vorgeschmack auf unsere schon lange geplante Säntis Classic Rundfahrt. 15senior2Dafür hatten wir uns schon im Vorfeld angemeldet. Pause in St. Gallen, bevor wir wieder Richtung See den Heimweg ankurbeln. Der See ist noch da, also auch diesmal wieder die Option zum Schwimmen und Erholen.

Tag 5, Sonntag. Bis zum Startpunkt der Säntis Classic benötigen wir von Lindau 90 Autominuten. Im Hotel müssen wir früh raus. Der See liegt noch beschaulich da, als wir uns um 6 Uhr in der Früh auf den Weg in die Schweiz machen. Angekommen in Weinfelden (ca. 20km südlich von Konstanz auf Schweizer Seite), dürfen wir schon beim Parken die vielen fleißigen Schweizer Hände erleben, die diesen Tag zu einem perfekten Erlebnis für (wie sich später herausstellte) mehr als 2000 Starter werden lassen. Die Säntis Classic ist weit über die Region hinaus bekannt, entsprechend reisen viele Fahrer von weit her an. Räder montiert und ab zum Start. Startvorbereitungen. Das Wetter wieder perfekt. Gruppenfoto. Und los. Die ersten Kilometer geht`s schon ziemlich zur Sache. Welliges Gelände, manch kleiner Hügel. Die Landschaft herrlich und in der Ferne ist schon bald der noch schneebedeckte Gipfel des Säntis (2502m) zu sehen. Die Fahrt bleibt schnell. Dank vieler helfender Hände wird der Autoverkehr an Kreuzungen und in Ortschaften einfach für uns angehalten, heute haben Rennradler freie Fahrt. Unser Ziel heißt Schwägalp (1300m), zu der der eigentliche Anstieg nach einer Kontrolle bei km 50 beginnt. Zunächst sanfte Anstiege, bevor es "gschmeidig" nach oben geht. Die Schwägalp liegt direkt am Fusse des beeindruckenden Säntis Massiv. Bis dort hinauf sind viele Höhenmeter zu überwinden, die Strasse zieht sich. Der letzte Kilometer vor der Bergankunft wird dann hektisch. Anfeuernde Zuschauer hinter Absprerrungen am Straßenrand, Musik, das Ziel in Sicht, Verpflegung, Obst und Getränke ohne Ende.

Nach der Verpflegung dann eine wunderbare Abfahrt. Wir verlieren die mühsam erkämpften Höhenmetern wie im Flug. Bis zurück nach Weinfelden erwarten uns doch noch eine Menge kleiner Anstiege. 20km vor dem Ziel dann die letzte Kontrolle mit willkommener Gelegenheit zur Abkühlung mit Dusche aus dem Gartenschlauch. Mit der Zieleinfahrt in Weinfelden fällt die Anspannung ab. Hunderte glücklicher Rennradler im Zielbereich, Trubel, ein gutes Essen und kühles (alkoholfreies!) Bier machen daraus einen wundervollen Abschluss unserer diesjährigen Seniorentour.

Manfred Stein

 

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