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Mendig-Budel 2011

02.07.2011: Zeitungsbericht

Traditionell organisiert „Stichting Wieler Activiteiten Cranendonck“ (SWAC), dieses Jahr mit 46 Helfern an der Strecke, am ersten Samstag im Juli eine Radfernfahrt von Mendig ins holländische Budel. Zu der 16. Austragung in diesem Jahr fanden sich um 8 Uhr 217 Fahrer aus Holland, Belgien, Deutschland und sogar Österreich vor der Laacher See-Halle in Mendig ein.

Auf der Distanz von 230 Kilometern führt der Weg über zahlreiche steile Anstiege der Eifel, unter anderem vorbei an der Hohen Acht und später durch den Naturpark Hohes Venn. Das Höhenprofil schlägt mit zunehmender Dauer immer weniger aus und schließlich gilt es noch knapp 100 Kilometer durch das deutsche und später niederländische Flachland unter die Räder zu nehmen, bis nach der Überquerung der Maas die nahe Eindhoven gelegene Gemeinde Budel schließlich erreicht ist. Unterwegs gibt es für die Fahrer notwendige Stärkung an den Verpflegungstellen in Tondorf, Luchem und an der Deutsch-Niederländischen Grenze in Waldfeucht.

Von deutscher Seite waren Sportler des RSC Eifelland Mayen, des SV Alzheim, des VfB Polch und der Radsportfreunde Brohltal mit von der Partie. Als der Startschuss in Mendig fiel und die Zweiradkolonne sich in Richtung Bell in Bewegung setzte, fand man ganz unterschiedliche Zielsetzungen unter den Fahrern. Einige wollten in der Spitzengruppe fahren, andere ihre persönliche Bestzeit setzen, wieder andere die Tour einfach genießen und für einige sollte sie einfach die Verwirklichung des Traums sein, einmal mit dem Rad über 200 Kilometer zurückzulegen.

Die Wetterbedingungen waren für alle diese Vorhaben günstig, schließlich war es nicht zu heiß und nicht zu kalt und auch der Wind blies überwiegend in den Rücken. Spätestens am ersten schweren Anstieg nach Langscheid hinauf riss das Feld deutlich auseinander und eine 15-köpfige Spitzengruppe setzte sich ab. Diese sollte bis zum Ziel Bestand habe. Neben den Fahrern des RSC Mayen Markus Risse und Max Göke waren auch Alexander Eggers und Christian Lentz (beide vom VfB Polch) dabei. In der Spitze wird die Fernfahrt ähnlich einem Rennen bestritten und jeder möchte als erster Budel erreichen. Dies gelang schließlich dem 21-jährigen Polcher Alexander Eggers, der sich kurz vor Schluss aus der Gruppe lösen konnte und schließlich alleine auf das Podest auf dem Marktplatz von Budel fuhr. Hier nahm er freudestrahlend den „Norbert-Geilen-Gedächtnis-Pokal“ in Empfang. Namensgeber Norbert Geilen (vom RSF Brohltal) verstarb im vergangenen Jahr nach schwerer Krankheit. Er setzte sich über 10 Jahre für die Fernfahrt ein, intensivierte und pflegte die Verbindung von Holland nach Deutschland. Alexander Eggers und die Spitzengruppe erreichten nach deutlich unter 7 Stunden Fahrzeit unter großem Applaus kurz vor 15:00 Uhr das Ziel. Stärkste Mannschaft war wieder einmal das Team „Zwoegers“ aus den Niederlanden.

Es sollte noch über 4 Stunden dauern, bis auch die letzten Budel mit gleichem Beifall und der Gratulation zu dem Geleisteten erreichten. Wie immer war in Budel annähernd der ganze Ort auf den Beinen und die Niederländer bereiteten allen Ankömmlingen einen wunderbaren Empfang. So feierte man zusammen bis in den Abend hinein, bevor es für die deutschen Sportler per Bus zurück in die Heimat ging. Auch die „Rote Laterne“ sollte mit auf die Heimreise in die Eifel gehen. Der Alzheimer Uli Bechthold hatte Pech bei einem technischen Defekt schon nach 25 Kilometern und verlor dabei viel Zeit, gab aber nicht auf und erreichte schließlich als letzter das Ziel.


Persönlicher Bericht von Jens Bous: Kampf an der Spitze der Fernfahrt in die Niederlande

Nach eindeutig zu wenig Vorbereitung und Training stand ich trotzdem am 02. Juli in Mendig am Start der Fernfahrt nach Budel. Auf uns warteten 236 km, die zumindest auf den ersten 100 km mit einigen Höhenmetern aufwarteten. Ziel war es dieses Jahr mit vier Vereinskameraden (Martin Reis, Martin Schäfer, Max Göke und Jens Bous) das Rennen in der Spitzengruppe zu beenden. Dementsprechend hoch war meine Nervosität und auch die Angst, es nicht zu schaffen. Vom Start an wurde sofort ein hohes Tempo gefahren, wir sind aber alle vier wirklich gut mit über die ersten Hügel gekommen. Auf der ersten Abfahrt, dem Heuweg, haben wir uns dann wieder von den vorderen Positionen verabschiedet, um im Windschatten der Gruppe durchs Nettetal zu rollen. Dies funktionierte tadellos. 11budel1Meine Beine fühlten sich entgegen meiner Erwartung erstaunlich gut an und ich war sehr zuversichtlich, es auch auf den Scharfrichter hinauf nach Langscheid noch in der Gruppe zu schaffen. Auf den Ratschlag von Max sind wir dann auch mit als erste in den Anstieg eingebogen und haben diese Positionen auch nicht mehr abgegeben bis zum "Gipfel".

Am Ortseingang Langscheid wurden wir von Alwin Hallfell, Thomas Eggen und Rolf Schuhmacher begeistert empfangen und angefeuert. Auch den anschließenden Anstieg zum "Col de Chef" fuhren wir an den ersten Positionen, oben angekommen wurde ich dann von meinen Kameraden gelobt und gratuliert, weil ich es bis dorthin noch nie in der Spitzengruppe geschafft habe. Ich war wirklich positiv überrascht und sehr zufrieden. Auf der Abfahrt nach Adenau hatte sich wieder eine relativ große Gruppe gefunden, mit der es dann auf die nächsten Kilometer in Richtung der ersten Kontrolle in Tondorf ging. Dort angekommen habe ich mir den Tipp von Martin Reis zu Herzen genommen und Eile walten lassen. Der Aufenthalt reichte gerade so um die Flasche auffüllen zu lassen, eine Waffel zu essen, eine zweite in die Trikottasche zu stopfen und die Toilette aufzusuchen, letzteres hat Max leider nicht mehr geschafft, weil die Gruppe dann schon wieder losrollte. Von dort an gings weiter sehr hügelig zur zweiten Kontrolle. Weiterhin waren alle vier Vereinskameraden in der Spitzengruppe zu finden. Unterwegs passierten wir unser RSC-Begleitfahrzeug, mit Alwin und Thomas, die Verpflegung und Getränke an Bord hatten. Thomas streckte drei Waffeln in Richtung der Gruppe, Martin und Max winkten jedoch ab, sodass ich leider keine bekam, obwohl ich sie gut hätte gebrauchen können.

Die Quittung sollte ich dann am letzten Anstieg bekommen, wo Martin mich in der Mitte noch mit einem Stück Waffel versorgte. Mit vollem Mund war es mir aber leider nicht möglich das Tempo der Spitze mitzugehen, so bin ich dann gemeinsam mit Markus Risse aus der Gruppe rausgeflogen. Oben angekommen versuchte ich alles, um wieder an die Guppe heran zu kommen, leider ohne Erfolg. Während dieses Versuches überholte ich auch Martin Schäfer, der ziemlich langsam fuhr - im Nachhinein stellte sich ein Hungerast als Grund dafür heraus - der nur mit Hilfe einer Flasche Cola aus Toni Risse´s Auto wieder beseitigt wurde. An der zweiten Kontrolle habe ich dann auf Martin gewartet und mich mit zwei Stücken Reis-Kuchen versorgt. Auch Martin gönnte sich eine längere Pause, um wieder zu Kräften zu kommen, was aber dann relativ schnell ging. Nicht so bei mir, ich war wirklich platt und musste dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und war jetzt froh, nicht allein fahren zu müssen. Martin und ich wechselten uns dann schön in der Führung ab, und konnten so die 30km/h im Durchschnitt halten. Je länger wir fuhren, desto mehr schwanden leider meine Kräfte. Trotzdem haben wir versucht, in der Gruppe, die uns überholte, mit zu fahren, was mir auch einige Kilometer gelang.

Kurz vor der dritten Kontrolle, wo es warme Suppe gab, überholten wir die Mayener Gruppe, die eine Stunde vor dem offiziellen Start schon losgefahren war. Ich musste dann aber auch die schnelle Gruppe ziehen lassen und bin mit Wolfgang May, Martin Ehret, Manfred Stein, Alois Engels und Paolo Ferrara bis zur dritten Kontrolle gerollt. 11budel2Martin hat dort auf mich gewartet und nach einer Suppe machten wir uns zu zweit wieder auf den Weg Richtung Ziel in Budel. Meine Beine wurden immer schwerer, sodass Martin dann immer mehr Führungsarbeit leisten musste. Dafür nochmals vielen Dank. Ungefähr 35-30km vor Ziel bekam Martin dann erneut starken Hunger, den er mit zwei Power Bars von mir wieder in den Griff bekam. Dort haben wir dann auch den entgegen fahrenden Bernhard Mauel getroffen, der von dort dann gemeinsam mit Martin und mir bis ins Ziel fuhr. Dort angekommen wurden wir von Martin Reis begrüßt, der Gesamt-Zweiter wurde und so den Sieg leider nur sehr knapp verpasste. Im Anschluss an die Dusche gab´s einen sehr leckeren Döner. Der Verein traf sich dann allmählich in voller Stärke in einem Lokal direkt im Zielbereich, wo auch zu Abend gegessen wurde. Fazit: Alles in allem war es eine sehr schöne Veranstaltung und ich habe mir jetzt als Ziel gesetzt, nächstes Jahr in der Spitzengruppe das Ziel zu erreichen!

Jens Bous

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