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Donau-Touren 2002 bis 2004

2002: "Von der Quelle bis Donauwörth"

Die Jugendfahrer des RSC Eifelland Mayen starteten zu ihrer Jahrestour mit den Betreuern schon im Morgengrauen in Mayen und fuhren mit dem Rad nach Koblenz. Bewusst wurde auf den sonst üblichen Bustransport mit zusätzlichem Radanhänger verzichtet. Von Koblenz aus wurde das umweltfreundliche Radtransportangebot der Bundesbahn genutzt und getestet. Bequem erreichten alle Biker Donaueschingen. Thomas Eggen, der Tourchef, hatte wie schon in den vergangenen Jahren die Radtour profimäßig vorbereitet.

Von der Donauquelle aus fuhren die Jugendlichen mit ihren Betreuern in vier Tagesetappen durch das obere Donautal bis nach Donauwörth. 02fluss1Die Donau, der zweitgrößte Fluss Europas mit 2850 km Länge, steckt hier noch in den „Kinderschuhen“. Zwischenstationen waren Sigmaringen, Ehingen und Dillingen. In Sigmaringen trafen die Mayener auf Tausende Gleichgesinnte, die sich dort zur Festveranstaltung der „Tour de Ländle“ eingefunden hatten. Auf der zweiten Etappe stiegen die Radler ins Kanu, um das herrliche Donautal vom Fluss aus zu erleben.
Die Donauversickerung bei Möhringen und die eindrucksvolle abwechslungs reiche Landschaft mit ihren weiteren Sehenswürdigkeiten sorgten immer wieder für Erstaunen. 02fluss2Durchschnittlich wurden 120 km pro Tag mit den Mountainbikes zurückgelegt. Stadtbesichtigungen, Schwimmbadbesuche, wunderschöne „Radlertankstellen“ an der Strecke und die abwechslungsreiche und romantische Streckenprofile sorgten für kulturelle, kulinarische, aber auch sportliche Anreize und Gemeinschaftserlebnisse. Mit der Bahn ging es problemlos wieder zurück in die Heimat. Die Begeisterung war so groß, dass man spontan beschloss im nächsten Jahren mit dem Rad die Donau zu begleiten. Im kommenden Jahr starten die Mitglieder des RSC Eifelland Mayen in Donauwörth und fahren dann bis Passau, im darauffolgenden Jahr bis Wien und wollen dann immer weiter bis zur Donaumündung am Schwarzen Meer fahren. „So etwas macht man nur einmal im Leben“, meinte ein Betreuer.

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Der Radsportclub Eifelland Mayen fördert seit Jahren nicht nur den Wettkampfsport, sondern in besonderer Weise auch solche Freizeitangebote für seine Vereinsjugend.

Rolf Schumacher


2003: „Von Ingolstadt nach Passau - Die Sonne in den Speichen“

Nur Sonne in den Speichen hatten in diesem Jahr die Teilnehmer der Ferienradtour des RSC Eifelland Mayen. Per Bahn reisten die Jugendfahrer und ihre Begleiter von Mayen aus nach Ingolstadt, wo der zweite Teil der Donautour in Angriff genommen wurde, denn im vergangenen Jahr hatte man den ersten Teil von der Quelle aus bis nach Donauwörth bereits "erfahren". 03fluss1Tourchef Thomas Eggen hatte die Route wieder mustergültig vorbereitet und Jürgen Bous steuerte vor Ort das Begleitfahrzeug, damit auf der dreitägigen Fahrt die Last auf den Rücken die Lust am Radfahren nicht schmälern konnte. Die erste Etappe endete in Regensburg an der historischen "Steinernen Brücke".

Der Donaudurchbruch, Kloster Weltenburg, ein Bergzeitfahren durch den Wald zur Befreiungshalle in Kehlheim, eine Überfahrt mit einer uralten Fähre zu einem Bayerischen Fischerfest standen ebenso auf dem Plan wie der Austragungsort des berühmtesten deutschen" Bike - Slaloms " Bad Abbach und die Sehenswürdigkeiten von Regensburg einschließlich der Kulinarischen Köstlichkeiten, die die Regensburger Küche im berühmten "Spitalgarten" zu bieten hatte.

Die zweite Etappe führte von Regensburg nach Straubing. Immer die sanften Wellen der Donau vor Augen zeigten sich die Naturschutzgebiete im Donautal von ihrer schönsten Seite.
Stille Auenlandschaften, abgeschiedene Donauschlingen, zahlreiche Seen und ein gepflegter Radweg machten nicht nur den kühlenden Fahrtwind zum Genuss. 03fluss2Die sportliche Auffahrt zum "Bayerischen Heldentempel", der "Walhalla"  wurde gekrönt von einem gigantischen Ausblick in die Donauebene, den sich auch  zwei frisch vermählte Brautpaare gemeinsam mit den Mayener - Radfahrern nicht entgehen lassen wollten. In Straubing kam es zum absoluten Höhepunkt der Tour: Der Besuch des zweitgrößten Bayerischen Volksfestes, des "Gäubodenfestes". Zu den Klängen der "Isartaler Hexen" und auf der riesigen Olympia-Achterbahn kam es zu einem ausgelassenen geselligen Beisammensein, so wie man es nur in Bayern erlebt und das man mit Worten einfach nicht beschreiben kann. Auch die Begegnung mit "Daniel Kübelböck" dem "Superstar" konnte daran nichts ändern.

Der dritte Tag bot die ersehnt Königsetappe mit 120 Km Länge von Straubing über Bogen, Deggendorf nach Passau. Wie bei der Tour de France strampelte die ganze Mannschaf mit vereinten Kräften in Gruppenformation und in ihren bunten Vereinstrikots als "Eifelland-Express" dem Zielort entgegen. Die fittesten Jungs an der Spitze mussten zwar den dankbaren Älteren dahinter hin und wieder ein gehöriges Maß an Windschatten überlassen und etwas Tempo herausnehmen, aber niemand machte schlapp. 03fluss3Die Mayener - Radsportler fuhren geschlossen unfall- und pannenfrei bis zur schmalen Halbinsel der Passauer-Innenstadt, wo sich Donau und, Inn und Ilz vereinigen. Das anschließende Glückwunschritual und die Freude über die  vollbrachte sportliche Leistung klangen erst spät am Abend in geselliger Runde in den malerischen Gassen der Passauer Altstadt aus.

Per Bahn ging es dann am nächsten Tag zurück nach Mayen. Im kommenden Jahr wird der RSC - Eifelland Mayen für seine Jugend- und Schülerfahrer eine Fortsetzung der schon Traditionell gewordenen Flusstouren durch Deutschland anbieten. Fair Play, Radsporterlebnis und heimatbezogene Kulturbegegnungen stehen im Mittelpunkt dieser ehrenamtlichen Jugendarbeit.

Rolf Schumacher


2004: "Kult(ur)-Tour an der Donau"

Jugendfahrer des Radsportclubs Mayen und ihre Begleiter starten seit 6 Jahren in der Ferienzeitzeit zu Flusstouren von der Quelle bis zur Mündung, eine außergewöhnlich geglückte Mischung aus Sport, Kulturbegegnung, Fair - play, uriger Geselligkeit und Jugendfreizeit. Vor drei Jahren begann die Fluss-Etappen Radtour an der Donauquelle in Donaueschingen und führte in diesem Jahr 360 Km von Passau nach Wien. In diesem dritten Tourenjahr wurden inzwischen 940 Km an der Donau entlang "erfahren" und wurden wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis und Abendteuer für alle Aktiven, die Sportgruppe blieb unverändert, denn niemand wollte es sich entgehen lassen, wieder mit dabei zu sein um die Donau ein weiteres Stück zu entdecken und zu bezwingen. Selbst die jüngsten Teilnehmer haben durch ihre Teilnahme große Tourenerfahrung und fahrerisches Können im Gruppenfahren erworben.

Per Bahn fuhren die Radsportler bis Passau, dort wartete das Begleitfahrzeug mit Gepäck und den Mountainbikes auf die Mayener Radler. Jürgen Bous hat, wie all die Jahre zuvor, den Transport von  Ausrüstung und Gerät übernommen. Die Organisation lag wie immer in den bewährten Händen von Thomas Eggen, der mit seiner akribischen Vorplanung und seinem unvergleichlichen kultigen Situationshumor von diesen Touren nicht wegzudenken ist. Finanzielle  Unterstützung  erhalten  die Jugendlichen aus der Vereinskasse des RSC Mayen. Als meditative Einstimmung in die Tour besuchte die Gruppe vor dem Start ein Orgelkonzert im Passauer Dom. 04fluss1Die anfängliche Müdigkeit wurde dabei schnell vertrieben durch die Klänge der größten Domorgel der Welt, die aus 5 großen Einzelorgeln an verschiedenen Orten in der Kirche besteht, und die alle Teilnehmer mit ihren gewaltigen Tönen im tiefen Innersten wachrüttelt. Anschließend luden Sonne und blaue Donauwellen zur Weiterfahrt ein.

Über 100 Km führte der Weg unmittelbar am Donauufer entlang hinein nach Österreich bis ins malerische Linz. Auf einer alten knarrenden Holzfähre überquerten die Radfahrer vorher die Donauschleife, um dann am Abend in Linz nach einer kurzen Stadtrundfahrt in der Jugendherberge zu übernachten. Erstes Zwischenziel am zweiten Tag war die älteste Stadt Österreichs, Enns. Der Weg führte dann nach St. Pantaleon- Erla, wo die Gruppe die Kirche mit ihrer wunderschönen romanischen Krypta besichtigte. Wenig später lud das keltische Dorf Mitterkirchen zur Rast ein. Die urzeitlichen Ausgrabungen und Siedlungsnachbauten waren beeindruckend, ebenso wie eine köstliche Probe Ziegenmilch oder Most vom "Keltenhof", wobei das Gespräch mit dem Eigentümer, dem berühmten sogenannten "Hallstatt-Bauern", der die keltischen Funde vor Jahren entdeckt hatte, sicherlich allen in Erinnerung bleibt. Die weitere Fahrstrecke war gesäumt von dichten Alleen, die ein wenig aufkommenden Regen abhalten konnten. Donaukraftwerke, die weiße Flotte der Ausflugsschiffe und gewaltige Lastkähne prägten das Bild. Je schlechter das Wetter wurde, desto schneller wurde der gefahrene Schnitt, der nun bei 30 Km/h lag. 04fluss2Der zweite Tag endete mit einer spontanen "Poolparty" beim Kirchenwirt in Gottsdorf. Hier hatte eine Ausreißergruppe, die als erste patschnass am Zielort ankam, das Glück direkt in den einladenden Gartenpool springen zu können und dabei vom stimmungsvollen Wirt mit köstlichen Getränken empfangen zu werden, während einige Nachzügler ungewollt einen Umweg fahren mussten und leichte Orientierungsprobleme hatten. Beim abendlichen gemütlichen Zusammensein sorgte dann vor allem das Skatspiel der Seniorenfahrer für reichlich Diskussionsstoff, da einer ständig eine Runde Bier verlor, obwohl er nach eigenen Bekunden angeblich alle Spielertricks beherrschte. Mit humorvollem Augenzwinkern wurden mitspielende "Pharisäer", die den Bierspender umgaben, lachend als Schuldige ausgemacht, die dann gerne zur " Strafe" ihr Bier tranken.

Kloster Melk war das große Kulturobjekt am dritten Tourtag. Die Benediktinerkirche an der Donau gehört zu den bemerkenswertesten Barockbauwerken der Welt. Trotz Radler - Outfit mit Klickpedalschuhen wurde bei der Klosterbesichtigung wenig ausgelassen: Klostergeschichte durch die Jahrtausende, die berühmte Stiftsbibliothek, faszinierende Deckengemälde, Besichtigung hoher Baukunst.

Alle architektonischen Herrlichkeiten waren zusätzlich noch verschönert durch Blumenarrangements von Floristinnen aus Deutschland und Österreich, die am Himmelsfahrtstag die gesamte Klosteranlage auf ihre Weise künstlerisch verzaubert hatten. 04fluss3Nach dem Mittagsgebet mit den Mönchen tauchte nach kurzer Weiterfahrt die Wachau mit ihren idyllischen Weinorten auf. Mediterranes Flair in den kleinen Weinorten umgab die staunenden Radfahrer bis zum Tagesziel in Krems.

Am vierten Tag führte die Donautour direkt nach Wien. Unterwegs gab es zwei Badepausen in der kalten Donau und einen kleinen Abstecher nach Klosterneuburg. Als die Hochhaus - Silhouette von Wien endlich am Horizont auftauchte, jubelten alle, denn Wien stellte sich bei strahlendem Sonnenschein in einer faszinierenden Kulisse dar. Vorbei am Hundertwasser-Kraftwerk, dem Burgtheater, der Hofburg und dem Rathaus führte uns der Weg zur Jugendherberge in der Myrthengasse, mitten in das Stadtzentrum. Das Ziel Wien war erreicht, die sportliche Leistung stimmte. Erfreulicherweise gab es auf der ganzen Strecke keinen Sturz, allerdings mussten unterwegs fünf platte Reifen repariert werden. 04fluss4In den nächsten Stunden ging es auf Entdeckungstour in die Innenstadt, schließlich beim "Heurigen"  in Nussdorf und später im "Zentimeter" wo erstaunlicherweise alle Preise nach geometrischen Größen berechnet wurden, als geselliger Abschlussabend endete. Am letzten Tag startete der Begleitwagen mit der Ausrüstung schon früh in Richtung Mayen. Die Eifelland - Radsportler nutzten ihre noch verbleibende Zeit bis zum Nachmittag für eine gebuchte Stadtrundfahrt mit dem Bus. Andere bevorzugten einen Stadtrundgang zum Cafe Demel(Sachertorte), zur spanischen Hofreitschule, zum Burgtheater oder zu den Fiakern an der Hofburg, um dann mit allen gemeinsam entspannt und müde von Wien aus den Heimflug nach Düsseldorf anzutreten. Auch das Fliegen war für die meisten Jugendlichen ein neues Erlebnis. Nach eineinhalb Stunden Flugzeit wurde die Gruppe am Flughafen in Düsseldorf abgeholt und sicher nach Mayen zurückgebracht. Ob es im kommenden Jahr gelingt, die weiterführende Strecke von Wien nach Budapest zu fahren, ist noch ein logistisches Problem. Der Wille ist da, gemeinsam hat man jetzt Zeit, die nächste Ferientour 05 im Radsportclub - Eifelland - Mayen vorzubereiten.

Rolf Schumacher

 

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