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Lech und Donau-Tour 2010

"Vom verschneiten Hochgebirge unterwegs auf der romantischen Straße bis ins sonnige Allgäu"

Im Jahr 2000 entstand beim RSC „Eifelland“ Mayen die Idee, jedes Jahr eine mehrtägige Tour entlang eines Flusses zu machen. So kamen z.B. schon einige Etappen an der Donau, an der Elbe, die gesamte Ruhr und der gesamte Neckar unter die Räder. Für 2010 fiel die Wahl auf den Lech und in Kombination damit die Befahrung der romantischen Straße.
Der Lech war das bislang erste in den Alpen startende Projekt. 10fluss1Der Fluss speist sich aus dem Formarinsee im Lechquellengebirge. Für die Teilnehmer bedeutete dies von Lech am Arlberg 13 km bergauf bis zur Freiburger Hütte auf 1931 m Höhe. Hier sollte man eigentlich dann das Alpenpanorama bestaunen können. Doch weit gefehlt. Just am Ankunftstag in Österreich regnete es unaufhörlich, was die Aussicht zu Nichte machte. Auch die Auffahrt zur Hütte dauerte so für den ein oder anderen deutlich länger als erwartet. Am nächsten Morgen waren die Temperaturen noch weiter zurückgegangen und ca. 50 m oberhalb der Hütte lag nun Schnee. Die schweren Regenfälle ließen bis zum 120 km entfernten Tagesziel in Füssen während der Fahrt durch das obere Lechtal nicht nach. Die Folgen zeigten sich in Form von überfluteten Radwegen und deutlichem Hochwasser. Besonders eindrücklich wurde dies für die Teilnehmer am Lechfall in Füssen, der einen ungewöhnlich hohen Stand hatte und so ein  einmaliges Naturschauspiel bot.

Allerdings hatte der Regen auch das Material einiger Fahrer stark angegriffen, weshalb die Gruppe erst mit einigen neuen Bremsgummis bewaffnet zu den Schlössern Hohen-Schwangau und Neu-Schwanstein aufbrechen konnte. Dort angekommen waren die schieren Menschenmassen annähernd genauso bestaunenswert wie die architektonischen Meisterwerke selbst. Von nun an folgte die Gruppe der Ausschilderung für die romantische Straße, die zwar immer in Lech-Nähe blieb, aber hier und da ordentliche Steigungen aufwies. So wurde die Wieskirche und später Schongau, wo ein mittelalterliches Keltenfest stattfand, erreicht. Das Tagesziel befand sich in Landsberg am Lech, wo an der innerstädtischen Staustufe noch einmal die Wassermassen imposant zu bestaunen waren.

Sportlich überschaubar stellte sich der Folgetag mit nur knapp 65 Kilometern nach Augsburg dar. 10fluss2In der drittgrößten Stadt Bayerns wurden zunächst die zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie die Stadtbefestigungen, die Hinterlassenschaften der reichen Fugger-Familie sowie die Wahrzeichen von Augsburg, das Rathaus und der Perlachturm, bei einer Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad besichtigt. Um sich von den sportlichen Anstrengungen zu erholen, bedienten sich die Mayener allabendlich reichlich bei den kulinarischen Besonderheiten Bayerns, so auch in Augsburg.
Von Augsburg ist der Weg zur Lechmündung nicht mehr weit. Daher sollte die Tour nach Erreichen der Donau bei Marxheim noch nicht enden, sondern die romantische Straße weiter befahren werden. So gelangten die Radsportler über Donauwörth nach Harburg. Von hier bis zum Etappenziel Nördlingen galt es nun wieder einmal einen Anstieg zu überwinden. Diesmal aber keinen gewöhnlichen Anstieg, sondern den Kraterrand eines der größten Meteoriteneinschläge auf der Erde, dem Nördlinger Ries. Doch auch Nördlingen selbst war ein absolut sehenswertes Tagesziel. 10fluss3Die komplett erhaltene, fast kreisrunde Stadtmauer, die unzähligen, teils auch sehr großen Fachwerkhäuser und der unvergleichliche Blick vom Kirchturm „Daniel“ wurden den Mayenern während einer Abendführung im Nachtwächterkostüm (nur der Führer) näher gebracht.

Die letzte Tagesetappe nach Dinkelsbühl war dann nur noch ca. 45 Kilometer lang und nur noch zum Ausrollen. Aber auch Dinkelsbühl als Gesamtzielort zeigte sich bei sonnigem Wetter mit seiner schönen Altstadt von seiner besten Seite und es wurde Zeit ein Resümee zu ziehen: „Die Etappenfahrt war erneut ein herausragender sportlicher und vor allem geselliger Höhepunkt im Vereinsjahr und wird allen Teilnehmern noch lange im Gedächtnis bleiben.“, so der Vorsitzende des RSC Mayen, Martin Reis. Der Dank aller Teilnehmer galt ins Besondere Thomas Eggen, der die Tour wie immer perfekt organisiert hat, und Jürgen Bous, von dem die Fahrer mustergültig und absolut zuverlässig im Fahrzeug begleitet wurden. Die Vorfreude auf das nächste Jahr steigt schon wieder. Wo es dann aber hingehen wird, ist bis jetzt noch nicht sicher. Flüsse gibt es aber noch genug.

Martin Reis

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