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Vorderrhein-Tour 2012

Den Rhein von der Quelle in den Alpen bis Basel erradelt

Eine weitere Ausgabe der jährlichen Flusstouren des RSC „Eifelland“ Mayen ging kürzlich erfolgreich zu Ende. Mit den Mountainbikes fuhr man Anfang August knapp 450 Kilometer entlang des Vorderrheins. Von der Quelle hoch oben in den Schweizer Alpen ging es auf fünf Etappen bis nach Rheinfelden kurz vor Basel. Neben den sportlichen Aktivitäten auf dem Rad und auch zu Wasser machten zahlreiche Sehenswürdigkeiten und kulturelle Ereignisse die Tour wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mit insgesamt 20 Teilnehmern erfolgte die Anreise per Kleinbus ins schweizerische Andermatt am Fuße des St. Gotthardpasses. 12fluss1Von hieraus überquerte man am sonnigen Mittag zunächst mit den Rädern den 2044 Meter hoch gelegenen Oberalppass, um dann kurz hinter der Passhöhe die asphaltierte Straße zu verlassen und aufwärts in Richtung Rheinquelle zu strampeln. Als mit dem Rad kein Durchkommen mehr war, setzten die Radler ihren Weg auf einem steilen Bergpfad in alpinem Gelände wandernd fort. Nach Erreichen der Quelle am Tomasee in 2345 Metern Höhe gönnten sich die erschöpften Radsportler nach obligatorischen Quellfoto eine wohlverdiente Rast am höchsten Punkt der Tour, schließlich warteten jetzt „nur noch“ 55 km bergab zum Tagesziel in Ilanz.
Wie überall in der Schweiz wurde auch in Ilanz der Nationalfeiertag kräftig mit einem Fest und Feuerwerk gefeiert. Der Kontakt zu den Einheimischen war schnell gefunden und der kulturelle Austausch gipfelte in einem spontanen Gesangsvortrag des „Mayener Jung“, wofür es von den Schweizern tosenden Applaus für die Gruppe gab.

Ein Höhepunkt der Tour und Novum für die meisten war zweifelsohne eine Rafting-Tour auf dem noch jungen Rhein am nächsten Morgen. 12fluss2Beim Paddeln mit zwei großen Schlauchbooten durch wilde Stromschnellen und die tiefe Rheinschlucht blieb garantiert niemand trocken. Ziemlich durchnässt, aber mit vielen positiven Eindrücken, ging die Gruppe in Reichenau wieder an Land, wo bereits die restlichen Mitfahrer warteten. Sie hatten den gleichen Flussabschnitt mit dem Rad über einen Höhenweg am Rande der Rheinschlucht zurückgelegt und dabei viele tolle Aussichten genossen.
Die verbliebene Radstrecke führte am Nachmittag immer in Flussnähe nach Chur und weiter über die Schweizer Grenze bis Vaduz in Lichtenstein, wo es die historische, letzte noch erhaltene Holzbrücke über den Alpenrhein zu bestaunen gab. Noch rechtzeitig vor einem einsetzenden Gewitter erreichten die Radler am Abend Feldkirch in Österreich und übernachtete bequem in einer urigen Jugendherberge.

Knapp 35 Kilometer nach Start der 3. Etappe gelangten die Tourteilnehmer zur Rheinmündung in den Bodensee bei Altenrhein. 12fluss3Bei traumhaftem Wetter wurde die Weiterfahrt auf dem Seeradweg des Schweizer Südufers zum Genuss, wobei ein erfrischender Sprung ins kühle Nass natürlich nicht fehlen durfte. Nach 110 Kilometern durchquerten die Mayener die Konstanzer Altstadt und kämpften sich anschließend noch den langen Schlussanstieg zur markanten Jugendherberge im ehemaligen Wasserturm hinauf. Für die nötige Entspannung von den Strapazen des Tages sorgte der abendliche Besuch des Wein- und Fischerfestes auf der Insel Reichenau. Bei ausgelassener Stimmung im Festzelt und den Klängen eines großen Blasorchesters hielt es keinen lange auf den Bänken.

Tags darauf standen nochmals 110 Kilometer auf dem Plan bis zum Tagesziel in Waldshut-Tingen, die den Sportlern vielfach in besonderer Erinnerung blieben. Zum einen wechselte der Radweg ständig zwischen den Staatsgebieten Deutschlands und der Schweiz hin und her, weshalb man sich also nie absolut sicher sein konnte, wo man sich gerade befand und welches Zahlungsmittel das Aktuelle war. Zum anderen war die Strecke wegen zahlreicher giftiger Anstiege in brütender Mittagshitze sportlich durchaus anspruchsvoll.
Natürlich gab es auch in kultureller und landschaftlicher Hinsicht unterwegs einiges zu erleben. 12fluss4So besuchte man in Stein am Rhein das Stadtfest auf dem historischen Marktplatz und geriet anschließend lange ins Staunen beim Anblick der gewaltigen Wassermassen des imposanten Rheinfalls in Schaffhausen. In Koblenz am Rhein wähnten sich die erstaunten Mayener schon fast zu Hause, doch das Schweizer Pendant der „Schängel-Stadt“ täuschte sie nur kurz.

Nach der Übernachtung auf dem Campingplatz und dem abendlichen Altstadtbesuch in Waldshut-Tingen neigte sich die Tour am fünften Tag ihrem Ende zu. Bis nach Rheinfelden, unweit von Basel, ließ es die Hälfte der Sportler zum Schluss entspannt ausrollen, während die anderen aufgrund des Regens bereits vorzeitig den Bus bezogen. Am Mittag traten alle „Eifelländer“ mit zahllosen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an und waren voll des Lobes für Organisator Thomas Eggen und die beiden unermüdlichen Gepäcktransporteure Jürgen Bous und Bernd Fiedler. Manch einer fragte sich sicher schon, wo die Tour wohl im nächsten Jahr hinführen wird.

Martin Schäfer

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