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Spree-Tour 2013

RSC radelt bis zur Hauptstadt

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ – Den aus dem Fußball bekannten Schlachtruf machten sich dieses Jahr die Mayener Radsportler zu eigen. Die traditionelle sommerliche Flusstour führte die 20 Radler des RSC Eifelland Mayen entlang der Spree von der Quelle in der Oberlausitz bis nach Berlin.

Nach vielen Touren im Süden Deutschlands nahmen die Streckenplaner Thomas Eggen und Gerhard Müller nun den Nordosten ins Visier. Anfängliche Befürchtungen, die Tour könnte, ob der mangelnden topografischen Erhebungen, eintönig werden, erwiesen sich alles völlig haltlos. Zum Startpunkt der Tour wollten die Mayener doch nicht ganz auf heimische Einflüsse verzichten und so wählte man die Mittelmühle in Bischdorf bei Löbau. Die Besonderheit aus Mayener Sicht ist hier die Betreiberfamilie Noack, vielen noch bekannt als jahrelange Inhaber des Elektrofachgeschäfts Zündorf in Mayen. Von dort ging es zunächst auf einen gusseisernen Aussichtsturm, von dem die Teilnehmer bei bestem Wetter einen tollen Blick über die Oberlausitz bis nach Polen und Tschechien genießen konnten. 13fluss1Traditionell wird von den Mayener Radsportlern im Zuge der jährlichen Flusstour dann auch die Quelle des jeweiligen Flusses angesteuert (siehe Bild). Angesichts gleich dreier separater Quellen der Spree ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Immerhin zwei wurden in Kottmarsdorf erfolgreich angesteuert und das obligatorische Startfoto geknipst.

Die folgende erste Etappe war dann auch die einzige, die während ihres Verlaufes noch mit nennenswerten Höhenmetern aufwartete. Auch ein kurzer Abstecher nach Tschechien lag auf dem Weg ins Tagesziel, der Jugendherberge im alten Wehrturm der Gerberbastei in Bautzen. Orientierten sich die Radfahrer im Laufe der ersten Etappe noch am Flusslauf der jungen Spree, wurde dies im Laufe des zweiten Tagesabschnitts immer schwieriger. Je weiter die Gruppe nach Norden und damit Richtung Spreewald gelangte, desto mehr verästelte sich die Spree und war als ein eindeutiger Hauptfluss kaum noch erkennbar. Stattdessen zeichnete eine Teich- und Auenlandschaft das Bild über Cottbus bis zum Tagesziel in Burg mitten im Spreewald. Nach einem ausgiebigen Abendessen mit allerlei verschiedenen Zubereitungsarten der berühmten Spreewaldgurken ergab sich die Gelegenheit, den Spreewald bei einer Kahnfahrt auf eine ganz besondere Weise zu erkunden.

Im vollständigen Kontrast zu dieser urigen und naturnahen Erfahrung stand die Hauptattraktion des dritten Tages, der Besuch von „Tropical Island“ (Bild). 13fluss2Tropical Island ist eine Freizeitanlage, die in der höchsten freitragenden Halle der Welt errichtet wurde. Die Halle wurde eigentlich zum Großzeppelinbau errichtet, nach der Insolvenz der Firma Cargolifter aber 2004 umgebaut. Das Tagesziel dieser dritten Etappe war Bad Saarow am Scharmützelsee, von wo Berlin nun schon beinahe in Sichtweite war. Entsprechend kurz gestaltete sich die Anfahrt in die deutsche Hauptstadt, nur noch knapp 80 Kilometer waren zu bewältigen.

Bis kurz vor Köpenick gelang dies noch auf schön angelegten Radwegen durch herrliche Landschaften, ehe mit dem Erreichen von Köpenick auch der Großstadttrubel erreicht war. Ausgerechnet jetzt wurden die Mayener vom einzigen Regenguss der ganzen Tour erfasst und mussten so die geplante Stadtrundfahrt auf einen Besuch der Mauerreste an der East-Side-Gallery und ein Foto am Brandenburger Tor deutlich verkürzen. Im Zuge des Abendprogramms in mehreren kleineren Gruppen ergab sich aber die Möglichkeit, z.B. die Siegessäule, das Bundeskanzleramt, den Reichstag, den Potsdamer- und den Alexanderplatz zu besuchen. 13fluss2Vor der Abreise am Sonntag wartete dann noch einmal ein Höhepunkt auf die Radsportler des RSC Mayen, ein exklusive Führung durch die Liegenschaften des Deutschen Bundestages durch die CDU-Abgeordnete Mechthild Heil. Drei Stunden nahm sie sich Zeit, um der Gruppe Hintergründe zu erläutern und Orte zu zeigen, zu denen im normalen Arbeitsbetrieb Besucher keine Zutritt haben.

So führte Frau Heil die Mayener durch ihr Büro, das Paul-Löbe-Haus, durch die unterirdischen Verbindungsgänge zum Reichtstag, in die Fraktionsräume der CDU/CSU und selbstverständlich auch zum Plenarsaal und auf die Reichstagskuppel. Vor der Heimreise bedankten sich die Mayener daher herzlich bei Frau Heil, ganz besonders aber bei Gerhard Müller und Hauptorganisator Thomas Eggen für die überaus gelungene Tour. Insgesamt wurden etwas über 400 Kilometer bei stets bester Stimmung bewältigt. Alle Teilnehmer freuen sich bereits auf 2014 und sind gespannt, welches Ziel denn dann angesteuert werden soll.

Martin Reis

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