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Main-Tour 2014

Mayener Radsportler erkunden den Main

Die jährliche Etappenfahrt führte die Gruppe des RSC Eifelland Mayen diesmal an den Main. Neben dem Startort Nürnberg steuerte man unter anderem Bayreuth, Bamberg, Schweinfurt und Würzburg an. 20 Radfahrer folgten Organisator Thomas Eggen durch das landschaftlich und vor allem kulturell sehenswerte Maintal.

Auf Radfahrer üben Flüsse aus zweierlei Gründen grundsätzlich eine besondere Anziehung aus. Zum einen liegt es in der Natur der Sache, dass meist an ihren Ufern wenige Steigungen zu überwinden sind. Zum anderen stellen sie von der jeweiligen Quelle bis zur Mündung eine definierte Strecke dar, die sich geradezu zum Abfahren anbietet. 14fluss1Der zweite Umstand beschäftigt die Radfahrer des RSC Mayen schon seit Jahren und so wurden Flüsse wie z.B. Donau, Elbe, Neckar, Ruhr, Rhein und Spree Ziele von Mehrtagestouren. Im Jahr 2011 führte die Tour entlang der Tauber bis zu deren Quelle in den Main bei Wertheim, dann bis zur Mainquelle nach Mainz. Zur Vervollständigung des Mains in diesem Jahr blieb also noch der obere Teil des Mains von der Quelle bis nach Wertheim, inklusive eines kleinen Prologs entlang der Regnitz.

Direkt an die Anreise nach Nürnberg schloss sich eine umfangreiche Fahrradführung von Martin Reis zunächst über das ehemalige Reichsparteitagsgelände und dann durch die Nürnberger Altstadt an. Die unglaublichen Dimensionen der Nazibauten waren für viele Teilnehmer überraschend, obwohl natürlich jeder Bilder oder Videoaufnahmen aus dieser Zeit schon oft gesehen hat. Im völligen Kontrast dazu stand die Besichtigung der Altstadt mit ihrem eindrucksvollen Gesamtbild und einer großen Zahl historischer Gebäude. Angesichts der Tatsache, dass Nürnberg durch alliierte Bombenangriffe fast vollständig zerstört wurde – es teilt sich mit Mayen den 02. Januar 1945 als Schicksalstag – ist umso erstaunlicher, wie umfassend die Altstadt wiederhergestellt wurde.

Die erste Etappe nach Bamberg stellte eine Art Zufahrt zum Main dar. Die Altstädte von Erlangen und Forchheim gestalteten die Strecke an der Regnitz zusätzlich sehenswert. 14fluss2In Bamberg wartete ein Novum in der schon 14-jährigen Geschichte der Sommertour: Die Stadt würde auch am Folgetag Zielort sein und somit konnten die Teilnehmer auf das Einpacken, Auschecken und Gepäcktransporter Beladen verzichten, entsprechend natürlich auch bei der Etappenankunft. Eine Zeitersparnis, die angesichts der zu bewältigenden Königsetappe mit fast 140 Kilometern auch dringend notwendig war. Per Bus gelangten die Radler in die Nähe der Mainquelle und kämpften sich bis zum hoch auf der fränkischen Alb gelegenen Ursprung des Rotmains. Obwohl es von nun an tendenziell bergab, unter anderem durch die Wagner-Stadt Bayreuth und das beschauliche Lichtenfels, ging, hatte dieser Tagesabschnitt einiges an Höhenmetern zu bieten. In der Nähe von Kulmbach erreichte die Gruppe am Zusammenfluss des Weißen und Roten Mains schließlich auch die Geburtsstätte des Hauptflusses.

Sportlich derart gefordert, genossen die Mayener Radsportler am Folgetag den ruhigeren Beginn mit einer Stadtführung durch Bamberg. Das zu vollbringende Tagwerk war mit knapp 60 Kilometern nach Schweinfurt kaum furchteinflößend. Die gesparte Kraft konnten die RSCler allerdings gut gebrauchen, um sich mit viel Ausdauer in das Getümmel des Schweinfurter Stadtfestes zu werfen. Das Fest ist eine Großveranstaltung mit Programm bis in die frühen Morgenstunden und vielen großen Bühnen auf sämtlichen Plätzen des Stadtgebiets. Trotz kurzer Nacht ging es tags darauf motiviert weiter nach Würzburg, wo entlang der Strecke unter anderem Volkach und Ochsenfurt auf kurze Stippvisiten warteten. 14fluss3Die in Richtung Würzburg links und rechts an den Hängen des Maintals immer mehr zunehmenden Weinberge kündeten schon von der nächsten Feier, die das Abendprogramm der Mayener Radfahrer bereichern sollte. Die Würzburger Weinparade ist ein großes Weinfest inmitten der Altstadt und stellte neben dem Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes „Würzburger Residenz“ einen Höhepunkt dar.

Nach 4 Tagen mit bestem Radsportwetter (angesichts des ansonsten verregneten Augusts schon ein großes Glück für die Gruppe) konnte Petrus dies am Schlusstag nicht mehr gewährleisten. Einige Sonnenverwöhnte zogen daher dann einen ruhigeren Abschlusstag vor und so ging eine arg dezimierte Gruppe auf die letzten 100 km bis nach Wertheim. Letztlich doch weitgehend trocken absolvierten sie die Fahrt durch die Städtchen Karlsstadt und Lohr, ehe nach insgesamt 470 km der nächste Fluss von den Mitgliedern des RSC Mayen bewältigt war. Vielen Dank an alle Helfer und vor allem an Organisator Thomas Eggen, schon jetzt warten die Teilnehmer gespannt auf die Verkündung des Tourenziels für 2015.

Martin Reis

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