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Isar-Tour 2016

O zapft is! – RSC Mayen auf Tour in Bayern

Radsportler folgen der Isar von der Quelle bis zur Mündung

Bei der jährlichen Sommertour des Radsportclubs Eifelland Mayen ist es Tradition, jeweils einen Fluss möglichst von der Quelle bis zu Mündung zu befahren. Für 2016 erkor Organisator Thomas Eggen die Isar als Ziel für die Eifelländer. 16fluss1Damit stand nach einigen in Mittelgebirgen entspringenden Flüssen nun mal wieder ein Hochgebirgsfluss auf dem Programm. Dies bedeutet zwar meist auch einige zusätzliche Höhenmeter, dafür aber auch außergewöhnliche Landschaften. So legten die Mayener Radler knapp 350 Kilometer vom Startpunkt im österreichischen Ehrwald über die bayrische Landeshauptstadt München bis zur Isarmündung in die Donau nahe Deggendorf zurück.

Wer nun in Ehrwald keine Isar vermutet, liegt natürlich richtig. Die Gruppe wählte den Start im Schatten der Zugspitze jedoch trotzdem, um sich über den wunderschönen Radweg entlang der Leutascher Ache einzustimmen. Bevor man aber die Ausblicke und die Natur in der wilden Hochgebirgskulisse genießen konnte, stand ein schweißtreibender Kaltstart auf dem Programm. Direkt ab dem Haltepunkt des Busses führte ein extrem steiler Weg die bergfesten Radler hinauf zur Ehrwalder Alm, wo aber gleich eine erste, verdiente Erfrischung wartete. Nun hätten die RSCler einfach der Leutascher Ache folgen können und wären automatisch an ihrer Mündung in Mittenwald auf die Isar getroffen. Allerdings wäre so der obligatorische Quellenbesuch ausgefallen - angesichts des großartigen Weges von Scharnitz talaufwärts, immer begleitet durch die glasklare und doch intensiv blau eingefärbte, junge Isar, wäre dies ein echter Verlust gewesen. Kurz vor Mittenwald kehrte man dann nochmals zur Leutascher Ache und nach Österreich zur Übernachtung in Burggraben zurück.

Am nächsten Tag ging es hier direkt spektakulär weiter: Die Radfahrer verließen ihre vertrauten Gefährte und den sicheren Boden und stiegen in die luftigen Konstruktionen in der Leutascher Geisterklamm ein. Hoch über dem tief in die Felswände eingeschnittenen Fluss verlief der Weg über Treppen und Stege durch die herrliche Klamm. 16fluss2Ab Mittenwald legte die Isar dann an Breite zu, behielt aber noch ihre unverkennbare blaue Färbung bis zum Sylvenstein-Stausee. Eine Alternativroute führte die Kletterer der Tour am großartig gelegenen Walchensee vorbei nach Lenggries, wo sie wieder auf die Route der Restgruppe stießen. Bis zur gemeinsamen Mittagsrast in der Kurstadt Bad Tölz und bald darauf zur Herberge in Wolfratshausen war es dann nicht mehr weit. Bei der folgenden Etappe wechselten die Eifelländer erneut das Verkehrsmittel und „enterten“ ein Floß. Zu Wasser schwamm die Gruppe langsam durch grandiose Flusslandschaften und genoss die einzigartige Fortbewegungsart. Bei musikalischer und humoristischer Begleitung, ergänzt durch den Genuss kühler Erfrischungsgetränke, näherte sich die kurzfristig gebildete Marine-Abteilung des RSC langsam aber sicher München. Die Gruppe ruhte sich so am radfreien Tag bei neu entdeckter, bewusst erlebter Langsamkeit aus. Letztere wurde nur durch die einzigartigen, spektakulären Floßrutschen an den Staustufen der Isar unterbrochen. Auch diese rasanten Abfahrten wurden gut überstanden und so erreichten die Eifelländer bestens erfrischt die bayrische Landeshauptstadt. Ersten abendlichen Erkundungen folgte die fachkundige Stadtrundfahrt mit einem Fahrradführer am nächsten Morgen.

Über Ismaning, Freising und Moosburg a.d. Isar ging es weiter zum letzten Etappenziel in Landshut. 16fluss3Die prächtige altbayrische Residenzstadt ist heute Regierungshauptstadt des Bezirks Niederbayern und eine der kulturhistorisch sehenswertesten Städte Bayerns. Die Mayener zeigten sich beeindruckt vom gut erhaltenen, gotischen Stadtbild mit der darüber gelegenen Burg Trausnitz und dem dominierenden Turm der Martinskirche, dem höchsten Backsteinkirchturm der Welt. Im Laufe des letzten Tagesabschnittes wurde die Isar aufgrund mehrerer Staustufen deutlich breiter, bei teils kaum noch wahrnehmbarer Fließgeschwindigkeit. Das Ziel schon in Reichweite, stellte das zufällig entdeckte Dorffest in Zeholfing noch einmal einen schönen Zwischenstopp im typisch bayrischen Stil dar. Die letzten Kilometer in Richtung der Mündung bei Deggendorf führte die RSCler durch naturbelassene Auenlandschaften, deren Durchfahrung leider durch einen ausgiebigen Regenguss nicht in Gänze genossen werden konnte. Nach Erreichen der Mündung in die Donau waren die Radler patschnass und noch nicht ganz am Ziel, der Bus wartete schließlich in Niederaltaich. Also ging es noch ein kurzes Stück donauabwärts nach Thundorf, wo die Gruppe mit der Donau-Rad-Fähre Altaha übersetzte und die Tour in der Gaststätte Klosterhof der Benediktinerabtei gemütlich ausklingen ließ.

Martin Reis

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