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Historie - 1993

Deutsche Downhill-Meisterschaft in Kürrenberg:

"Erster nationaler Wettkampf der „Radsport-Neuheit“ in der Bundesrepublik."

Anfang der 90er Jahre war das Mountainbike ein vergleichsweise junges Sportgerät, welches sich erst im vorigen Jahrzehnt durchzusetzen begann. Heute nicht mehr wegzudenken, musste sich der Sport damals zunächst finden. Dementsprechend gab es schnell auch unterschiedliche Disziplinen. Neben dem klassischen Rundstreckenrennen, welches mehr und mehr zur starken Konkurrenz für die Querfeldeinrennen wurde, kam aus dem Mutterland des MTBs, den USA, auch das Downhillrennen nach Deutschland, wo 1992 dann die ersten Rennen gefahren wurden.

Der RSC Eifelland Mayen erkannte den Trend und bewarb sich für das Jahr 1993 beim BDR um die Ausrichtung eines solchen Downhill-Rennes im Rahmen der „Top-Ten-Serie“, die 8 Cross-Country- und 2 Downhill-Wettkämpfe umfasste und der Vorgänger der heutigen MTB-Bundesliga war. Bei der Streckenbegehung am 6. Dezember 1992 konnten Mayens Bürgermeister Bernhard Mauel, Forstamtleiter Anton Göke und vor allem Norbert Kiefl, Trainer und Geschäftsführer des RSC, den BDR-Fachwart für Mountainbike, Volker Brunner, von Mayen als Ausrichter überzeugen. Die gute Strecke und die Tatsache, dass die Mayener Erfahrung mit der Ausrichtung von MTB-und Querfeldeinrennen hatten, sorgte schließlich kurz vor Weihnachten dafür, dass sich der RSC gegen Kandidaten aus Bayern und Thüringen durchsetzte und die erste offizielle Deutsche Downhill Meisterschaft 1993 austragen sollte.

Die Strecke führte über 5,1 km vom Mayener Stadtteil Kürrenberg bis ins Nettetalstadion. Knapp 300 Höhenmeter Gefälle wies diese Piste auf, was allerdings für die Teilnehmer nicht bedeutete, dass allein die Schwerkraft sie schnellstmöglich ins Ziel bringt. In einigen flacheren Passagen mussten die Sportler das Tempo mit enormem Kraftaufwand hoch halten. Die Strecke würde heutigen Ansprüchen an ein Downhill-Rennen in keiner Weise mehr genügen und schon damals gab es im Vorfeld der Veranstaltung nach einigen Trainingsläufen Beschwerden von einigen Topfahrern, wie Hartmut Bölts (Deutscher Meister Straße), über den ihrer Meinung nach zu leichten Kurs und die fehlenden technischen Abschnitte.

Aber nicht nur im Vorfeld die Auswahl einer geeigneten Strecke, sondern auch die hohen organisatorischen Anforderungen während der Veranstaltung stellten eine Herausforderung für den Verein dar. Beispielsweise musste über drei Tage (Training, Qualifikation und Wettkampf) ein Shuttle-Service für die Sportler alle 10 Minuten mit Lastwagen und Traktoren den Transfer vom Ziel wieder zurück zum Start gewährleisten.

Natürlich ließen sich auch zahlreiche Mayener Sportler das Rennen auf ihrer Heimstrecke nicht entgehen, wie z. B. Dieter Knopp und Stefan Kiefl. Die Lokalfahrer trafen auf prominente Starter, unter ihnen Mike Kluge (Weltmeister Cross), Rolf Gölz (Etappensieger Tour de France), Jens Schwedler (Deutscher Cross-Meister) und Georg Bickel (3x Deutscher Cross-Meister Amateure). Als Streckensprecher war der heute von den Eurosport-Tour de France-Übertragungen bekannte Karsten Migels vor Ort.

Wir konnten leider keine Ergebnislisten mehr finden, aber dank Stefan Kiefl das Herren- und Damenpodium rekonstruieren. Den gleichzeitig ausgefahrenen Grundig Top-Ten-Cup 1993 konnten bei den Frauen Hedda zu Putlitz sowie Ralph Berner bei den Herren gewinnen.

Ergebnisse Herren:

1. Jürgen Sprich (Scott / SV Kirchzarten)
2. Jens Winterhalder (Ski Club Urach)
3. Wolfgang Ebersbach (RIG Freiburg)

19. Stefan Kiefl (RSC Eifelland Mayen)
20. Olaf Beck (RSC Eifelland Mayen)
62. Thiemo Metzroth (RSC Eifelland Mayen)

Ergebnisse Damen:

1. Hedda zu Puttliz (RRG Montabaur)
2. Regina Marunde (BRC Zugvogel)
3. Viola Borgmeier (RSG Montabaur)

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