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Köln-Schuld-Frechen

25.03.2012 - Martin Reis, Max Göke und Julian Biefang beim B/C-Klasse-Rennen

Das Rennen Köln-Schuld-Frechen ist DER Amateurklassiker zum Saisonauftakt in Deutschland und wird aufgrund von Flair und Charakteristik in Anlehnung an das Profirennen Mailand-San Remo auch als „Classissima Colonia“ bezeichnet. Dieser vorauseilende Ruf war auch der Hauptgrund, warum ich das Rennen unbedingt wenigstens einmal selbst fahren wollte. In den letzten Jahren kollidierte der Termin allerdings immer mit einem Rennen des Rothaus-Poisonbikes-Cups, weshalb ich nie starten konnte. In diesem Jahr war dies endlich einmal anders. 12frechen1Zur Freude aller Teilnehmer war der Renntag mit Temperaturen um 20 Grad und blauem Himmel (Ende März!) vom Wetter extrem begünstigt.

Entsprechend voller Vorfreude machten wir (Max Göke, Julian Biefang und ich) uns auf den Weg nach Frechen. Leider wurde es aufgrund des enormen Andrangs vor dem Start ziemlich hektisch, an Warmfahren war nicht zu denken. Bei einer Distanz von 138 Kilometern ist dies aber ja auch nicht ganz so wichtig. Wir standen kaum in der Startaufstellung und schon ging es los. Ein riesiges Feld aus B- und C-Klassefahrern (über 250) machte sich auf den Weg in die Eifel. Bei Engpässen und Richtungswechseln ging es hinten schon manchmal in Richtung Stillstand, aber insgesamt verliefen die ersten 40 km sehr harmonisch und ohne Stürze. Dann war es ausgerechnet einer von uns, der vom ersten Sturz betroffen war. Kurz vor der ersten Sprintwertung in Euskirchen stand plötzlich in einer Linkskurve Julian Biefang mitten im Feld. Wie ich nach dem Rennen erfuhr, war er bei einem Ausreißversuch zu Fall gekommen. Doppelt schade, hätte er doch gute Chancen gehabt bei der Sprintwertung etwas mitzunehmen. Auch aufgrund des hohen Tempos des Feldes, dachte ich, dass er da wohl leider nicht mehr herankommen würde. Knapp 1 km weiter sah ich ihn dann aber an einer Kreuzung stehen, von wo aus er sich wieder hinten anschloss, also nochmal gutgegangen.

Auch für mich gab es in Euskirchen einen kleinen Einschnitt. Bei der Stadtdurchfahrt entschied ich mich über einen erhöhten Kreisel in der Mitte drüber zu fahren und büßte dabei meine zweite (noch volle) Trinkflasche ein. Bei der Restdistanz und den hohen Temperaturen nicht unbedingt optimal, Rationierung war jetzt angesagt.

Trotzdem fühlte ich mich sehr gut und beschloss einmal vorne reinzufahren. Allerdings bekam mir die Hektik während der Positionskämpfe um die vorderen Plätze zur Einfahrt in den Berg des Tages nicht so gut und so erbarmte sich „glücklicherweise“ ein erster Anstieg bei Bad Münstereifel und verwies mich wieder weiter nach hinten. Dummerweise machte der Hauptanstieg (bei KM 70) genau dort weiter und ich verlor schnell den Anschluss an das Hauptfeld.

Allerdings zerriss dieses am einzigen längeren Anstieg in unzählige Gruppen. Ich hatte während des Anstiegs ständig Julian ca. 50 m vor mir und wollte nach dem Scheitelpunkt zu seiner Gruppe aufschließen. 12frechen2Es kam leider anders, da unser versprengtes Grüppchen nicht genug Reserven hatte, um die Lücke zu schließen. Stattdessen fielen auch bei uns noch einige zurück, dafür kamen nun während der nächsten 50 Kilometer immer wieder zurückgefallene Fahrer von vorne.

Irgendwann erblickte ich weiter vorne unsere Vereinsfarben. (bzw. etwas kleines Dickes!) Max war sehr gut in einer vorderen Gruppe über den Berg gekommen, erlitt aber dann einen schweren Krampf und musste sich dann zurückfallen lassen. Fortan fuhren wir gemeinsam weiter, wobei die letzten 40 Kilometer zwar schnell, aber eher im Stile einer schnellen RTF gefahren wurden. Julian erreichte knapp 8 Minuten vor uns das Ziel und konnte sich über ein gelungenes Rennraddebüt freuen. Auch Max und ich waren begeistert vom tollen Renntag und freuen uns auf die Saison (auch wenn sicher noch etwas an der Form gefeilt werde muss). Erwähnenswert ist sicher noch, dass mit Dominik Roels ein ehemaliger Milram-Profi (zwischen 2008-2010 fuhr er 2x die Vuelta a’Espana und 1x den Giro d’Italia) das Rennen für sich entschied.

Im U15-Rennen startete derweil Julius Molinski, der eine sehr gute Vorbereitung bestritten hatte, was er unter anderem auch beim 4. Platz im Heimrennen in Kottenheim unter Beweis stellte. Außerdem wurde er kürzlich vom Verbandstrainer Kurt Werheit als einziger U 15-Fahrer (!) fürs Trainingslager auf Mallorca nachnominiert.

Leider musste er aus Frechen trotz eines 8. Platzes frustriert abreisen. Während die U15-Fahrer auf dem 1,7 km-Stadtkurs ihre Runden drehten, erreichten die Junioren schneller als erwartet den Zielbereich. Daher musste das U15-Rennen unvermittelt vorzeitig abgebrochen werden. Diese Entscheidung kam so überraschend, dass Julius nicht mehr richtig in den Schlusssprint eingreifen konnte. Schade, aber bei seiner Form wird es noch genug Gelegenheiten geben.

Martin Reis

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