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Trainingslager Mallorca

11.-24.02.2012 - Grundlagenkilometer sammeln auf der Balleareninsel

So früh wie noch nie machte ich mich 2012 auf nach Mallorca ins Trainingslager, was durch Terminierung des Rothaus-Poisonbikes-Cup verursacht wurde. Angesichts arktischer Temperaturen zum Zeitpunkt des Abflugs am 11.02. könnte man meinen genau zum richtigen Zeitpunkt. Dummerweise war auch auf Mallorca das Wetter zu dieser Zeit eher bescheiden. Aufgrund einer Verspätung meines Fliegers, konnte ich am Anreisetag, an dem es wider Erwarten warm war, nicht mehr fahren.

Also ging es erst am Sonntag auf die Piste. Bei 5 Grad und dichter Wolkendecke fuhr ich dick eingepackt Richtung Sant Salvador los. Nach höchstens 3 Kilometern begann es zu regnen, angesichts meiner Ausrüstung zwar unangenehm, aber auszuhalten. Doch der spanische Wettergott hatte noch mehr zu bieten und so begann es bald zu schneien. 12malle1Die Temperatur fielen gegen null und es entwickelte sich ein kleiner Schneesturm. Selbst in Deutschland war ich bei solchen Bedingungen schon lange nicht mehr unterwegs. Völlig durchgefroren mit beinahe steifen Fingern erreichte ich nach 67 km das Hotel und war heilfroh, dass der Hausmeister das Warmwasser zwischenzeitlich zum Laufen gebracht hatte.

Aber es sollte ja besser werden. Im Schnitt blieb es zwar während meines Aufenthalts kühl, doch die Bedingungen besserten sich erheblich und so konnte ich im Weiteren meine Vorhaben vollständig umsetzen. Dieses Jahr war ich alleine auf der Insel und musste auch früh erkennen, dass ich auch das nette Angebot von Julian Biefang, mit ihm zu fahren, nicht annehmen konnte. Die mitgebrachte Form war nicht sonderlich gut und so mussten lange Grundlageneinheiten in meinem eigenen Tempo her.

Ohne Begleitung waren die Ausfahrten schon deutlich langweiliger als in den Jahren zuvor, aber trotzdem landschaftlich und radsportlich einfach super. Die Insel hat viele tolle Straßen und spektakuläre Anstiege zu bieten. Ich wollte in diesem Jahr explizit die Gebiete anfahren, die ich bisher bei keinem meiner vorherigen Aufenthalte erreicht hatte. Trotzdem standen auch alle Höhepunkte auf dem Programm. So erradelte ich beispielsweise wieder die unvergleichlichen Straßen nach Sant Salvador, zum Cap Formentor, zur Ermita de Betlem, nach Randa Cura, hinauf zum Coll de Sa Batalla und nach Sa Calobra. Letztere Tour ist nicht nur wegen des Namens des zu passierenden Hauptpasses (Coll dels Reis) absolute Pflicht. Die Straße mit dem berühmten Krawattenknoten gehört zu den schönsten, die ich bisher gesehen habe. Meine geplanten Neuerschliessungen lagen jeweils im äußersten Südosten bzw. Südwesten und waren somit mit sehr langen Touren verbunden. Nach der ersten Woche ging ich das Thema „Ostküste“ an und folgte der gesamten Küste vom im Norden gelegenen Arta bis zum südlichsten Punkt Mallorcas, dem Cap des Salines. Es war eine schöne Tour mit immerhin 214 km, die aber nicht so spektakulär war, dass ich nun für die letzten Jahre bereuen musste, dort noch nie gewesen zu sein.

Anders verhielt sich dies im Südwesten. Neben einer Tour durchs Gebirge um Puigpunyent, Galilea und Calvia, bei der ich einige Anstiege und Straßen befuhr, die ich seit meinem ersten Mallorcaaufenthalt 2005 nicht mehr gesehen hatte, nahm ich mir die Westküste vor. 12malle2Um die Streckenlänge etwas im Rahmen zu halten, kam der „Hürzeler“-Bustransfer nach Port d'Andratx gerade recht, um die halbe Strecke zu überbrücken. Von dort steuerte ich mit dem Tauchparadies Sant Elm zunächst den südwestlichsten Punkt an. Damit waren alle „Ecken“ der Insel für 2012 abgehakt. Nun folgte ich der Küstenstraße, an die ich mich von 2005 nur noch dunkel erinnern konnte – ein schwerer Fehler. Es ist eine spektakuläre Straße, die in ständigem Auf und Ab der Steilküste folgt und dabei fantastische Ausblicke gewährt. Etwas vollkommen Neues wollte ich aber auch noch einbauen. Die Entscheidung fiel auf die Stichstraße hinab nach Port de Valdemossa. Auch hier versteckte sich ein regelrechtes Juwel, eine teils extrem schmale Straße, die sich in unzähligen Serpentinen einen Steilhang hinab bis zum Hafen schraubt. Die Straße ist durchaus mit der nach Sa Calobra vergleichbar, wenn auch die Panoramaausblicke auf den Straßenverlauf leider fehlen. Die landschaftlichen Höhepunkte hatten leider viel Zeit gekostet und nun stand mir noch mit dem Puig Maior ein fast 1000 Höhenmeter-Anstieg im Weg. Nach knapp 1,5 Stunden erreichte ich die Passhöhe und musste einsehen, das ab jetzt der Kampf gegen die einsetzende Dunkelheit begann, den ich letztlich aber knapp verlor. Die letzten Kilometer im Dunkeln waren sehr unangenehm und mit vielen Pausen, um die Autos passieren zu lassen, verbunden. Trotzdem bleib ein toller Tag, aber es hieß wieder Abschied nehmen, ein letztes Mal das reichhaltige Abendbüffet plündern.

Zum Abschluss am Abreisetag noch eine schöne Tour zum Coll de Honor und nach Orient und schon war mein „Mallorca 2012“ Geschichte. Schön war’s und immer wieder empfehlenswert.

Martin Reis

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