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Großer Preis von Mehlingen

05.08.2012 - Julius Molinski klettert erneut aufs Podest.

Auf nach Mehlingen!
Julius befand sich schon seit 3 Tagen in der Pfalz, er hatte die Maßnahme „Manschaftszeitfahren“ mit den Besten aus der Pfalz als Training für die deutsche Meisterschaft in Genthin im September absolviert. Als Abschluss fuhr er das Rennen in Mehlingen.

Klar, ich auch. Senioren in der Pfalz, ich hatte schon Magenschmerzen als ich aufstand, überlegte, ob ich nicht einfach meine Lizenz vergessen sollte. 12mehlingen1Halb fünf klingelte der Wecker, meine Hunde verstanden die Welt nicht mehr, um sechse holte ich Spezi Richard ab und dann zum x-ten mal in die Pfalz. Vielleicht doch bald eine Wohnung in Kaiserslautern? Ich hatte Start um Neun Uhr, fühlte mich ziemlich alt, nachdem mich das „Fest der Tausend Lichter“ in Andernach immer wieder aus dem Schlaf gerissen hat. Ich meldete nach, hatte die NR 98, also ca. Einhundert Fahrer am Start. Mein erklärtes Ziel: schön bei den ganzen Pfälzern im Hauptfeld bleiben, und mich durch deren Dialekt durcharbeiten.

In der ersten Runde gleich am Anfang bei einer Verkehrsinsel gab es einen dicken Unfall, ein Fahrer rutschte mir von links direkt vor die Füße, irgendwie kam ich an ihm vorbei und war geläutert. Vorbei die Müdigkeit, volle Konzentration und immer schön im Feld bleiben. Das ging vier Runden so, dann nahm ich ein Gel zu mir, um in den letzten zwei Runden noch genug Energie zu haben, denn das Feld war wieder teuflisch schnell unterwegs. Immer wieder Gegenwind und ich fragte mich, wie die das an der Spitze wohl machen, solch ein Tempo zu halten. Als ich mein Gel schluckte, noch etwas nachtrank, war ich plötzlich alleine. Ich hatte nicht aufgepasst, plötzlich war eine Lücke von Zehn Metern und ich bekam den Gegenwind zu spüren. Ich ging aus den Sattel und gab alles … mein Puls schwoll auf sagenhafte 185 Schläge an, ich musste abreißen lassen, wenn ich nicht mit dem Krankenwagen diese Stätte der Schmach verlassen sollte. Fast  zwei Runden bin ich hinterhergeprescht, immer wieder kam ich etwas ran. Ich konnte sehen, wie im Feld zwischendurch "gechillt" wurde, doch dann zog das Tempo an und ich hatte keine Chance. So bin ich vierhundert Meter hinter dem Hauptfeld mit einem neuen Pulsrekord ins Ziel getrudelt. Ich war sehr enttäuscht und habe immer noch mit dieser Niederlage zu kämpfen, nur weil ich zu gierig mein Gel gelutscht habe.

Zur gleichen Zeit fuhr Richard im Parallelrennen der U17 auf den 16ten Platz. Er hat den Sprint versaut, sich aber wieder gefangen und konnte seinen gewohnt "anstrengenden Humor" wiederfinden. 12mehlingen2Julius kam mit den anderen Pfälzern in einem ziemlich müden Zustand zum U15-Rennen, er hatte ein paar anstrengende Tage und Nächte erlebt. Wie sollte ich ihn motivieren? Ich fand, er war es mir schuldig, wenn ich das Rennen schon vergeigt hatte, sollte er wenigstens den „Äppelwoi-Bembel“ aus dem Feuer ziehen. Ich drohte ihm, dass er mit dem Fahrrad nach Hause fahren müsste, wenn er nicht alles gibt. Ohne sich wirklich Warnzufahren, startete er Mittags mit seinen Trainingskollegen und gleichzeitig auch Konkurrenten zum Rennen. Dann kam etwas wunderbares: In der 2. Runde fuhr er eine Prämie raus und startete einen Angriff. Seine drei Trainingskolegen hingen sich an ihn ran und sie taten das, was sie seit drei Tagen geübt hatten. Sie fuhren ein Manschaftszeitfahren und deklassierten das Feld in den letzten zwei Runden um fast fünf Minuten. Das sah so elegant und leicht aus, dass mein Herz zu hüpfen begann, nach meinem Pulsrekord kamen dann doch noch die Glückshormone.

Zum Schluss gab es noch einen richtigen Krimi, die ersten vier Plätze wurden im Sprint entschieden, indem man sich kurz vor Ziel fast stehend beäugt hatte - das Hauptfeld war noch lange nicht zu sehen - einer zog schließlich den Sprint an. Julius konnte als Dritter durchs Ziel rasen, es war irre! Nach dem Rennen gab es ein paar Rennwürste und Schnitzelbrötchen, ich hatte ständig ein Grinsen im Gesicht. Die Gerechtigkeit hatte gesiegt. Mein Rennen war scheiße, mein Sohn hat dafür einen Krimi hingelegt.

Sinus Molinski

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