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Straßenrennen Pulheim, Mülheim und Wuppertal

02.-09.09.2012 - Max und Martin nach längerer Rennpause wieder in mehreren C-Klasse-Rennen im Einsatz

Bedingt durch die Ferientour entlang des Rheins und die Alpentour in die französischen Seealpen machten Max und ich eine etwa 6-wöchige Rennpause, die nun Anfang September zu Ende ging. Nachdem wir samstags schon die eigene CTF ausgeschildert hatten und auch für den späteren Sonntag unsere Hilfe zusagten, bekamen wir von RTF-Wart Paolo Ferrara für den Sonntagmorgen frei.

Das Rennen in Pulheim kannte ich schon aus dem Vorjahr und hatte daran gute Erinnerungen. Zudem war das Wetter optimal bei knapp 20° Grad und trockenen Verhältnissen. Die Strecke ist im Prinzip ein flacher 6,1 km-Rundkurs mit sehr wenigen Kurven und nur einer leicht ansteigenden Zielgerade. Wenig Kurven, wenig Berge, solche Rennen mag ich.

Das Rennen war geprägt von vielen erfolglosen Ausreißversuchen, bei denen auch Max mehrere Male beteiligt war. 12pulheim2Durch diese ungleichmäßige Fahrweise rollte das Feld häufig wieder eng zusammen und so gab es schon in der zweiten Runde den obligatorischen Sturz auf der langen Geraden. Während ich nicht betroffen war, sah ich wie Max, direkt hinter den Stürzenden fahrend, durchs Gras auf einen parallel führenden Radweg ausweichen musste. Gerade nochmal gut gegangen. Ich hielt mich auch meist im vorderen Drittel auf, fuhr aber sehr zurückhaltend, da ich auf jeden Fall im Feld ankommen wollte. Im Nachhinein war dies ein Fehler, ich hätte definitiv einmal etwas versuchen sollen, denn echte Gefahr den Anschluss zu verlieren gab es nie.

In der drittletzten Runde hätte es mich dann aber beinahe anders erwischt, als ein Fahrer mich Richtung Bordstein drängte und auch ich durchs Gras ausweichen musste. Da fehlten nur wenige Zentimeter zum Sturz. Zeit zum Nachdenken blieb Gott sei Dank nicht.

In der letzten Runde setzten sich dann 2 Fahrer ab, die maximal 150 Meter Vorsprung herausfuhren. Ich hätte nie gedacht, dass sie das halten könnten, doch sie retteten einen Mini-Vorsprung bis zur Ziellinie, Respekt!

Am darauffolgenden Wochenende standen gleich 2 Rennen mit allerdings nur kurzen ca. 1 km langen Runden auf dem Programm.

Samstags bestritten Max und ich unser jeweils erstes Kriterium in Mülheim an der Ruhr. Das Format, bei dem in Zwischenwertungen Punkte gesammelt werden und sich dann aus dieser Punktewertung das Endklassement ergibt, hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Da der Fokus auf den Zwischenwertungen liegt, schließlich hat man mit einer gewonnenen Zwischenwertungen den Top 10-Platz im Prinzip sicher, agieren die meisten Fahrer anders als in „normalen“ Rennen und Erfahrung spielt eine größere Rolle. Bei mir war das allerdings egal, da ich anfangs in 2 Kurven in beinahe jeder Runde einige Meter verlor und mich infolgedessen am Ende des Feldes wiederfand. Hier ließen immer wieder Fahrer vor mir Löcher zum Feld reißen und irgendwann gelang es mir nicht mehr diese zu schließen. Nach knapp 20 Runden wurde ich folglich überrundet und aus dem Rennen genommen. Max blieb zwar bis zum Ende dabei, hatte jedoch keine Chance auf eine Wertung und dementsprechend eine Platzierung.

Das sollte sich sonntags beim Rennen „Rund in Wuppertal“ ändern. Hier galt es einen exakt rechteckigen Kurs mit einem kurzen Stich zu bewältigen. Wie erwartet wurde von Beginn an vorne schnell gefahren und das 70-köpfige Feld wurde extrem auseinander gezogen. Ich war zu weit hinten, wo es nur hieß, in Einerreihe nach jeder Kurve im Vollsprint zu versuchen das Feld zu halten. Irgendwann musste ich doch reißen lassen, wurde etwas später überrundet, konnte dem Feld aber danach relativ problemlos folgen. Einzig, dass ich in einer Kurve treffsicher Runde um Runde die Ideallinie verfehlte, ärgerte mich gewaltig. Am Ende waren nur noch 22 Fahrer dabei und ich zufrieden. Max machte es noch deutlich besser: Mit einer Attacke aus dem verbliebenen Hauptfeld sicherte er sich seine 3. Platzierung zum Aufstieg in die B-Klasse. Trotzdem wird es wohl dieses Jahr nicht mehr klappen. Ich würde es ihm natürlich gönnen, aber wenn wir nächstes Jahr zunächst noch gemeinsam C-Klasse fahren, hätte das auch was.

Martin Reis


Wappen von Pulheim - Senioren-Rennen:

Dieser Sonntag schien ein spannender zu werden. Ich fuhr nach Pulheim, um mich mit den dort Ortsansässigen Senioren zu messen, während Julius zur Deutschen Meisterschaft im Mannschaftszeitfahren nach Genthin sauste. Natürlich waren meine Gedanken bei Julius. Aber ich hatte mir nach dem letzten „Debakel“ in Mehlingen noch etwas zu beweisen.
Ich wollte mich nicht durchreichen lassen, im Gegenteil, ich wollte vorne mitfahren. Reine Kopfsache, oder? Mir ging es am Morgen ziemlich schlecht, ich hatte Angst. Mein Magen rebellierte, die Kopfsache verschob sich nach hinten. Ich sagte mir, wenn ich wieder hinterher fahre, dann „steige ich aus“. So ein Quatsch, niemals steige ich aus, ich bin stark genug, um mitzudrücken! Im Training komme ich immer gut mit Julius und Richard mit. Und die sind Saustark!

Sonntagmorgen 5:00h aufstehen, kaum Zeit für die Hunde, Richard und meine jüngste Tochter eingepackt und auf die Autobahn. 12pulheim1In Pulheim Max und Martin begrüßt, die Aufwärmrunde zum Toilettenwagen absolviert, dann ging’s los. Und?  Ich war gut; vom ersten Moment an war ich stark, konnte jede Verschärfung mitgehen, hielt mich in der Mitte des Feldes auf. Es waren knapp 120 Fahrer, immer die Hand an der Bremse, an den Rampen konnte ich ordentlich drücken. Bloß kein Gel, nur kurz mal einen Schluck Wasser. Am Schluss  konnte ich mich bis zum ersten Viertel vorkämpfen und ich hatte Spaß dabei. Aber, ich wusste, zur gleichen Zeit fuhr Julius bei der DM mit seinen drei Pfälzer Kollegen Niklas Märkl, Fabian Brämer und Carsten Siegel um einen Podiumsplatz, also nix mit den Glückshormonen, ich war gestresst. Kein Anruf, nix! Ich jubelte Max zu, ich jubelte Martin zu, immer noch nix! Ich jubelte Richard zu, der seinen Schlussspurt leider vergeigte. Ich jubelte meiner kleinen Tochter zu, die sich plötzlich in einem ganz anderem Rennen befand, weil sie ein Rennrad (welch Schande) besaß und mit irgendwelchen Riesen ein 12km (!) -Rennen bestreiten sollte und keine Chance hatte. Ich trocknete ihre Tränen, aber keine Nachricht aus Genthin, nix, nix, nix! Ich ahnte schlimmes.

Alles ging mir durch den Kopf, dann kam ein Telefonanruf: Julius hatte bei der Wende einen Unfall, hat den 4ten Mann mitgerissen, der konnte nicht mehr mitfahren, bis zu dem Zeitpunkt lagen sie an der Spitze, im Ziel sind sie dann nur noch zu dritt als 9ter in der Wertung durch. Was wäre wenn… ich war super enttäuscht, meinen persönlichen Sieg in Pulheim hätte ich gerne eingetauscht, gegen den unachtsamen Moment von Julius, der, so glaube ich, zum ersten Mal in einem Rennen gestürzt war. Als ich ihn abends irgendwo auf der Autobahn in Empfang genommen hatte, hatte ich doch noch so einen kleinen Rest von verstreuten Glückshormonen in mir. Ich war ziemlich „Gaga“. Wir hielten uns kurz, erzählten uns von diesem irrsinnigen Tag und bereuten (fast) nichts!

Sinus Molinski

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