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Marathon-Wochende an Pfingsten

17. und 18.05.2013 - Martin Reis bei Radmarathons in der Pfalz und Rhön am Start

In diesem Jahr ergab sich eine sowohl terminlich als auch räumlich günstige Lage von sechs Stationen des Radmarathon-Cups, weshalb ich mich entschloss die Serie einmal in Angriff zu nehmen. Da ich deshalb am Pfingstsonntag in Bimbach starten „musste“, bot sich für Pfingsten ein ganzes Marathonwochenende an. Um beim deutschen Radmarathoncup in die Wertung zu kommen, muss man mindestens 6 der der Serie zugehörigen Marathons bewältigen. Angesichts von jeweils nur einem Marathon pro Landesverband sind damit also mitunter recht hohe Entfernungen verbunden. In 2013 liegen aber 6 Veranstaltungen von Mayen aus durchaus erreichbar.

Für das Pfingstwochenende sollten es dann aber gleich drei Marathons um die Großveranstaltung in Bimbach herum sein. Samstags ging es um halb 5 in Richtung Rockenhausen (bei Kaiserslautern), um dort die mit 238 km und 3600 Höhenmetern kürzere (!) Marathonvariante unter die Räder zu nehmen. Die Strecke führt durch die Nordpfalz, quert die Nahe und dreht dann eine Schleife durch den Hunsrück, bevor es wieder zurück nach Süden geht. Die 300er-Variante (mit Paolo am Start) besucht sogar kurz noch die Mosel. 2008 war ich hier schon einmal am Start und erkannte einige der schönen Anstiege wieder. Nicht mehr so ganz präsent hatte ich allerdings die auffallend verkehrsarmen Straßen. Auf den ersten 150 Kilometern begegneten mir kaum mehr als 30 Autos, wirklich außergewöhnlich. 13marathons1Ein wenig gewöhnungsbedürftig war allerdings die sparsame Ausschilderung, wenn kein Abzweig von der Hauptrichtung zu vollziehen war. Geradeaus- oder Bestätigungsschilder sucht man meist vergebens. Dies ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber letztlich überhaupt kein Problem. Die Strecke ist toll und der Marathon absolut zu empfehlen.

Ähnlich gute Erinnerungen hatte ich auch an die Strecke des Rhönmarathons in Bimbach. Hier ging ich auch auf die 238 km lange Strecke, was aber in Bimbach, im Gegensatz zum Vortag, die Langstrecke war. Mit nun 4500 Höhenmetern hatten die Bimbacher im Vergleich zu unserem letzten Besuch (3400 Hm) noch einmal ordentlich aufgerüstet. Mit der Einsamkeit des Vortages war es nun aber auch vorbei, schließlich standen über 2000 Marathonfahrer  um 6 Uhr am Startbogen. Ich fühlte mich trotz der Vorbelastung gut und orientierte mich nach vorne. Gerade lagen die ersten Wellen hinter uns, konnte ich plötzlich hinten nicht mehr schalten, schnell war klar -> Schaltzug gerissen. Die Kette auf dem größten Gang.  Mist! Von unserer letzten Teilnahme wusste ich aber, dass die erste Kontrolle nach knapp 25 Kilometern und ohne nennenswerte Anstiege erreicht sein würde, also wollte ich es bis dahin schaffen. Dummerweise warteten aber just auf dem kommenden Stück schon einige der Streckenänderungen auf uns. So wuchtete ich die „Riesenmühle“ einen mäßig steigenden, aber eben doch kilometerlangen Anstieg hoch. Natürlich nicht ohne jede Menge irritierte Blicke und einige Kommentare anderer Fahrer. Nach dem Vergeuden einer ganze Menge Kraft hatte ich dann schließlich doch ein Einsehen und rief den Servicewagen. Diese Entscheidung hätte ich schon viel früher treffen sollen. Ich brauchte fast 70 Kilometer, um mich von diesem frühen Kraftakt zu erholen und wieder mit ordentlichem Druck fahren zu können.

Bis hierhin kämpften wir uns bei geringer Sichtweite durch dichten Nebel und ich befürchtete, dass das Wetter sogar noch schlechter als in der Vorhersage bleiben würde. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Beim sehr steilen Anstieg zur Ebersburg und direkt danach hinauf zur Wasserkuppe durchbrachen wir den Nebel und uns boten sich tolle Ausblicke über die Hochrhön und die Nebelschwaden in den Tälern. 13marathons2Es sollte das letzte Mal sein, dass wir an diesem  Tag mit Nebel oder Wolken zu tun hatten, von nun an erfreute uns ein strahlend blauer Himmel bei der Fahrt durch die Rhön und bescherte noch viele großartige Ausblicke. Ausschilderung, Organisation und Verpflegung sind beim Rhönmarathon wirklich etwas besonderes und die Strecke wurde nicht umsonst zum Klassiker. Viele lange und schwere Anstieg, tolle Ausblicke und schnelle Abfahrten wechselten sich ab. Ob allerdings die vergleichsweise enorm hohe Startgebühr wirklich sein muss, ist zumindest fraglich. Klar ist aber auch, dass hier ein riesiges Helferteam mit großem Engagement im Einsatz ist. Dem Leitspruch „Pfingsten fährt man Bimbach“ sollte man daher meiner Meinung nach wenigstens einmal folgen. Einen Vereinskamerad, der dies in diesem Jahr ebenfalls tat, begegnete ich dann an der vorletzten Kontrolle. Wilfried Berger hat sich dieses Jahr ebenfalls die Radmarathon-Serie des BDR vorgenommen und war auf der 202 km-Runde unterwegs. Mit über 70 Jahren war er sicher unter den ältesten Teilnehmern, bei weitem aber nicht unter den langsamsten. Hut ab! Wir gönnten uns ob der vollbrachten Tagesleistung ein verdientes "alkoholfreies" Weizen und ich blickte während meiner Rückfahrt in meine Unterkunft in Alsfeld nun optimistisch auf den kommenden Montag und den letzten Marathon meiner geplanten Trilogie, den Taunus-Vogelsberg-Marathon in Oppershofen.

Um 5 Uhr hieß es abermals Aufbrechen zum Start. Leider schien sich nun die schlechte Wettervorhersage zu bestätigen. Schon während der Anfahrt regnete es ununterbrochen. Nach einem kurzen Frühstück im Startbereich entschloss ich mich dann gegen einen Start, um nach der großen Belastung eine Erkältung zu vermeiden. Leider gelang das nicht, denn trotz des Verzichts auf den letzten Marathon erwischte mich Mitte der Woche nun doch eine Erkältung, die mir das freudig erwartete Rennwochenende mit dem „Komet von Köln“ und „Rund in Bonn“ vermieste. Angesichts der guten Form wirklich sehr schade.

Martin Reis

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