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Gevelsberg Marathon + Pulheim + Bornheim

Mein fast perfektes Radsportwochenende
31.08. 16.Talsperrenmarathon in Gevelsberg 220 km und 3300 Hm
01.09. Wappen von Pulheim – Rundstreckenrennen
02.09. Großer Preis von Bornheim – Kriterium

In der Vorplanung war ich mir nicht sicher, ob ein RTF-Marathon und anschließend zwei Rennen nicht vielleicht doch etwas zu viel des Guten wäre. Im Nachhinein kann ich konstatieren, dass es ein tolles Wochenende war. Der samstägliche Marathon war für mich eine Pflichtveranstaltung, schließlich wollte ich ja dieses Jahr die Serie „Radmarathoncup Deutschland“ fahren und benötigte noch eine Wertung. Ich kannte den Marathon schon und freute mich auf die hügelige und abwechslungsreiche Strecke. Wie schon vor drei Jahren war Max auch wieder mit am Start und wir konnten eigentlich recht flott durchrollen, ohne mit Blick auf Sonntag alle Körner zu verschießen.

Trotzdem fühlten sich dann am Sonntagmorgen die Beine doch etwas schwerer als gedacht an. Max hatte mir den Auftrag erteilt, ob der guten Form, die er bei mir zu erkennen glaubte, mich von Beginn an vorne aufzuhalten und Angriffe mitzugehen. Angesichts der Beine schien mir das nicht sonderlich ratsam und ich verlegte mich auf meine altbekannte Taktik, erstmal hinten mitrollen und sehen wie sich das Rennen entwickelt. Kurz vor Ende der zweiten Runde gab es dann vor mir einen großen Massensturz, bei dem die ganze Straße blockiert war. Mir gelang es allerdings recht schnell über einen Grünstreifen und einen parallel verlaufenden Radweg wieder auf die Straße zu kommen und die Jagd auf das Feld aufzunehmen. Der Anschluss glückte recht schnell und das Feld kam wieder größtenteils zusammen. Die Sturzfolgen waren in Form von Krankenwagen etc. allerdings noch für die folgenden drei Runden zu sehen. Im weiteren Verlauf kam ich immer besser zurecht und nahm mir daher vor, ab der 8. von 10 Runden mich weiter nach vorne zu orientieren. Von den Teilnahmen in den beiden letzten Jahren wusste ich, dass dies die entscheidende Phase ist, wo evtl. Fahrer dem Feld entkommen könnten.

Gerade vorne angekommen, ging ich auch gleich eine Attacke mit, die aber recht schnell wieder neutralisiert wurde. In der vorletzten Runde versuchte ich es erneut, wir wurden jedoch kurz vor der 150-Grad-Kurve in der Hälfte der Strecke gestellt. Genau in diesem Moment erkannte ich in dem auf der linken Seite attackierenden Fahrer genau jenen Favoriten, den mir ein vom Bonner Uni-Radsport bekannter Mitfahrer zu Beginn des Rennens als einen Topfavoriten nannte. Nun wollte ich natürlich mit, war aber noch in der Mitte des Feldes eingeklemmt und beobachtete wie der Betzdorfer Till Neschen allein in die Verfolgung ging. Exakt die gleiche Situation gab es im Vorjahr, als Clemens Hesse samt eines Begleiters ca. 10 km vor dem Ziel ausriss und den Vorsprung ins Ziel brachte. Umso unverständlicher war mir im Nachhinein, dass ich, kaum wieder frei, nun doch zögerte den beiden hinterher zu fahren. Ich wartete definitiv zu lange. Im Prinzip erst als ich mir sicher war, die beiden würden durchkommen, versuchte ich ebenfalls den Anschluss herzustellen. Leider beteiligte sich kein anderer Fahrer an meiner Attacke und ich fuhr einige Kilometer allein im Wind ohne Aussicht auf Erfolg. Letztlich wurde ich vom Hauptfeld ca. 3 km vor Ende geschluckt und die beiden Spitzenreiter erreichten allein das Ziel. Natürlich kann man nicht wissen, wie es sich entwickelt hätte, wäre ich direkt hinterhergefahren. Zum einen könnte es sein, dass das Feld auf drei Ausreißer anders reagiert hätte als auf zwei, zum anderen könnte es auch sein, dass ich das Tempo an der Spitze hätte nicht halten können. Trotz des für meine Verhältnisse guten Rennens bleibt bei mir aber eben ein klein wenig Ärger über mein Zögern, da ich so eben nicht erfahren werde, ob ich das Podium bei einem solch großen Rennen wie dem „Wappen von Pulheim“ hätte erreichen können.

Trotzdem gab mir die gute Leistung natürlich Rückenwind und ich fuhr am Montag zuversichtlich nach Bornheim zu meinem ersten „Kerwerennen“. Diese Rennen gibt es häufiger in der Pfalz und sie finden im Rahmen der Kerwe in dem jeweiligen Ort als Abendrennen unter der Woche statt. Bei der Streckenbesichtigung schwante mir Übles, schließlich gab es auf dem 1,4 km-Rundkurs sechs Kurven zu fahren. Für mich als „Kurvenspezialist“ nun wirklich keine rosigen Aussichten. Das Rennen war zudem als Kriterium und Temporennen ausgeschrieben. Kriterium bedeutet, dass das Rennen nicht nach Zieleinlauf, sondern nach einer zuvor ausgefahrenen Punktewertung entschieden wird. Dafür gibt es alle 5 Runden eine Wertung bei der die ersten drei Fahrer Punkte erhalten. In einem Temporennen wird zusätzlich in jeder der letzten 10 Runden eine kleine Wertung für die ersten beiden Fahrer ausgefahren. Dieser Umstand deutet natürlich daraufhin, dass es eine Menge schneller Zielanfahrten und Sprints geben wird. Im Gegensatz zum 200-Mann-Feld vom Vortag war das Fahrerfeld mit knapp 60 Fahrern überschaubar.

Ich sortierte mich mal wieder hinten ein, um erst einmal zu sehen wie es läuft. Schnell entwickelte sich das Rennen zum erwarteten Sprintfestival mit jeder Menge Antritten nach den Kurven. Zu meinem Erstaunen fiel es mir aber überhaupt nicht schwer, diese Antritte mitzugehen und so machte es mir auch wenig aus, dass der Großteil des Rennens in Einerreihe gefahren wurde. Sehr wohl Probleme hatte ich allerdings im Kurvenfahren und bekam hier immer wieder meine technischen Unzulänglichkeiten aufgezeigt. Bei kurzen Ausflügen nach vorne wurde schnell klar, dass ich hier eher einen Störfaktor darstellte. Aus diesem Grund entschied ich mich bewusst, während des ganzen Rennens im hinteren Teil des Feldes zu fahren, womit ich, im Gegensatz zum Vortag, aber auch zufrieden war. Ich kam schließlich ohne größere Probleme erneut im Hauptfeld an, was mir nach Wörth am 25.08. und Pulheim schon zum dritten Mal hintereinander gelang. Bisher schaffte ich das noch nie in zwei aufeinander folgenden Rennen. Aus diesem Grund bin ich auch sehr zufrieden mit dem Wochenende, auch wenn das i-Tüpfelchen leider fehlt. Schade ist sicher auch, dass die augenscheinlich gute Form in diesem Jahr mangels Rennen kaum noch zum Einsatz gebracht werden kann.

Martin Reis

Ergebnisse

Wappen von Pulheim (01.09.): C-Klasse – 10 Runden – 61 km – Zeit des Siegers 1:23:39

1. Frederik Prenzel – RSV Braunschweig
2. Till Neschen – RSC Betzdorf
3. Bernhard Rechlin – RSV Unna
… Hauptfeld Martin Reis – RSC Mayen

Großer Preis von Bornheim (02.09.): C-Klasse – Kriterium – 45 Runden – 63 km

1. Andrej Petrovski – RSC Reinheim
2. Lukas Mild – RSV Wanderlust Hofweier
3. Dieter Schwan – RIG Vorderpfalz
… Hauptfeld Martin Reis – RSC Mayen

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