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Straßenrennen Aachen & Mehlingen

02.+03..08.2014 - 40. Rund um Dom und Rathaus in Aachen und 67. Großer Preis von Mehlingen

Was macht die Faszination des Radsports aus? Eine Frage, auf die leidenschaftliche Radfahrer angesichts des großen Facettenreichtums sicher zig Antworten geben können. Trotzdem wird all diesen Facetten eine bloße Beschreibung nicht gerecht, erst das eigene Erleben macht sie greifbar.

Eine große Dosis dieser Faszination durfte ich am ersten Augustwochenende erleben. Bei zwei großen Amateurklassikern war ich jeweils zum ersten Mal gemeldet. Samstags stand mit dem Innenstadtkurs „Rund um Dom und Rathaus“ in Aachen eine der seltenen Gelegenheiten auf dem Programm, bei denen man als Amateurfahrer nicht irgendwo in Industriegebiete oder ländliche Strukturen „abgeschoben“, sondern mitten in einer Großstadt zum Wettkampf gebeten wird. Das garantiert besonderes Flair und viele Zuschauer. Im speziellen Fall des Rennens in Aachen garantiert es aber auch noch ein Stück radsportlichen Anachronismus, da das Rennen zu über 90 Prozent auf teils heftigem Kopfsteinpflaster ausgefahren wird.

Das wären nun eigentlich die perfekten Voraussetzungen gewesen, hätte denn das Wetter mitgespielt. Jeder, egal ob Radrennfahrer oder nicht, kann sich vorstellen, dass gerade Kopfsteinpflasterpassagen bei Nässe zur gefährlichen Rutschpartie werden können. Trotz schlechter Vorhersage machte ich mich auf nach Aachen, da ich nicht wusste, wann ich noch einmal die Gelegenheit dazu bekommen würde. Schließlich ließ das heimische Studium des Regenradars eine vage Hoffnung zu, Aachen könnte knapp verschont bleiben. 14aach1Leider war dem nicht so, auch wenn es während des Rennens trocken blieb. Vom vorherigen Regenguss war die Strecke allerdings beim Warmfahren noch vollständig nass und es glich eher einem „Warmkriechen“, was wir C-Fahrer dort veranstalteten. Ein „Mit-Warmfahrer“ brachte mich zum Nachdenken seiner Aussage „Das ist das erste Mal, aber ich gebe die Nummer noch vor dem Start zurück, das ist ja lebensgefährlich“ eventuell zu folgen. Glücklicherweise entschied ich mich dagegen und sagte mir, starten kann man ja mal.

Genau das tat ich zusammen mit ca. 30 Konkurrenten dann auch und schon in der ersten Runde (ca. 950 m lang) zerriss das Fahrerfeld völlig und es waren kaum Gruppen mit mehr als 3 Fahrern zusammen, so unterschiedlich war die jeweilige Risikobereitschaft aber auch das fahrerische Können ausgeprägt. Mit zunehmender Renndauer sortierte sich das Chaos, etliche Fahrer waren bereits überrundet (darunter auch ich) und es gab nun sogar so etwas wie ein Hauptfeld. Der Wettfahrausschuss bewies Fingerspitzengefühl und ließ auch die überrundeten Fahrer noch eine ganze Weile mitfahren, vielen Dank für diese tolle Entscheidung. So konnte ich auf der abtrocknenden Strecke ebenfalls das Tempo deutlich erhöhen und knapp 30 Runden auf dem interessanten Kurs unter den Augen von hunderten Zuschauern absolvieren. Es war ein echtes Erlebnis und wenn es trocken ist, dann werde ich sicher versuchen einmal wieder zu kommen.

Mehlingen

Am darauffolgenden Sonntag ging es mit 2 Mannschaftskollegen des AVIA racing teams ins pfälzische Mehlingen. Auch hier wurde mit der 67. Auflage ein echter Klassiker veranstaltet, auch hier war die Faszination Radsport hautnah erlebbar, wenngleich auch unter völlig anderen Vorzeichen.

Die zu absolvierenden 82,5 km, also 11 Runden auf der 7,5 km langen Strecke, stellten eine willkommene Abwechslung zu den vielen kurzen Rundkursen der letzten Wochen dar. Die Runde ist im Prinzip in zwei Teilstücke mit unterschiedlichen Charakteristika aufzuteilen. Der erste Teil führt flach über eine breite Landstraße, der zweite dann mit zwei interessanten Wellen auf sehr schmaler Kreisstraße mit einigen engen, aber sehr gut zu fahrenden Kurven in Richtung Ziel. Von Anfang an war also klar, sollte keine Gruppe wegkommen (bei den herrschenden Windbedingungen auf der breiten Landstraße wahrscheinlich), müsste man vor den engen Schlusskilometern nach vorne und so auf die Zielgerade kommen.

Die Mannschafts-Zielsetzung im C-Klasse-Rennen für Matthias, Phillip und mich war klar: nächste Aufstiegsplatzierung für Phillip Schon in der ersten Hälfte fuhren Matthias und Phillip ein engagiertes, aktives Rennen, Gruppen konnten sich jedoch wie erwartet nicht entscheidend absetzen. Ich brauchte meine übliche Anlaufzeit und hielt mich während der ersten 1,5 Rennstunden meist hinten auf. Dann bei noch 4 zu fahrenden Runden „Mannschaftsbesprechung“ am Ende des Feldes - der Plan: Alle drei sollten sich ab der vorletzten Runde nach vorne begeben und dann in der letzten Runde zur Einfahrt in den engen Streckenteil möglichst in den Top10 dabei sein, sodass für Phillip der Sprint angefahren werden kann.

Es gelang dann tatsächlich bei den Positionskämpfen den richtigen Weg nach vorne zu finden. Jede Gelegenheit ein paar Positionen gut zu machen wurde genutzt und ich zog am vorletzten Hügel mit den beiden anderen am Hinterrad nochmal außen vorbei nach vorne, sodass AVIA racing in der letzten Rampe ca. 1,5 km vor dem Ziel geschlossen ca. zwischen Platz 8 und 13 genau da war, wo wir sein wollten. Im Nachhinein wären aber 5 Plätze weiter vorne entscheidend für ein überragendes Teamergebnis gewesen, so wurde es dann „nur“ ein gutes. Im Schlussspurt auf der engen Zielgeraden war es nicht leicht Plätze gut zu machen, Phil sprintete (mit reichlich Kraftreserven) auf Rang 10, Matthias wurde undankbarer 11. und ich landete auf dem 20. Rang. Aufstiegsplatzierung für Phillip, Ziel erreicht.

Fazit: Ein schönes Rennen, mit einer mannschaftlich sehr geschlossenen Leistung des AVIA racing teams. Das vorher formulierte Ziel wurde erreicht und doch war es etwas schade, dass wir mit dem Gefühl „da war mehr drin“ abreisen mussten. Trotzdem waren die AVIA-C-Fahrer zufrieden, ein wichtiger Schritt auf Phils aussichtsreichem Weg zum Klassenaufstieg ist gemacht. Ich hatte zwar auch persönlich das Gefühl, noch etwas besser abschneiden zu können, andererseits ist ein 20. Platz in einem solchen Rennen mit 130 Startern ein großer Erfolg. Auch hier will ich wieder kommen.

Martin Reis

Ergebnisse:

Rund um Dom und Rathaus Aachen
1. Julian Horstmann – RSV Münster
2. Frank Meeßen – RSV Düren
3. Dominik Hideg – RSV Euskirchen
DNF. Martin Reis – RSC Eifelland Mayen / AVIA racing team

67. Großer Preis von Mehlingen
U 17:
1. Niklas Märkl – RV Queidersbach
2. Felix Groß – RSV Venusberg
3. Daniel Gundall – RV Mehlingen
7. Julius Molinski – RSC Eifelland Mayen
C-Klasse:
1. Michael Bittner – RV Schwalbe Trier
2. Stephan Zogbaum – Pulheimer SC
3. Bastian Jung – RF Homburg
10. Phillip Lentz – VfB Polch / AVIA racing team
11. Matthias Mehdorn – Kieler RV / AVIA racing team
20. Martin Reis – RSC Eifelland Mayen / AVIA racing team

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