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Raiba-Radcross in Hürth-Kendenich (14.11.2015)

Schon seit mehreren Wintern folge ich mit steigender Faszination dem Winterradsport „Querfeldein“. Der persönliche Einstieg in diesen Sport scheiterte jedoch mehrfach an unterschiedlichsten Faktoren. Bei einer MTB-Ausfahrt in diesem Herbst kam es dann zu einer äußerst seltenen Erscheinung: Peter Kalenborn auf dem MTB. Wie bei allen Ausfahrten wurde über alles Mögliche nach Lust und Laune gequatscht und so kam dann auch irgendwann das Thema „Querfeldein“ auf den Tisch. Peter teilte meine Begeisterung für diese klassische Radsportart und so wurde noch während der Ausfahrt die Renngemeinschaft „Crossing Flamingos“ (in Anlehnung an das historische Erbe des RSCs in dieser Sportart) gegründet, der Antrag auf offizielle Eintragung beim BDR steht jedoch noch aus…

Es folgten Stunden der Internetrecherche nach einem geeigneten Wettkampfrad und hunderte Bilder von Traumrädern wurden ausgetauscht. Mehr oder minder zeitgleich erwarb ich mein fahrfertiges Cannondale SuperX und Peter stellte sein individualisiertes Specialized Crux fertig. Nach der ersten gemeinsamen Ausfahrt waren wir uns einig: ganz schön schnell und spaßig. 15cross1Nächster logischer Schritt: Rennen fahren. Schnell war ein recht nah gelegener Termin gefunden: der Raiba-Radcross in Hürth. Also anmelden und auf den nächsten Ausfahrten fleißig Crosstechnik üben: abspringen und wieder aufspringen ohne dabei die Beine zu verknoten, Fahrrad schultern ohne sich den Sattel gegen den Helm zu schlagen (vorher aber noch die ideale Grifftechnik finden, dazu aber später mehr) und sich überhaupt mit zunehmender Sicherheit auf schmalen Reifen mit schmalem Lenker und ungewohnten Griffpositionen im Gelände zurechtzufinden.

Der Wettkampftag rückte näher und so ging es ab nach Hürth. Nummer holen, umziehen und Strecke checken. Der 2,5km Rundkurs wartete mit einigen scharfen und matschigen Kurven, einem kurzen fahrbaren Steilhang, einer langen Drückergeraden mit Gegengeraden inklusive Gegenwind, einer steilen Tragepassage mit Stufen, zwei Barrieren in Form von Strohballen sowie einer Sandkastendurchfahrt auf. Ganz schön ungewohnt für einen Mountainbiker. Nach meiner ersten Proberunde entdeckte ich am Streckenrand ein altbekanntes Gesicht: Norbert Kiefl hatte sich auf den Weg nach Hürth gemacht um nach über 15 Jahren nochmal einem Crossrennen beizuwohnen. Ich hatte im Vorfeld Kontakt mit seinem Sohn Stefan aufgenommen und wusste von dessen Kommen, aber das Norbert ebenfalls vor Ort war, sorgte für Überraschung und Freude. Kaum 5 Minuten an Start und Ziel und schon hatte Norbert einen alten Crossrivalen aus seiner aktiven Zeit getroffen und man versankt in Fachgesprächen, auch über mein Rad („leicht wie ein Taschentuch“) und meine Technik („Wie?? So schulterst du das Rad?? Neeneenee, gib ma‘ her!“), was gut gemeint, aber 15min vor Start dann doch etwas zu kurzfristig war um noch irgendetwas zu optimieren. Also lieber noch etwas warmfahren und in die Startaufstellung gehen.

Wie erwartet (oder gar befürchtet) ging es ab dem Startschuss Vollgas los. Leider ließ ich mich vom hohen Anfangstempo mitziehen und überdrehte in den ersten beiden Runden vollkommen, so dass ich anschließend Platz um Platz nach hinten gereicht wurde. 15cross2Erschwerend kam hinzu, dass der BDR im Querfeldein das Mitführen und Aufnehmen von Getränken untersagt. Vom Mountainbike-Rennsport bin ich es seit nunmehr 15 Jahren gewohnt in regelmäßigen Abständen zu trinken, beim Cross fiel mein Blick nach unten, dort wo eigentlich ein Flaschenhalter mit Flasche sein sollte, mehrfach ins Leere. Neben dicken Beinen kam so auch noch eine mentale Komponente ins Spiel die mich langsamer werden ließ. Zur Hälfte des Rennens hatte ich dann endlich eine Dreier-Gruppe und mit ihr meinen Rhythmus gefunden, konnte ich mich doch im Windschatten etwas ausruhen. Ich war mir jedoch sicher, dass ich im Sprint auf der langen Zielkurve gegen meine Mitfahrer wohl eher wenige Chance haben werde und so suchte ich mein Glück in der Flucht. In der drittletzten Runde nahm ich allen Schwung aus dem kurzen Anstieg mit und versuchte mich abzusetzen. Schnell konnte ich einen kleinen Abstand rausfahren, über die letzten beiden Runden halten und rollte allein übers Ziel während hinter mir gesprintet wurde. Im Ziel angekommen hatte Norbert bereits brandheiße Tipps und Verbesserungsvorschläge auf Lager, welche ich in völliger Erschöpfung jedoch nur teilweise registrierte. Eine genaue Platzierung konnte ich leider nicht Erfahrung bringen, da die Ergebnisse bei Platz 14 enden, ich schätze, dass ich nur wenige Plätze dahinter lag.

Meine Crosspremiere hat mir insgesamt einen Riesenspaß bereitet und die Faszination Cross noch weiter angefacht. Ich werde also ganz bestimmt noch weitere Crossrennen in diesem Winter fahren, wann und wo werde ich überwiegend spontan entscheiden. Fest steht aber auf jeden Fall die Teilnahme beim Crossrennen in Cochem-Cond am 12.12.!

Lukas Geisbüsch

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