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Trainingslager Mallorca

Flucht vor Schnee, Kälte und dem Grau des deutschen Winters

Egal ob man die Frühjahrsflucht auf DIE Rennradinsel schlechthin, Mallorca, nun Trainingslager oder Radurlaub nennt, die Intention ist dieselbe. Man möchte sich das Frühlingsgefühl, welches wir Radfahrer immer besonders intensiv erleben können, schon mal vorverlegen, um von den damit verbundenen Aspekten wie Motivation und Formzuwachs schon mal früher als in Deutschland einen großen Schluck zu nehmen.

Um im Bild zu bleiben, ist eben auf Mallorca zu dieser Jahreszeit schon viel mehr in der Flasche, und die Radfahrer können aus dem Vollen schöpfen. So früh wie dieses Jahr war ich allerdings noch nie auf DER Insel und so war ich gespannt, wie weit der Frühling schon sein würde. Für Jörg Krechel war es der erste radbezogene Aufenthalt auf Mallorca.

Wir flogen direkt am Morgen nach dem MTB-Rennen in Kottenheim ab und verließen die Heimat bei Temperaturen um null Grad und wenig erbaulichen Trainingsbedingungen, es konnte nur besser werden. Das wurde es dann auch, Mallorca verwöhnte uns während des ganzen Aufenthalts mit Temperaturen im zweistelligen Bereich und viel Sonne. Man kann es hier sicher noch besser treffen, aber wir waren zufrieden. 15malle1Dass es eben auf den Balearen auch ganz anders sein kann, musste leider Vereinskamerad Paolo Ferrara erfahren, der, in der unmittelbaren Vorwoche angereist, mit einer Schlechtwetterwoche und starkem Schneefall konfrontiert wurde.

Wir blieben davon Gott sei Dank verschont und konnten uns im Gegenteil, vor allem an den ersten Tagen, am makellosen Himmel und Sonne satt erfreuen. Die frühere Reisezeit machte sich allerdings anderweitig bemerkbar: Es waren noch mehr Geschäfte, Hotels etc. geschlossen als ich es von später im Jahr gelegenen Aufenthalten kannte und es waren auch deutlich weniger Radfahrer unterwegs. Auch unser Hotel (Viva Blue in Playa de Muro) hatte erst 3 Tage vor unserer Anreise eröffnet, was an der einen oder anderen Stelle dann doch deutlich erkennbar war. Die manuelle Öffnung der elektronischen Schiebetür zum Speisetal wurde bald zum Running Gag und wir attestierten dem Hotel hier und dort mit einem Augenzwinkern eine „Findungsphase“.

Die wenigen anderen Gäste hatten es aber in sich. Wir trafen z.B. auf eine internationale Trainingsgruppe Triathlonprofis. Gleich im Eingangsbereich des Hotels wird in Form von Plakaten darauf aufmerksam gemacht, dass das „Viva Blue“ Trainingsstützpunkt des spanischen Olympioniken Mario Mola ist. 15malle2Nach und nach fanden wir heraus, wer hier neben uns speiste und es war schon etwas Besonderes, das Training dieser Spitzensportler aus den USA, Irland, Niederlande, Südafrika, Spanien, Portugal, Österreich und Belgien hautnah mitzubekommen. Vier Trainingseinheiten am Tag waren völlig normal und ihr Aufenthalt auf Mallorca war auch nicht so kurz wie unserer, sondern teils schon wochenlang.

Nun an dieser Stelle noch detailliert die gefahrenen Touren zu beschreiben, würde zu weit führen. Wir konnten viele Grundlagenkilometer sammeln und die meisten Höhepunkte für Rennradler auch besuchen. Für Kenner seien genannt: Sant Salvador, Kloster Lluc, Orient, Puig Maior, Coll de Soller, Ermita de Betlem und Randa Cura. Selbstredend stellten die beiden wahrscheinlich schönsten Straßen Mallorcas, die Fahrt zum Cap Formentor und die Stichstraße nach Sa Calobra, Pflichtetappen dar. Beide halten sicher auch anderer Konkurrenz fernab von Mallorca stand und sind wirkliche Traumziele für Rennradfahrer. So sind wir hoffentlich gut gerüstet für die kommende Saison und fiebern nun auch dem Frühling in Deutschland entgegen.

Martin Reis

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