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Fernfahrt Mendig-Budel 2016

Der Wecker klingelt, es ist 5 Uhr am Morgen. Normalerweise würde ich ihn dafür verfluchen, doch nicht heute. Ich springe geradezu aus dem Bett, da ich mich auf diesen Tag schon länger freue. Heute startet Mendig-Budel, eine Veranstaltung, bei der die Teilnehmer mit dem Fahrrad von Mendig in das rund 240km entfernte Budel in den Niederlanden fahren. Ich werfe mich also in meine Radklamotten und koche mir schnell eine Tasse Kaffee, da klingelt es auch schon an der Haustür. Franz und Heiko sind da, zwei meiner drei Mitstreiter, die daran schuld sind, dass wir die Strecke heute mit dem Mountainbike zurücklegen wollen. Sie haben kein Rennrad. „Dann fahr ich halt auch mit dem MTB“, höre ich mich noch Großspurig daherreden. „Hoffentlich rächt sich das nicht“, denke ich mir noch so. 16budel1Wir trinken gemeinsam noch schnell eine Tasse Kaffee, da kommt auch schon Jens um die Ecke. Er ist der vierte Mann, dem die Idee so gut gefallen hat, dass er sich uns anschließen möchte. So starten wir gegen 5:45 Uhr in Richtung Cond. Dort treffen wir auf Paolo Ferrara, Martin Ehret und Manfred Stein vom RSC Eifelland Mayen und 5 weitere Rennradfahrer aus der Umgebung.

Gemeinsam bilden wir eine Frühstartergruppe, die schon um 6 Uhr startet, während der offizielle Start in Mendig erst um 8 Uhr stattfindet. So fahren wir bei für diese Uhrzeit warmen 16°C in Richtung Nürburgring. Alle verstecken sich in Paolos Windschatten. Da die ersten Kilometer viel Bundesstraße enthalten fahren wir die meiste Zeit Einerreihe. Es nieselt ab und zu ein wenig, was ich aber nicht weiter als störend empfinde und der Stimmung nach in der Gruppe auch sonst niemanden. Wir fahren durch Adenau tiefer in die Eifel, die Straßen werden schmaler und weniger befahren, so dass das Fahren entspannter wird und wir öfter auch mal nebeneinander fahren und uns miteinander unterhalten.

Jens und Ich halten uns gerade am Feldende auf, als es plötzlich zischt und mein Hinterrad sich plötzlich schwammig anfühlt. Ein Platten. „Verdammt, wäre bei Mendig-Budel ja mal eine Premiere gewesen“ denke ich, fange mit der Reparatur an und schicke Jens den Anderen hinterher um sie zu informieren. Dummerweise ist ein ziemlich großes Loch im Mantel, was die Reparatur nicht leichter macht. Ich habe zwar ein Stück Gummi welches ich unterlege und dann aufpumpe, es will aber nicht auf dem Loch liegenbleiben und verrutscht mir einige Mal im Mantel. Nach ein paar Minuten ist das Problem dann aber doch beseitigt und ich kann die Fahrt fortsetzen. Kurz darauf treffe ich dann auf die Anderen, die ihre Chance mich loszuwerden nicht genutzt haben. Danke Jungs.

Die erste von insgesamt drei Verpflegungsstellen erreichen wir nach ca. 60 km in Tondorf, sie ist aufgrund unserer frühen Abfahrt noch nicht besetzt, worauf wir uns ziemlich schnell wieder auf die Socken machen.

Nach ca. 120 km erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein die zweite Verpflegung in Vossenack. Der Empfang dort ist sehr herzlich und neben den üblichen Bananen und Waffeln gibt es dort auch sehr leckeren Reiskuchen.16budel2 „Ich esse lieber nur ein Stück, bevor mir nach der halben Strecke schon der Bauch drückt“ denke ich und fahre weiter. Ein paar Waffeln hab ich aber dann doch noch eingesteckt.

Auf den nächsten Kilometern ziehen dann immer dunklere Wolken auf und der Wind wird auch zunehmend stärker. Als dann die erste wirklich stärkere Dusche auf uns herabregnet stellen wir uns unter. Ich flüchte in einen Hof indem ich eine offene Garage entdeckt habe. Einige flüchten auf das Nachbargrundstück. Ich ziehe also meine Jacke in der Garage hinter dem Haus über als ich plötzlich bemerke dass mich ein ca. 10 Jähriger Junge aus dem Fenster völlig apathisch anschaut. Ich denke „ Hoffentlich hört es bald auf zu regnen, ist ja nicht auszuhalten wie der mich anglotzt“ auch auf den Versuch zu grüßen, keine Reaktion. Große Augen und offener Mund.

Als der Regen etwas nachlässt mache ich mich dann auch gleich wieder auf den Weg. In diesem Moment rauscht mit einem Höllentempo die Spitzengruppe an mir vorbei. Ca. 10 Meter dahinter Max Göcke in gebückter Haltung, bemüht das entstandene Loch wieder zuzufahren. Dementsprechend kurz unsere Begrüßung. „Hau rein Max!!!“, „Heyyy“ und weg sind sie. Einen Kilometer weiter getrödelt kommen die Anderen wieder von hinten, sie hatten wohl mehr Glück beim Unterstellen. Eine nette Dame hatte Sie sogar reingebeten. Martin Stahl treffen wir dann als nächstes. Er läuft nach fast 170 km Spitzengruppe durch die Eifel mit einem Durchschnitt von über 30 km/h auf uns auf, er musste leider kurz vorher abreißen lassen. Ziemlich zerstört sieht er aus, das gibt sich aber schnell wieder. Respekt!!!

Das Wetter spielt uns noch ein paar Mal übel mit. Regen und Wind im Wechsel und manchmal auch gleich beides zusammen. An der dritten und letzten Verpflegung in Brüggelchen dann wieder Sonnenschein. Der Empfang dort ist Einmalig! Supernette Helfer und Helferinnen, was Vernünftiges zu essen und Musik. 16budel3Eine Party von der ich gar nicht wieder gehen möchte. Hotdogs und Suppe mit Fleischklößchen sind nach knapp 180 km verdammt lecker, so ist dann mein Vorsatz, nicht zu viel zu essen, dann auch schnell drei Portionen Suppe unterlegen.

Auch auf den letzten 60 Kilometern ist uns der Wind ein würdiger Gegner. Der Regen ist vernachlässigbar. Knappe 10 km vor dem Ziel gibt dann der Hinterreifen von Martin Ehret mit einem Plattfuß auf. Wir warten alle, die Panne ist schnell repariert und wir fahren gemeinsam alle elf, die wir am Morgen gleich hinter Mayen gestartet sind, müde aber glücklich nach 240 km in Budel ins Ziel.

Zum Empfang bekommt jeder eine Medaille um den Hals gehängt. Man versucht uns den Pokal für die schnellste Gruppe unterzujubeln, den wir aber dankend ablehnen, da wir ja schon 2 Stunden vor dem offiziellen Start losgefahren sind. Die Party vor Ort ist mal wieder spitze. Nach der Dusche und der Pizza gibt es noch ein paar Bier und wir feiern mit Freunden und Bekannten aus dem Radsport, die man im Ziel alle wiedertrifft bis der Bus uns gegen 21:00 Uhr wieder einsammelt und nachhause fährt.

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr…

Alex Münch

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