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Trainingslager Mallorca

Ausgedacht während einer Vorstandssitzung des RSC im September 2015, machen sich am 20. Februar 2016 Martin Ehret, Jörg Krechel, Jens Klaschus, Peter Kalenborn, Lukas Laux, Joshua Mannebach, Martin Reis, Martin Stahl und Manfred Stein an die praktische Umsetzung der ersten für 2016 geplanten Highlight-Veranstaltung des RSC Mayen.

20.02. Kurz nach Mitternacht schon werden die Koffer verladen. Jeder noch etwas benommen vom viel zu kurzen oder ausgefallenen Schlaf, machen wir uns um 2:15Uhr auf den Weg zum Flughafen. Im Flieger noch ein kurzer Schlaf und dann die Landung in Palma etwa zeitgleich mit dem dortigen Sonnenaufgang. 16malle1Perfekt organisiert bringt uns der bereitstehende Shuttle Bus in kurzer Fahrt von Palma an die nördliche Küste der Baleareninsel, genauer nach Playa de Muro. Unsere Zimmer im Hotel VIVA BLUE müssen noch hergerichtet werden, also der richtige Moment um die vorbestellten Räder zu holen. Etwas improvisiertes Umziehen im Hotel und das „go“ für die erste Ausfahrt. Nach kurzem Einrollen, vorbei an um diese Jahreszeit meist noch leeren Hotels und noch nicht wieder aktivierten Touristenläden geht die Fahrt zunächst nach Osten und über Can Picafort, weiter südlich durch Muro Richtung Inca, einem intakten 30.000 Einwohnerstädtchen. Der nahe gelegene Puig d’Inca mit der kleinen Einsiedelei Ermita Santa Magdalena bietet als Anstieg des Tages die ersten nennenswerten Höhenmeter, aber dafür auch gleich zur Belohnung einen tollen Blick über die Bucht von Alcudia. Über Buger und Campanet geht es durch das „Maffaytal“ und weiter vorbei an Pollenca führt uns die Straße an die Nordwestseite der Insel. Kurze Rast an einer wunderschönen Felsenbucht mit kleinem Sandstrand und Rückfahrt nach Pollenca, um dann über Alcudia wieder die Räder in Richtung Playa de Muro zu bewegen. Knapp über 100km und 949 Höhenmeter liegen hinter uns. Das Wetter ist perfekt und verspricht uns eine Traumwoche.

21.02. Strahlende Gesichter schon beim Frühstück, das kalte Wetter der Eifel längst vergessen, versteht es Martin Reis unser gutes Gefühl noch zu steigern, indem er auf eine Gruppe junger Sportler am Nebentisch aufmerksam macht. Triathleten von Weltrang. Dabei die Europameisterin Rachel Klamer, der Vizeweltmeister Mario Mola und weitere Medaillenkandidaten für die olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

Unsere Fahrt geht heute ins Kloster, oder zumindest ans Kloster. Hochgelegen auf einem in der Ebene frei stehenden Berg befindet sich die 1342 gegründete Klosteranlage San Salvador (509m). 16malle2Die Fahrt dorthin ging schnell zur Sache. Von Playa de Muro in südöstlicher Richtung, wellig über Land um dann in Manacor, nach kurzer Rast, die Anfahrt zum Kloster zu beginnen. Der eigentliche Aufstieg beginnt kurz hinter Felantix mit einer kleinen Serpentinenstraße. Kurz vor dem Ziel dutzende Einheimische, die den Sonntag im Familienkreis mit Speisen und Getränken verbringen. Wunderbare Gerüche von gerilltem Fleisch machen uns die Vorbeifahrt nicht gerade leicht. Oben angekommen, erwartete uns eine kleine Festungsanlage, von der wir einen fantastischen Rundumblick über die gesamte Baleareninsel genießen. Also Gruppenfoto. Zurück über Felantix, dann westlich nach Porreres. Colapause an einem kleinen Platz in der Altstadt und über Montuiri und Sineu wieder nördlich Richtung Küste. In Sineu darf der obligatorische Besuch der Radbahn natürlich nicht fehlen und so probiert sich ein Jeder einmal für ein paar Runden im zugegeben nicht allzu steilen Oval. Die Tagesdistanz diesmal: 126km, 1128 Höhenmeter.

22.02. Die Triathleten sind schon beim Frühstück. Dann wir. Und nebendran noch eine Gruppe junger Radlerinnen aus England auf die schon am Vortag der Wiggle High5 Tourbus vorm Hotel hingewiesen hatte. Schneller werden wir nicht durch diese Gesellschaft, aber unserem guten Gefühl hilft’s doch. 16malle3Wer jemals auf Mallorca war, kennt die Serpentinenstraße aus den Bergen, hinunter vom Coll dels Reis (728m) nach Sa Calobra. Um dahin zu kommen, führt uns die Fahrt über Sa Pobla nach Inca, dann nach oben in die Berge und die letzten Kilometer durch die Serra de Tramuntana. Das Wetter ist wieder traumhaft. Die lange Serpentinenstraße hinunter nach Sa Calobra ist ein Genuss. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erbaut vom Italienischen Ingenieur Antonio Paretti, kommt die gesamte Straße praktisch ohne Stützpfeiler aus. Angeschmiegt an die natürliche Gebirgsverläufe fügt sich die Straße fast natürlich in die Landschaft ein. Weil‘s eine Sackgasse ist, haben wir später bei der Auffahrt alle nochmal genügend Zeit, uns jeden einzelnen km inklusive des in jedem Reiseführer erwähnten „Kravattenknoten“ einzuprägen. Oben angekommen, geht’s dann wellig über eine Art Hochebene zum Kloster Lluc um schließlich in langen, geschwungenen Kurven nördlich aus den Bergen runter nach Pollenca zu rollen. Von Pollenca wieder nach Alcudia. Die letzten Kilometer läuft es dann in schneller Fahrt entlang der Küste Richtung Quartier. Die auf den 120km und 1987Hm verlorenen Körner füllen wir beim Abendessen wieder nach…da geht dann auch schonmal ein Teller extra rein.

23.02. Heute ist Ruhetag. Ein paar von uns packen trotzdem die Räder an und genießen eine individuelle Ausfahrt über die Insel. Für die Anderen ist heute ein Besuch in Palma angesagt. In Palma angekommen verlassen wir den unterirdischen Busbahnhof und stehen plötzlich im geschäftigen Treiben einer südländischen Metropole. Solche Städte haben immer einen Gemüse-, Fleisch- und vor allem Fischmarkt. In einem an sich unscheinbaren Gebäude versteckt, überbieten sich innen die Händler mit einem Überangebot an Meeresgetier, Käse, Gemüse und Fleisch. Dann Fußgängerzone, ein Rundgang zum Hafen und wieder in die Stadt. Diesmal etwas abseits, durch kleine Seitenstraßen. Die Häuser eng aneinandergebaut, gibt uns die Stadt eine Ahnung vom Ursprünglichen. Ein kleines spanisches Restaurant, außen angeschlagen eine begrenzte Auswahl an Speisen, innen Locals an Tischen mit Speisen und Wein. Als Sportler lassen wir den Wein weg, schließen uns mit einer Plato del Dia, heute ein ordentliches Stück vom Rind mit frittierten Kartoffeln, aber gerne den Spaniern an. 16malle4An den Wänden zu Lampen umgebaute Laufräder geben uns das Gefühl, hier richtig zu sein. Nicht alle können einer kurzen Fahrt zum Ballermann wiederstehen. So treffen wir uns nach individuellen Erkundungen am Abend zur gemeinsamen Rückfahrt.

24.02. Im schon erwähnten Reiseführer ist dann auch das Cap Formentor erwähnt. Eine Landzunge nach Norden an der nordwestlichen Ecke von Mallorca. Die Straße darauf, ebenfalls von Antoino Parretti erdacht, ist heute so gut ausgebaut, dass der Reiseführer die Fahrt hinaus zum Leuchtturm als ideale Bustour für Sommertouristen beschreibt. Wir sind im Februar hier, die Sommertouristen mit Ihren Bussen sind (Gott sei Dank) noch nicht da, also ideale Bedingungen für 11 Rennradler aus der Eifel, eine schöne Ausfahrt zu genießen. Zwischendrin die Möglichkeit, überschüssige Kräfte auf einer Fahrt hoch hinauf zum Leuchtturm zu verpulvern. Die eigentliche Fahrt heute nur knapp 70km, 1161Hm. Pause nach der Rückkehr vom Cap im Hafen von Pollenca und zurück nach Playa de Muro. Ein Teil der Gruppe gönnt sich noch ein paar Zusatzkilometer über Campanet, Buger und Sa Pobla.

25.02. Heute machen wir die Bustour. Natürlich nicht ohne unsere Räder mitzunehmen. Die Mitarbeiter von Huerzeler, haben unsere Räder schnell und etwas kreativ im Anhänger verstaut und der Bus bringt uns an die Südseite der Insel, genau nach Port D Àntratx. Der Plan ist von dort aus (und natürlich ohne Bus!) die Küstenstraße entlang der Westküste wieder nach Norden zu radeln. Weil die Küste felsig und die Straße da entlang auf und ab geht, ist „radeln“ nicht ganz die richtige Beschreibung für das, was wir uns vorgenommen haben. Unsere Gruppe ist am Berg schnell geteilt und am Ende des Tages werden die besonders starken Fahrer auch etwas mehr Kilometer und vor allem deutlich mehr Höhenmeter auf der Uhr stehen haben. Für die starken ist in Sòller etwa Halbzeit, um dann über den Puig Major (1445m), vorbei an zwei Speicherseeen, wieder über den Coll de Femenia Richtung Nordküste und dann zurück zum Hotel. 16malle5Die andere Gruppe verlässt die Berge in Valdemossa. Von Valdemossa geht die Fahrt zurück ins Landesinnere und dann wellig nach Norden. Mit 138km und 2606 Hm die Königsetappe für die starken, jungen RSC`ler.

26.02. Am Abend werden es 150km und 1371Hm sein, die wir heute im Landesinneren erradeln. Die höchste Erhebung ist heute der Puig de Randa (543m), eine in der Ebene stehende Erhebung mit gutem Rundumblick sein. Wie so oft auf Mallorcas Hügeln, oben ein Kloster. Dorthin führt uns die Straße durchs Hinterland. Hier hat sich die Insel seine Ländlichkeit bewahrt, von Tourismus keine Spur. Die Rückfahrt vom Puig de Randa dann ebenfalls durchs Landesinnere. Über Santa Maria del Cami, nördlich, dann westlich an Inca vorbei wieder über Sa Pablo an die Nordküste. Unzählige Kilometer vorbei an von Hand aufgebauten Steinmauern zeugen von Handwerkskunst. Die Mauern „bewachen“ mal grasende Schafe, mal Oliven- oder Orangenbäume und geben uns eine Ahnung vom einfachen Leben hier auf dem Lande.

27.02. Abreisetag. Heimflug erst am Abend. Wer will, macht auch heute noch eine Ausfahrt. Es fällt schwer, die Insel wieder Richtung Deutschland zu verlassen. Eine wunderbare Woche liegt hinter uns. Tolle Ausfahrten, Gespräche und Eindrücke. Eine altersmäßig weit gespreizte Truppe zwischen 22 und 69 hat bewiesen, dass ein gemeinsames Hobby verbindet. Martin Stahl und Martin Reis lassen wir bei der Abreise dann etwas neidisch zurück. Die beiden dürfen noch eine weitere Woche auf Mallorca verbringen…

Mit Dank an Martin Reis für die Reiseleitung, an Jens Klaschus für die beigesteuerten technischen Daten zu den Touren und besonders an die ganze Truppe für die schöne Zeit. Hasta el pròximo ano,

Manfred Stein

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