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Crosssaison 2015/2016

Nach meiner Crosspremiere beim unglaublich schnellen Rennen in Hürth sollte es am 12.12.2015 heimatnah in Cochem weiter gehen. Eine Woche vor dem Renntag fuhren Peter Kalenborn und ich gemeinsam die Strecke ab und waren begeistert: viele enge Kurven und ein paar technische Sektionen sahen bei leicht feuchten Bedingungen nach Spaß aus. Am Renntag zeigte sich der Kurs leider von einer anderen Seite: durch Regenfälle aufgeweicht, wuchs die Rundenzeit von ca. 6 min in der Woche zuvor auf etwa 10 min. Bergauf-Stücke, die zuvor fahrbar waren, mussten nun durch den Matsch stapfend bewältigt werden, die enge Haarnadelkurven forderten höchste Konzentration. Während des Rennens musste ich ebenfalls lernen, dass die schmalen Crossreifen doch etwas anders auf kleinere Wurzeln reagieren als der gewohnte breite MTB-Reifen. So kam es, dass ich bereits in Runde zwei eine Bodenprobe nahm – aufstehen und weiter. Die zunehmend schlechteren Streckenverhältnisse dünnten das Fahrerfeld immer weiter aus. 16quer1An meinem Rad setzte sich der Antrieb mehr und mehr mit Matsch zu, sodass ich zwei Runden vor Schluss insgesamt dreimal anhalten musste, um die abgesprungene Kette wieder aufzulegen und schließlich einen Zwischenstopp am Materialdepot zur groben Reinigung des Antriebs einlegte, um wenigstens die letzten Runden nicht laufend absolvieren zu müssen. Am Ende stand Platz 10 zu Buche, für das zweite Rennen gar nicht so übel.

Da die Crossrennen in Rheinland-Pfalz dünn gesäht sind und Luxemburg gar nicht so weit weg ist, lohnt sich der Blick ins Nachbarland. Von November bis Januar findet dort beinahe jedes Wochenende mindestens ein Crossrennen statt. Für meinen ersten Auslandseinsatz hatte ich mir das Rennen in Rumelange am 27.12. ausgesucht . Bei kühlen, aber trockenen Bedingungen nahm ich eine Strecke unter die Räder, welche es problemlos mit jedem Cross Country Kurs hätte aufnehmen können: steile Trailabfahrten, eine steile Rampe berghoch und ein knöcheltiefes, fast 30m langes Matschloch, zählten zu den Highlights. Technisch anspruchsvolle Kurse sind auf dem MTB mein absoluter Favorit, aber auf dem Querfeldeinrad fordern technische Passagen noch mal andere Fähigkeiten als auf dem MTB. Das Rennen hat mir dennoch (oder auch gerade deswegen) großen Spaß bereitet. Auf der langen Rampe berghoch konnte ich mich jede Runde von meinen Mitstreitern etwas absetzen, wurde aber meist in einem der Flachstücke wieder eingeholt. Dann in der vorletzten Runde: mehr oder weniger kampflos ließen mich zwei Fahrer passieren, schnell konnte ich einige Meter zwischen uns bringen und war mir sicher, eine gute Position rausgefahren zu haben. Doch in der letzten Runde ereilte mich das, wovor mich die beiden Kiefls bereits gewarnt hatten („Die Luxemburger fahren die letzte Runde wie die erste Runde, einfach nur Vollgas!“ und genau so kam es: diesmal war ich es, der die beiden (wenn auch nach kurzem Aufbäumen) kampflos ziehen lassen musste: der 18. Platz am Ende und viel über die Herangehensweise der Luxemburger an ein Crossrennen gelernt.

Wie bereits erwähnt, gibt es in Luxemburg jede Woche was zu fahren. So ging es bereits eine Woche später im neuen Jahr in Hesperange weiter. Das Centre Sportif bot mit seinen Sporthallen und –plätzen eine tolle Kulisse. Da in der Woche darauf dort die luxemburgischen Meisterschaften stattfinden sollten, war das Rennen sehr gut besucht. 16quer2Die Strecke bot erneut höchsten technischen Anspruch, dafür, dass man ungefedert schmale Reifen mit einem Rennlenker über Stock und Stein steuert. Eingebettet in ein kleines Tal gab es kurze Rutschen, steile Stiche und Anliegerkurven zu bewältigen, gefolgt von einem langen Anstieg mit Stufen. Anspruchsvoll war zudem die Zick-Zack-Streckenführung über eine zunehmend tiefer werdende Wiese. Runde um Runde kam ich damit jedoch besser klar und mit zunehmenden Selbstvertrauen wurde in die Spurrillen „eingecheckt“ und das Rad laufen gelassen, Bremspunkte später gewählt und Mitstreiter „auf der Bremse“ überholt. Gegen Ende des Rennens war die Wiese jedoch so tief, dass die Bewältigung im Laufschritt von Vorteil war. Durch frühes Absteigen konnte ich hier in der letzten Runde noch Plätze gut machen, das genaue Ergebnis kenne ich mangels Online-Ergebnisse leider nicht – aber die Rennwurst war gut und verdient.

Ende Januar bestritt ich am selben Ort, auf derselben Strecke, dann das letzte Rennen meiner ersten Crosssaison. Gemeinsam mit Peter Kalenborn war ich im 2er Team für das die 2-stündige CX Challenge gemeldet, klare Ansage des Veranstalters: „Ganz Wichteg! : Den Spaass steht bei der Ganzer saach am Focus.“ Die Schneereste und das einsetzende Tauwetter ließen es fraglich erscheinen, wie groß der Spaß tatsächlich werden sollte, aber egal. Bereits beim Abfahren der Strecke machten sowohl Peter als auch ich Bekanntschaft mit dem harten luxemburgischen Boden. Die Strecke bestand aus einer Mischung aus Schnee, Eis, Wasser, gefrorenem Boden, matschigem und sandigem Boden, alles was das Herz begehrt. Mir wurde die Ehre zu Teil, die Startrunde zu fahren und bereits in Runde zwei wurde ich übermütig und machte mich lang, Fazit: Tempo rausnehmen. Das Fahren mit Peter im Wechsel hatte Vor- und Nachteile. Größter Vorteil war es wohl, regelmäßig das Rad säubern zu können, größter Nachteil war es jedoch, dass man innerhalb der 20-30 Minuten warten eiskalt wurde. 16quer3Wir bissen uns im Mittelfeld durch und versuchten, möglichst an einem Stück die Strecke zu überstehen, was uns auch gelang. Nach meinem letzten Turn machte ich das Rad extra gründlich sauber, es sollte ja so verladen werden. Doch bereits nach einer Runde kam Peter zurück: seine Bremsbeläge (Felgenbremse) waren vollständig runter. Da ich bei solchen Bedingungen den größten Vorteil für meine Scheibenbremsen sah, fuhr ich zum Abschluss noch unsere letzte Runde, sowie eine weitere letzte Runde, da ich nur wenige Momente vor dem Sieger noch einmal den Zielstrich passierte. Doch auch meinen Bremsen hatten die Bedingungen stark zugesetzt. Die Beläge waren ebenfalls komplett runter, sodass ich wie auf Eiern die letzten Runden absolvierte. Den guten Platz im Mittelfeld konnten wir aber halten und somit erfolgreich die erste Saison beenden.

Die Erfahrungen auf dem Crossrad haben mir viel Freude bereitet. Ziel war es, mich nach nunmehr 18 Jahren im Radsport neuen Herausforderungen auf dem Rad zu stellen, was mir mit dem Beginn einer „Crosskarriere“ gelungen ist. Noch dazu diente der Ausflug ins Crossmetier als perfekte Vorbereitung für die MTB-Saison. Mehr als zuvor bin ich vom Crossvirus infiziert, ebenso wie die Mitstreiter in der Abteilung „Crossing Flamingos“. Die Planungen für die Saison 2016/17 laufen auf Hochtouren, inklusive eigenem Rennen in Kürrenberg. Man darf also gespannt sein, wie es mit dem Crosssport im RSC Eifelland Mayen weiter gehen wird, Motivation und Ideen gibt es zur Genüge.

Lukas Geisbüsch

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