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12. Juli - Volks- und Raiffeisenbankencup im Zollernalbkreis (ABC)

Rundfahrten bestimmen den Rennalltag von Straßenprofis, eher selten stehen einzelne Rundstreckenrennen oder Kriterien in deren Rennkalender. Bei Amateuren ist dies umgekehrt, hier stehen meist Eintagesrennen am Wochenende auf dem Programm, denn um an Rundfahrten teilnehmen zu können braucht man Teamstrukturen, eine ausreichende Form, denn Rundfahrten sind in der Regel zu schwer für C- und B-Amateure und zu guter Letzt benötigt man auch viel Zeit und Geld, denn Übernachtungen, Verpflegung und Autofahrten für ganze Wochen sind teuer.

Die Freude über eine entdeckte Rundfahrt im Zollernalbkreis südwestlich von Tübingen war dementsprechend groß. Mit vier Rennen der Klasse ABC von Donnerstag bis Sonntag eine sicherlich schwere Rundfahrt, da auch A-Fahrer startberechtigt sind, dennoch grundsätzlich leicht im Vergleich zu anderen deutschen Rundfahrten wie beispielsweise der Oderrundfahrt, welche von starken KT-Teams dominiert wird.

Die vier Rennen waren allesamt Rundstreckenrennen zwischen zwei und vier Kilometern in unterschiedlichen Ortschaften. Beim Ersten und Letzten mussten wenige Höhenmeter auf den Rundkursen erklettert werden, bei den anderen beiden Wettkämpfen sah dies schon ganz anderes aus und man kann sie getrost als Bergetappen bezeichnen. Teilnahmeberechtigt waren Teams zwischen drei und vier Sportlern. Es gab eine Team-, Sprint-, Berg- und Gesamtwertung. Gefahren wurde mit Transponder, sodass die genauen Zeiten gemessen wurden.

Wir konnten vom Avia Racing Team vier Fahrer melden. Die beiden B-Fahrer Joshua Dohmen und meine Wenigkeit sowie die beiden C-Fahrer Stephan Maier und Sven Faber. 16vrcup1Insgesamt waren 59 Fahrer, aufgeteilt in 14 Teams, gemeldet. Wir übernachteten in einer kleinen aber feinen Ferienpension in unmittelbarer Nähe zu den Rennen, konnten die meisten Anreisen mit dem Rad bestreiten und uns abends kostengünstig in einer eigenen Küche kochen. Die Anreise gestaltete sich mit meinem Touran als problemlos und wir konnten alle vier Fahrer inklusive Räder in ein Auto packen.

Doch nun zu den Rennen: Am ersten Tag stand wie oben bereits beschrieben ein flacheres Rennen auf der Tagesordnung. Unsere Teamtaktik war klar, wir wollten abwechselnd auf Gruppen gehen und es nicht auf einen Sprint ankommen lassen. Anfangs klappte dies auch ganz gut und Josh und ich waren sehr häufig in Ausreißergruppen vertreten. Doch als sich die entscheidende Gruppe mit acht Fahrern absetzte fehlten wir natürlich. Am Ende sprinteten alle vier im Hauptfeld in Ziel, waren bei der Teamwertung aber mit Platz 11 sehr weit hinten angesiedelt.

Das zweite Rennen bestand aus einem sehr langen, unrhythmisch zu fahrendem Berg und einer Abfahrt mit engen Kurven auf einem Feldweg. Wir malten uns gute Chancen aus und ich persönlich wollte unbedingt ganz vorne dabei sein, da mir knackige Bergrennen mit steilen Rampen und nicht zu langen Anstiegen sehr entgegenkommen. Leichter gesagt als getan. Innerhalb kürzester Zeit sind Stephan und Sven aus dem Feld gefallen. Auch Josh fiel relativ früh aus der 20 köpfigen Spitze heraus, da das Feld sich teilte. Ich konnte mich vorne aufhalten, bekam allerdings 20 km vor Schluss Krämpfe und musste die Spitze ziehen lassen, welche mich auch später noch überrundete. Anschließend fiel ich in das zweite Hauptfeld zurück, wo auch Josh drinnen war. Inzwischen waren auch Stephan und Sven hier dabei, welche allerdings eine Runde Rückstand zu Josh und mir und zwei Runden Rückstand zu der Spitze hatten und wir beendeten das Rennen gemeinsam. Der Blick auf die Teamwertung war erschreckend: 13. von 14 Teams. Die Moral der Jungs war ziemlich weit unten, aber es standen ja noch zwei weitere Tage auf dem Programm.

Die Samstagsrunde war erneut sehr höhenmeterlastig, diesmal aber mit einem kürzeren, dafür steileren Berg. Die Überwindung, erneut in der Kälte bei nasser (es war am regnen) und gefährlicher Strecke auf den Drahtesel zu steigen, zusätzlich das Gefühl der schmerzenden, schweren Beine, war besonders bei Josh groß. Doch dafür ist man ein Team. Man redet sich gut zu und motiviert sich gegenseitig. 16vrcup2So fuhren Josh, Stephan und Sven zurückhaltend, aber sehr konstant, wohingegen ich mich immer ganz vorne aufhielt. Auch hier halbierte sich das Feld sehr früh und ich war als einziger Avia-Fahrer in der Spitze vertreten. Diesmal lief es besser. Ich musste erst 5km vor Schluss reißen lassen und wurde nicht überrundet, beendete das Rennen schließlich an Position 23. Josh, Stephan und Sven wurden von uns zwar überrundet, aber durch die konstante Fahrweise kletterten wir in der Teamwertung nach oben. Hinzu kamen immer mehr Aufgaben von Sportlern anderer Teams, welche die Felder verkleinerten, was uns entgegen kam. Unsere Stimmung stieg und abends gönnten wir uns halbe Hähnchen aus eigener Schlachtung im Biergarten eines echt gemütlichen Restaurants.

Der letzte Tag war verbunden mit der Heimreise. Wir packten früh zusammen und machten uns mit dem Auto auf den Weg zur letzten Etappe, welche wiederum bis auf einen kleinen Stich von 20 Metern Länge flach war. Hier wollten wir nur ganz wichtige Gruppen abdecken und am Ende Josh den Sprint anfahren. Die Abdeckung der Gruppen hat auch geklappt. Josh und ich konnten die ganze Zeit vorne im Feld fahren und waren immer dabei, wenn der Gesamtführende oder das Sprintertrikot attackierten. Dies war allerdings nur 3-4 Mal und so schonten wir uns im Windschatten der anderen für den Spurt. Fünf Runden vor Schluss wollte ich Josh nach vorne fahren um ihm den Sprint anzuziehen, doch seine Beine waren nicht stark genug und ich musste alleine los. Die harten Positionskämpfe setzten circa drei Runden vor Schluss so richtig ein. Doch entgegen meiner normalen nicht waghalsigen Fahrgewohnheit fuhr ich dieses Mal die Ellenbogen aus und gab keine Position frei. Wenn jemand vor mich wollte hielt ich mit meinem Körper dagegen und ich selbst schob mich immer weiter nach vorne. So konnte ich an Position 5 auf die Zielgerade abbiegen und wurde im Sprint dann, völlig schwarz gefahren, achter.

Mein Jubel war groß. Entgegen meiner normalen Fahrweise konnte ich mich im Sprint behaupten, noch dazu war dies meine erste Platzierung mit A-Fahrern und ich war schnellster B-Fahrer in diesem Rennen. Auch in der Teamwertung rutschten wir auf Platz 9 vor, was wirklich ordentlich ist bei 14 Teams und so schweren Rennen. Somit steht meine erste Platzierung für den Klassenerhalt und vielleicht schaffe ich es ja dieses Mal, die drei Notwendigen einzufahren und nächstes Jahr erneut in der B-Klasse zu starten, verbunden mit dem Traum, einmal A-Fahrer zu werden.

Max Göke

Ergebnisse Gesamtwertung VR-Cup:

1. Laurenz Huzinga - Stuttgardia Stuttgard
2. James Early - RSV Düren (Rückstand 1:39 min)
3. Andreas Schindler - RSV Tailfingen (2:21 min)
...
27. Max Göke - RSC Eifelland Mayen / Avia Racing Team (14:33 min)
32. Joshua Domen - RSC Rheinbach / Avia Racing Team (20:16 min)
35. Stephan Maier - RSC Rheinbach / Avia Racing Team (25:03 min)
38. Sven Faber- RSC Rheinbach / Avia Racing Team (31:41 min)

 

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