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MTB-Weltcup Houffalize 2011

01.05.2011 - Lukas und Felix erneut stark beim Rennen in Belgien

Teil 1 von Lukas Geisbüsch

Traditionell steht am ersten Maiwochenende das Rennen in Houffalize auf dem Programm der Mountainbiker. Während dort im letzten Jahr noch ein Weltcuprennen ausgetragen wurde, hatte das Rennen in diesem Jahr „nur“ noch HC-Status (hors catégorie). Dennoch nutzen Felix Schneider und ich die Gelegenheit um wie im vergangenen Jahr in Belgien an den Start zu gehen: Felix beim U19-HC-Rennen, ich beim Lizenzrennen ohne HC-Status, da ich es vorzog das HC-Rennen am Sonntag gemütlich von der Seite zu betrachten und nicht vollständig zersägt und nach ein bis zwei Runden rausgenommen zu werden. Wir nutzen Osterferien und Veranstaltungsausfälle an der Uni und reisten bereits donnerstags mittags an. 11houffa1So hatten wir den Freitag zum Training auf der anspruchsvollen Strecke und zum Besuch der diversen Side-Events (wie zum Beispiel Downhill, 4cross oder Trial) zur vollen Verfügung.

Bei bestem Wetter war die Strecke in einem hervorragenden Zustand, sodass wir uns schnell damit zurechtfanden und großen Spaß an den technischen Passagen entwickelten. Als erstes wurde es für mich am Samstagmorgen ernst. Nach dem Aufrufen der Starter fand ich mich in der dritten von vier Startreihen wieder. Als dann endlich der Startschuss fiel, erwischte ich zwar einen guten Start und konnte guten Druck auf die Pedale bringen, doch war ich durch langsamere Fahrer die vor mir gestartet waren eingekeilt. So wich ich letztlich am immer steiler werdenden Startberg auf die Randsteine aus um so weiter nach vorne zu gelangen. Als die Strecke dann von der Straße in den ersten Trail abbog, lag ich an siebter – achter Position. In den ersten technischen Passagen zeigte sich dann wie jedes Jahr, wie rücksichtslos manche Konkurrenten Abfahrten in Angriff nehmen, ohne sich um Mitfahrer zu kümmern.

Trotz einiger weniger solcher riskanten Überholmanöver ging alles gut und so konnte ich den ersten Berg in Angriff nehmen. Von Beginn an fuhr ich zusammen mit zwei, drei anderen Fahrern, es gab ständige Positionswechsel und Platz vier war lange Zeit noch in Sichtweite. In der letzten Runde konnten sich jedoch zwei Fahrer etwas absetzen, ich hatte meinerseits aber noch ausreichend Reserven um einen Platz nach vorne gut zu machen und bis ins Ziel zu retten. So kam ich letztlich auf Platz sieben von 47. Startern ins Ziel, womit ich überaus zufrieden bin, betrachtet man die Ergebnisse der vergangenen Jahre in Houffalize. Nach meinem Zieleinlauf ging es dann in Richtung Campingplatz zum Duschen, Essen und letzte Vorbereitungen für Felix‘ Rennen zu treffen.

Teil 2 von Felix Schneider

Am Morgen des Rennens war ich schon sehr aufgeregt, da es ein sehr großes und internationales Rennen mit HC-Status war. Um 15 Uhr hatte ich Start. Eine Stunde zuvor fing ich an mich vorzubereiten: Lukas massierte mir die Beine und dann fuhr ich mich auf der Straße warm. 10 min vor dem Start stellte ich mich in meine Startbox, um zur Startlinie aufgerufen zu werden. Schon dort war mein Puls vor Aufregung am rasen. Es waren eine Startrunde und ganze 3 Runden zu bewältigen.

Der Kurs hatte eine Länge von 6,5 km und 285 Hm und war außerdem mit vielen Technischen Passagen gespickt. Man kann sagen, dass die Strecke ein großer Trail war. Die letzten 30 Sekunden wurden angezeigt, der Puls stieg höher und höher bis der Startschuss fiel. Eine sehr große Last fiel endlich von mir ab und nun konnte ich zeigen was ich im Laufe der Zeit antrainiert habe. 11houffa2Ich legte einen super Start hin und führte sogar über 500 Meter das komplette Starterfeld das aus 70 Startern bestand mit 10 Metern Vorsprung an. Dies konnte ich aber leider nicht verteidigen, da der erste Trail bevorstand und jeder der Erste in ihm sein wollte. Ich fügte mich in die Schlange ein und nahm den Trail in Angriff. In der Startrunde verlor ich in einem Steilstück zu meinem Pech meine Trinkflasche. Mit trockener und staubiger Kehle fuhr ich die ersten Anstiege hoch. Als ich nach einigen Kilometer Lukas erreichte sah er meine Not schnappte eine Flasche und rannte mir hinterher. Von nun an galt es voller Angriff. Ich machte einige Plätze gut, da ich kein einziges Mal auf der technisch sehr anspruchsvollen Strecke gestürzt bin, was man von anderen Fahrern nicht behaupten konnte. In der Letzten Runde kam dann aber auch zu mir der Defektgott und bescherte mir einen Kettenklemmer. Ich musste absteigen und meine Kette sortieren. Dies kostet mich im Endeffekt einen Platz, welchen ich auch im Zielsprint nicht mehr zurückgewinnen konnte. Glücklich und total erschöpft kam ich auf dem 40. Platz ins Ziel.“ Nachtrag von Lukas: Als Felix vollkommen erschöpft im Ziel ankam, ging es zunächst darum ihn mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen, da er lange Zeit im Rennen ohne Wasser unterwegs war.

So machten wir uns auf zum nahegelegenen Spar-Supermarkt, wo Felix in Windeseile eine 1,5 Liter Flasche vernichtete. Er saß vollkommen platt, nur noch in Radhose neben dem Cola-Automat und bot den Passanten ein recht amüsantes Bild, da er weit und breit der einzige Rennfahrer war, die anderen verweilten überwiegend noch im Zielbereich. Als der Wasserspeicher irgendwann wieder aufgefüllt war, benötigte es zwei Personen um Felix wieder in seine Schuhe, auf seine Füße und letztlich wieder aufs Rad zu befördern. Trotz anfänglicher Ankündigungen, den Campingplatz nicht mehr zu verlassen, kam Felix abends dann doch noch eine Runde mit durchs Dorf wo ein buntes Programm geboten wurde. Am nächsten Tag standen wir dann neben der Strecke um den Profis bei ihren Rennen zuzuschauen und sie anzufeuern. Für das nächste Jahr hat sich Houffalize wieder um ein Weltcuprennen beworben. Das HC-Rennen war zwar eine tolle Veranstaltung, im Vergleich zu einem Weltcup und das dazugehörige Drumherum zieht es jedoch eindeutig den Kürzeren. Aber egal: so lang es ein Rennen gibt, bei dem wir an den Start gehen können, werden wir auch nächste Jahr wieder unser Zelt in Houffalize aufstellen.

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