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400km Brevet Köln 2011

21.05.2011 - Gute Form bei der "Ruhrpott-Rundfahrt"

Brevet Nr. 3 von 4 auf dem Weg zu Paris-Brest im August führte wieder auf über 400 km Länge von Köln quasi auf großer Runde um den Ruhrpott. Punkt 6 Uhr in der Früh starteten Paolo und ich mit der ca. 50 Fahrer umfassenden Gruppe vom neuen Startort am Waldstadion in Troisdorf-Spich. Wie gewohnt blieb die Meute im tellerflachen Gelände bis zur ersten Kontrolle bei Km 157 in Xanten weitestgehend zusammen, das Tempo war mit über 32km/h im Schnitt entsprechend hoch. Bei Km 45 nahe Frechen ereignete sich dann das erste Malheur des Tages, als mir ganz plötzlich der rechte Schaltzug riss und ich nur noch vorne zwischen den drei Kettenblättern hin und her schalten konnte. Da die Kette hinten aber auf dem kleinsten Ritzel lag und wir sowieso in der Gruppe in flachem Geländer unterwegs waren, konnte ich die Fahrt zunächst unbeirrt fortsetzen. So ging es für viele Km weiter, bis ich irgendwann erschrocken feststellen musste, dass Paolo nicht mehr da war. 11koeln400Lange Zeit sah ich ihn ganz vorne fahren und hielt mich weit hinten im Windschatten auf, doch an einer Ampel war von Paolo plötzlich keine Spur mehr.

So beschloss ich kurzerhand, bis zur Kontrolle in Xanten bei der Gruppe zu bleiben und hier auf Paolo zu warten. Dort angekommen, mussten wir dann auch zum ersten Mal für heute an einer Tankstelle eine Kontrolle anfahren, um den Brevet zu „homologisieren“ bzw. zu werten. Ein Stempel, die Ankunftszeit und eine Unterschrift in unserer gelben Startkarte waren als Nachweis genug, dass wir die Kontrolle passiert hatten. Ab hier trennte sich dann auch der Verband und kleinere Grüppchen fuhren in ihrem Tempo weiter. Kurzfristig entschied ich mich um, noch mit der nahegelegenen Fähre den Rhein zu überqueren und bis nach Wesel weiterzufahren, um dort meinen Schaltzug reparieren zu lassen. Aus dem vergangenen Jahr war mir dort ein Radsportgeschäft noch bestens bekannt, als nach einem Sturz mehrere beschädigte Speichen in meinem Hinterrad geflickt wurden. Als dies erledigt war, kam auch schon bald Paolo mit einer kleinen Gruppe im Schlepptau und gemeinsam setzten wir die Fahrt fort.

Nachmittags kam es dann in der Umgebung von Lüdinghausen zu einem weiteren Malheur, als bei einem ruckartigen Abbiegemanöver der Vorderleute unserer Gruppe Paolo nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte und stürzte. Zum Glück trug er nur ein Paar kleine Schürfwunden davon und konnte ohne Probleme weiterfahren. Nach nun über 270 gefahrenen Kilometern wurde es langsam aber sicher etwas bergiger und bei den ersten Anstiegen zeigten sich große Leistungsunterschiede innerhalb der Gruppe. Bis zur dritten Kontrolle in Holzwickede bei Dortmund blieben wir alle noch zusammen, doch später im Bergischen Land viel die Gruppe auseinander. Zu Dritt fuhren wir nun alleine in Richtung Lüdenscheid weiter, denn unsere Begleiter konnten dem für uns recht lockeren Tempo am Berg nicht folgen.

Hinter Lüdenscheid machten wir nochmals eine kurze Pause, um uns für die Dunkelheit auszurüsten und ein letztes Mal zu essen. In der Ruhe der Nacht ging es dann durch das Bergische Land und über einige bissige Anstiege. Bei Paolo und mir lief es nun immer besser. In den Anstiegen waren wir noch super fit, als ob wir erst 20 km gefahren wären. Tief im „Bergischen“ holten wir dann erneut die Gruppe ein, von der ich mich bei meinem Reparatur-Stopp in Wesel verabschiedet hatte und fuhren gemeinsam weiter. Leider hatte ich zum Schluss dann noch mit einem „Schleicher“ zu kämpfen, der sich nach der Fahrt durch ein Schlagloch aber zu einem richtigen Platten ausweitete, aber auch schnell repariert war. Nach ziemlich genau 15 Stunden im Sattel trafen wir am Ende müde, jedoch gut gelaunt am Sportplatz in Troisdorf ein und verabschiedeten uns schon bald in Richtung Heimat.

Martin Schäfer

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